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Schubladen und Guns & the City

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cas81
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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von cas81 » Mo 24. Sep 2018, 13:57

Er ist wieder da…

Armani, Versace, Gucci, Joop, Boss… welchen Anzug soll er heute nehmen, unser alter Freund, der Jedi. Er weiss es nicht. Mittlerweile hat er nämlich Geld zum Säue füttern, er ist inzwischen Mitglied im Höllenrat geworden und da labt er sich an den Steuern, welche die weltlichen Behörden abführen müssen. Kein Wunder, dass auf der Erde niemand weiss, wohin die ganzen Steuern verschwinden. Immerhin weiss ja auch niemand, dass die EU einen Pakt mit dem Luzifer eingehen musste, um an die Macht zu kommen. Gut, ok, ist ja nicht alles schlecht, was „die“ machen. Aber auch das liegt am Luzi, die supranationale Organisation soll ja auch Bestand haben und eben gerade nicht im Bürgerkrieg enden. Die ist quasi der verlängerte Arm der Hölle. Darum hat der Luzi selbst das FAGG ausgearbeitet, um das Volk bei der Stange zu halten. Eigentlich eh logisch, ned?! Oder glaubt irgendwer, dass die ausrangierten Reservebankbesetzer selbst zu so etwas imstande sind? Jetzt können die Leute ungehemmt onlineshoppen und sind zufrieden. Allein dadurch gibt’s eine Vielzahl an Anhängern dieser Union. Naja und unser Bronko ist nun Teil des höllischen Gremiums und versucht gemeinsam mit dem Luzifer, dem ehemaligen Sektionsleiter der Hölle Baal, Cthulhu, Lillith und noch ein paar anderen schwindligen Dämonen, den Menschen das zu geben, was sie eigentlich eh verdienen. Aber subtil, eh klar! Der Jedi tut sich da ein bisserl schwer, weil er ist ja noch jung und die ganzen alten Säcke machens ihm nicht immer leicht. „Aufbrausend“, „impulsiv“, „kurz gedacht“, und ähnliche Nettigkeiten werden ihm ständig an den Kopf geworfen. Aber da steht der Bronko drüber; eigentlich zu cool für die Hölle. Aber gut bezahlt, also wurscht.

Kapitel 1:


Nachdem er seinen Hellfirekaffee geschlürft hat - alles Gewöhnungssache! – begibt er sich also zum Parlament. Das besteht natürlich nur aus einer Kammer und die ist selbstverständlich nicht gewählt, sondern Ausfluss der Absolutheit des Fürsten der Finsternis und damit seinem Gutdünken unterlegen. Als hätt das Gsindl in der Hölle was zu sagen… Ausnahmen sind die bereits in der Hölle geborenen Dämonen, unser alter Freund der Gargolye zum Beispiel. Der wird vom Luzi himself schon respektiert und der Luzi sieht sich schon auch als Diener „seines“ Volkes. Das Gschwerl ex Erde ist halt kein Bestandteil „seines“ Volkes, die sind ja nicht umsonst in der Hölle gelandet, eh klar.

Wurscht…

„So, seavas. Was hamma heut?“ fragt der ungestüme Bronko voller Tatendrang.
Cthulhu verkrampfts gleich ein paar Tentakel, Lillith rollts die Krallen zamm, Baal bricht vor lauter Stress ein Hörndl ab. Beamte halt. Der Luzi hingegen lächelt und ist ganz stolz auf seinen Schützling. Die anderen Dämonen versuchen Verständnis für Sturm und Drang des Jedi aufzubringen. Vergeblich. So spuckt einer Feuer, ein anderer opfert zur Beruhigung gschwind eine Jungfrau, ein weiterer speibt stressbedingt einen Haufen Kinderknochen aus. Business as usual.

„Österreichische Waffenrechtsnovelle 2019“ entgegnet der Luzi mit einem diabolischen Grinsen :twisted:

Das passt dem Bronko gar nicht: „Herr Kollege, bitte, was soll der Blödsinn? Es muss Grenzen der Grausamkeit geben, sogar in der Hölle!“.

Dem Luzi seine Augen funkeln jetzt schon wieder rot, Widerspruch mag er nicht so gern, nicht einmal vom Bronko. Da mischt sich schon der Baal ein: „Heast, Bronko, gusch endlich! Wennst keine Ahnung von der Welt hast, dann lass dir was sagen: i hab gestern schon wieder im Waffenforum gestöbert. Du glaubst gar ned, was die Leut da zum Besten geben. Wildeste Verschwörungstheorien, Vermutungen, Klugscheisserein, Anfeindungen, und vieles mehr. Herrlich - sorry - höllisch gut! Gib den Affen Zucker, des wird lustig!“

„Richtig, Herr Kollege“, mischt sich Cthulhu zischend ein. „Wart erst, bis ma das Bier verbieten!“
Schallendes und grollendes Gelächter im ganzen Saal :clap:

Lillith erklärt dem Bronko auf die Schnelle, dass die wohlstandverwahrlosten Leute sogenannte „Waffen“ als Sportgerät nutzen und sich dann auf „ihr Recht zur Verteidigung“ berufen. Das sind vorgeschobene Gründe und das gehört bestraft. Logisch, ned?!

„Geh bitte…“ entgegnet unser Jedi, „lass die Leut halt Löcher in Papier machen oder ein paar Stahlpopper umhauen. Und zur Not dürfen sie sich ja wohl auch wehren, oder. Oder darf der Baseballspieler mit seinem Schläger nicht auch hinpracken, wenns nötig ist?“.

Uh, gutes Argument. Das ist genau der Grund, weshalb der Luzi eigentlich keine anderen Juristen am Tisch haben will und die anderen Dämonen erst recht nicht. Rationales Denken hättens lieber auf der Erde gern gesehen, aber in der Hölle geht es darum, die Umstände auf der Erde dergestalt zu beeinflussen, dass der Futtertrog in der Hölle nie leer wird. Und das kapieren diese Winkeladvokaten einfach nicht. Aber diplomatisch sinds dort unten halt schon auch ein bisserl, also Zwickmühle. Ein Raunen geht durch die Menge. Cthulhu verschränkt beleidigt alle seine Tentakel, Lillith zerkratzt den Tisch aus Lavastein und Baal ist eh schon längst in Ohmnacht gefallen. Business as usual.

Nach kurzer Beratschlagung sagt der Luzifer: „Bronko, huach zua: Beweise mir, dass sich die Sportschützen im Zweifelsfall auch effektiv mit ihrer Waffe verteidigen können. Ich schicke fünf mal einen als menschlicher Angreifer getarnten Dämonen, der auch noch dem lokalen Feindbild entsprechend aussehen wird, zu fünf mittelmässigen Sportschützen. Du wirst die Geschehnisse dokumentieren und beglaubigen, gem §4 Abs3 lit f HNaktG (Höllisches NotariatsaktGesetz). Wenn zumindest drei der fünf aufgrund ihrer Schießkünste überleben, oder effektiv Nothilfe leisten, dann lassen wir das mit der Waffenrechtsverschärfung und erlassen zwar trotzdem ein entsprechendes Gesetz, aber kein ganz so böses. Ok?!“

Uh, jetzt geht’s um die Wurst. Eine Herausforderung, das taugt dem Jedi, jetzt blüht er auf. Er überlegt schon, wie er eingreifen kann, wie er das Ganze verdrehen kann. Aber Baal, der das Bewusstsein mittlerweile zurückerlangt hat, macht ihm gleich einen Strich durch die Rechnung: „Bronko, ned deppert sein. Zruckhalten, nur beobachten, notieren, beglaubigen!“

Kapitel 2:

Der Bronko wird mitten auf den Wiedner Gürtel gespawned.

Jössas, der angry Taxler hupt zwar, fährt aber voll auf ihn zu. Der Bronko rettet sich und seinen als Menschen getarnten Dämonenkollegen auf den Gehsteig. Da kommt auch schon der Radlfahrer und bimmelt ihn fluchend an. Der Bronko hüpft geschmeidig auf den Gehsteig und kollidiert mit einer rüstigen Rollatorlenkerin, die denselben Gesichtsausdruck aufzieht, wie der Cthulhu an einem besonders miesen Tag.
Na des fangt guat an….

Soda, erste Adresse ist eh gleich da, zweiter Stock, der Herr Baumwieser. Bekennender IPSC- Schütze, was auch jeder in der Arbeit weiss. „Verstecken musst dich nicht als Sportschütze, des is nur vorauseilender Gehorsam!“ predigt der Herr Baumwieser immer.
Tja, hätt er sich doch lieber versteckt, denn so weiss sogar jeder in der Hölle, dass der Herr Baumwieser auf sein nicht vorhandenes 2nd Amendment pocht, weil er gerne zig Waffen haben und Stahlziele umfallen lassen will. Der Bronko und sein dämonischer Kollege warten nun bis es Mitternacht ist. Das Licht in der Behausung des Herrn Baumwieser ist schon seit einer Stunde aus. Wenn er seine Gemahlin eine viertel Stunde halbgekonnt herreisst, nachher noch schnell aufs Pipidrom geht und sich dann bereit zum Schlafen macht… ja, des passt, der pennt sicherlich schon. Attacke:

Der Jedi und der Dämon stehen vor der Tür. Der Dämon klingelt :roll:
Oida… der Bronko will schon schimpfen. Aber dann überlegt er, dass dies die Chancen vom Herrn Baumwieser drastisch erhöht. Haha!

Jetzt spawnen sie sich ins Vorzimmer und da flitzt auch schon der Herr Baumwieser an ihnen vorbei. An jeder Ecke klirrts und schepperts, der Herr Baumwieser ballert nämlich fröhlich auf jedes kleine Funkeln – es könnte eine Waffe des Badguy sein! - und macht seine Wohnung zum Parcour. Und da fällt auch schon der Dämon um. Zwei Volltreffer in der A- Zone.

Armer Dämon. Glücklicher Jedi.

Aber der Dämon stirbt natürlich nicht, der wird von der höllischen Dispo schnell- schnell restauriert und zurück auf die Erde. Auf geht’s zum nächsten Schützen:

Der Herr Schepflinger, seinerseits bekennender Hobbyschütze mit Sportschützenausweis vom Pengpeng- Club, damit er seine Teilmantelhohlspitz kaufen darf. Der Dämon hat aus seinem Fehler gelernt und klingelt diesmal nicht. Fast hätte er geklopft, aber der Jedi mags gerne fair und ermahnt ihn noch rechtzeitig.

Und so stehen sie plötzlich im Wohnzimmer. Bist du deppert, Messibude. Der Dämon ist Allergiker und niest gleich mal. Da springt auch schon der tacticoole Herr Schepflinger aus dem Bett und grabbt seine Glock 19X mit TLR2HL und 19 Schussmagazin, vollgeladen mit Hydrashoks 124gr +p+. Als hätte er nur darauf gewartet stürzt er aus dem Bett und sliced den pie um die Zimmertür herum. Jetzt sieht er einen gut gekleideten Mann im Anzug und einen goldbezahnten und reudigen Kerl in Lederjacke:

„Ned mit mir!“ schreit der Herr Schepfliger und brüllt noch hinterher: „don´t move, žádný pohyb, nincs mozgás, нема покрета!!!“… Ach so: „Keine Bewegung!“… Sicher ist sicher… könnt ja auch a Piefke sein.

Davon lässt sich der Dämon natürlich nicht beeindrucken und marschiert gülden und reudig lächelnd auf den Herrn Schepflinger zu. Der haut ihm zwei Doubletten mitten in die A- bis C- Zone, der Dämon fällt im Kampf. Der Jedi lächelt, bedankt sich und spawned sich sogleich weg.

Der Herr Schepflinger ist zwar fertig mit den Nerven, aber wundert sich, dass da weder ein Toter liegt, noch der Zwilling vom Kurz steht. Wo sind die denn hin? Egal, Hauptsach weg. Dass er am nächsten Tag im Standard steht, mit der Schlagzeile „Ottakring: Mehrere Schüsse lösten sich. Opposition fordert Verschärfung des Waffenrechts“, kann der Herr Schepflinger ja nicht wissen.
Armer Kerl. Armer Dämon. Glücklicher Jedi.

Dritte Örtlichkeit: Eine Villa in 1190 Wien am Nussberg. Eigentlich mehr a Festung mit dem ganzen Stacheldraht. Egal, der Jedi und der Dämon hupfen drüber. Der Jedi reisst sich dabei sein Hosenbein auf, aber wurscht, ist hier nicht das Thema. Da wohnt Herr DDr. Nomahndihyilischky. Seines Zeichens Pappenschlosser der Elite und begeisterter Waffensammler und Vorderladerschütze. Der Bronko und der Dämon spawnen sich in die Halle, welche der Herr DDr. Nomahndihyilischky wohl sein Schlafgemach nennt. Da fliegt der Dämon übern Teppich und knallt auf den Boden.

Jaja, der Luzi hat schon einen echten „Spezialisten“ geschickt, immerhin soll sich ja niemand gegen James Bond verteidigen müssen, soviel Fairness muss sein!

Den Herrn DDr. Nomahndihyilischky reissts jedenfalls ausm Bett. Er greift sogleich zum flauschigen Schlapfen und wirft ihn dem Dämon ins Gesicht. Der allergische Dämon bekommt natürlich eines Niesanfall sondersgleichen, steckt dabei den Vorhang versehentlich feuerrotzend in Brand. Der Herr DDr. Nomahndihyilischky sprintet in seinen Panic Room und drückt den Panikknopf. Der Alarm bei der Polizei geht an, die Türe zum Panic Room schliesst sich, die Wand hingegen öffnet sich und gibt ein Waffenarsenal wie seinerseits in Mr und Mrs. Smith preis. Der bekennende Vorderladerschütze schnappt sich ein OA10 und verschanzt sich damit wartend in seinem Panic Room.

Das beeindruckt den Dämon natürlich wenig, spawned er sich halt in den Panic Room. Der Herr DDr. Nomahndihyilischky löst in dem kleinen Raum einen Schuss aus, verfehlt den Dämonen, weil so ein OA10 ist halt schon ein bissi lang. Dafür aber lässt der Herr DDr. Nomahndihyilischky desorientiert die Waffe fallen. Fehler. Ganz blöder Fehler. Auditory exclusion, mhm, „Stapediusreflex“ und andere Weisheiten Halbwissender. So viel dazu. Das denkt sich auch der Dämon, denn dem platzt auch gerade fast der Schädel. Aber einen sauberen und schnellen Genickbruch bringt er noch zustande.
Armer Sammler. Armer Jedi. Glücklicher Dämon.

Es steht also 2:1 für den Jedi und sein Vorhaben.

Nächste Adresse: Wien Umgebung, die Frau Forster. Präzisionsschützin.
Oje… jetzt ahnt der Jedi schon Schlimmes. Kaum befinden sie sich im Schlafzimmer der tief und fest schlafenden Frau Forster, will der Dämon schon zum Genickbruch ansetzen. „Moooment!“ sagt der Jedi. Der Dämon schaut ihn fassungslos an: „Du sollst dich ned einmischen, Bronko!“. Der Bronko schaut ein bisserl giftig zurück: „Naja, einmischen ist Auslegungssache, gell. Wir wollen doch fair kämpfen, ned?! Im Schlaf überraschen und zwar ohne Einbruch mit allen entsprechenden Geräuschen über eine gewisse Dauer hinweg, schafft keine Voraussetzungen im Sinne dieses Experimentes“.

Jetzt fangen die beiden hitzig zum Diskutieren an und plötzlich *peng*, Headshot für den Jedi, genau zwischen die Augen.

Der Dämon freut sich kurz, denn erstens hats endlich mal den Klugscheisser erwischt und zweitens ist er selbst noch im Spiel. Also hin zur werten Dame mit ihrer Shadow2, aber die reagiert schnell und schiesst auch auf den Dämonen. Das Ergebnis ist fatal, denn der Dämon sackt sogleich zusammen, zu oft ist er schon erschossen worden, die psychische Komponente ist ein Hund. Aber da die liebe Frau Forster der Meinung ist, dass eh ausnahmeslos die Trefferlage zählt und diese Teilmantelgeschichte eh überbewertet und etwas für die dumme tacticoole Fraktion ist, geht das Projektil fast ungebremst durch den Dämonen durch und wird erst vom Nachbarn wieder gestoppt.
:at2: Das ist klipp und klar ein Foul, toter Nachbar - rote Karte. Wieder ein Punkt für den Dämonen.
Arme Frau Forster, armer Nachbar, armer Jedi, glücklicher Dämon.

Es steht 2:2

Der Jedi beantragt inzwischen in der Hölle ein Aussetzen des „Verfahrens“, denn das kann er nicht beurkunden, er ist ja nicht dabei, logisch. Aber der Luzifer lässt nicht mit sich reden und weist den Einspruch des Jedi gnadenlos ab.
Der Teufel ist wirklich ein AWN, unfassbar.

Also Gleichstand, der Jedi ist wieder im Rennen, der Dämon, ebenfalls bekennender AWN – kein Wunder, ich will dich sehen, wennst mehrfach abgeknallt wirst! - wieder in seinem Element. Nächste Adresse: Innenstadt am Ring, Bonzenwohnung im vierten Stock, der Herr Dipl. Ing. Drehmeister. Wieder Präzisionsschütze.

Der Dämon folgt nach reichlicher Überlegung den Argumenten des Jedi und schmeisst mit Absicht ein Glasl in der Küche runter. Der Herr Dipl. Ing. Drehmeister schnellt aus dem Bett und sprintet zum Safe, gibt den Code ein und bevor der Jedi und der Dämon da sind, ist der Safe auch schon offen, die Waffen sind griffbereit.

Aber welche soll er nehmen? Die sind alle ungeladen und er muss sie zuerst einmal Startklar machen. Und die Tanfo frisst nur seine selbstgestopften Murmeln und die haben genau null Power, der 1911er in 9Para verträgt keine EMB, seine Glock 34 liegt zwecks Tuning zerlegt da… Und der Bronko steht mit seinem Dämonen in der Türe.

Auweh… das nimmt kein gutes Ende. Der Dämon setzt zum Genickbruch an und...

< fffrrrreeeeeezzzzzeeee >…

Hä? Was ist jetzt los?
Wo ist der Dämon hin?
Und der Herr Dipl. Ing. Drehmeister lebt auch noch, aber der ist erstarrt!
Wo kommen denn diese drei Damen auf einmal her? Oida!?

„Wir sind die Mächtigen Drei!“ verkünden die jungen Damen im Chanon.

Momenterl…. die Mächtigen Drei…. die Mächtigen Drei…. Der Bronko kennt das irgendwoher….

„Phoebe hatte eine Vision von dir, du widerlicher Dämon! Piper hielt die Zeit an und wir befreiten diesen Unschuldigen hier aus den Fängen des anderen dreckigen Dämons. Und ich, Prue, zerschmetterte den Dämon und schickte ihn somit in die Hölle zurück! Und nun bist du dran!“

Ach du scheisse… DIE Mächtigen Drei :shock: Na das war ja klar. Vielen Dank, lieber Herrgott! Jetzt greif ma also schon auf dirty tricks zurück…

„Wartets mal kurz, meine Damen“ sagt der Jedi völlig ruhig. Was machts ihr denn in Wien? Gehörts ihr ned nach San Francisco?“.
„Nicht, dass es dich etwas anginge, du schäbiger Dämon, aber auch wir haben ein Leben und machen mal Urlaub. Leider sind meine Visionen auch hierzulande aktiv“ erklärt die quirlige Phoebe.

Der Bronko überlegt ein paar Sekunden lang, die Hexen holen schon zum Vernichtungsschlag aus und lesen irgendein Geschwafel von einem Zettel ab, den sie einfach aus einem antiken Buch gerissen haben. Diese Amis…

„Na, wartets, moment mal! Ich bin auch einer von den Guten! Ich bin hier um zu beweisen, dass Waffen die Unschuldigen schützen können und der Dämon, der wollte den armen Herr Dipl. Ing. Drehmeister umnieten, damit der Luzi alle Waffen verbieten kann, sodass er freie Hand hat und sich niemand mehr wehren kann. Das dient also dem Schutz der Guten!“.

Tja, armer, armer Jedi. Der hat wohl schon wieder vergessen, dass die Mächtigen Drei aus Kalifornien stammen und der Brainwash längst erbarmungslos zugeschlagen hat. Die Hexen lassen sich von dieser Begründung nicht beeindrucken, Phoebe nimmt sogar Anlauf und springt dem Jedi lauthals „Haaayyaah!“- schreiend ins Gemächt. Der Jedi sackt benommen zu Boden und die Mächtigen Drei quasseln ihren blöden Zauberspruch weiter, um den Bronko endgültig zu vernichten: „Das Böse, das zurzeit ist frei, widersteht nicht der Kraft der mächtigen Drei“

… Eieiei… des nimmt ka gutes Ende.

Aber nichts passiert. Nada, Nix, Niente.

Jetzt fangen die Drei zum Streiten an, das gibt’s ja nicht, da hat wer beim Zauberspruch geschlampt, oder die Worte nicht ordentlich ausgesprochen.
Inzwischen derappelt sich der Bronko wieder und setzt ein hämisches Grinsen auf.

„Was grinst du denn so, du Abscheulichkeit der Finsternis?“ plappert die prüde Piper.
Da beginnt der Bronko dezent zum Tanzen, heisst die Damen willkommen in Wien, weist darauf hin, dass es hier anders ist und stimmt zu einem Liedchen an: „Drah die net um, o- o- oh. …Schau, schau der Luzifer geht um, o- oh -oh...“

Und schon gehen die drei Nervensägen in einem Feuerball auf.

„Die Spomapanadln kann der Herrgot bleiben lassen“ meint der Luzifer nur spöttisch und löst die Starre des Herr Dipl. Ing. Drehmeister, spawned den Dämon wieder in das Zimmer. Allerdings sehr zur Unfreude unseres Jedi, denn der weiss genau, was jetzt kommt. Der Herr Dipl. Ing. Drehmeister überlegt noch immer, welche seiner Präzisionszicken er mit welcher Munition paaren soll und *knack*, schon fällt er tot zu Boden.
Armer Herr Dipl. Ing. Drehmeister, ganz armer Jedi, glücklicher Dämon.

Aber ok, dieser Pfusch zählt nicht, das sagt sogar der Luzifer. Also bleibts bei 2:2 und einer ist halt umsonst gestorben. Passiert in vielen Teilen der Welt jeden Tag, da kommts auf einen Wiener mehr oder weniger sicher ned an, ned?!
Also: JETZT geht’s um alles.

Nächste Adresse ist Korneuburg. Ein älterer und erfahrener Präzisionsschütze – Doh! – der früher auch ein bisschen IPSC geschossen hat. Herr Dorning ist ein pensionierter ehemaliger Justizwachbeamter, der sich nunmehr in seiner Freizeit dem Schießsport widmet und nebenher leidenschaftlicher Gärtner ist. Die Nachbarn schätzen ihn als netten und hilfsbereiten Herren. Nur die neu hinzugezogene Bobofamilie mit zwei Kindern namens Noah und Jerome hat von seinem Hobby erfahren und fürchtet sich - leider nicht ganz - zu Tode.
Das könnte knapp werden, denkt sich der Jedi. Der Dämon hingegen wiegt sich im Vorteil und vertraut auf die langsame Reaktion des älteren Mannes.

Aber Fairplay, also fällt wieder ein Glasl in der Küche.
Nichts passiert. Z´efix. Also noch ein Glasl. Endlich raschelts im Schlafzimmer. Ring frei:

Der Herr Dorning erspäht die beiden dunklen Gestalten und haut einmal auf den Fastlocksafe drauf, die HiPower fällt ihm sogleich in die Hände. Scheinbar seelenruhig – in Wahrheit schlottern sogar seine dritten Zähne im Glas aufm Nachtkastl - richtet er die Waffe in die Richtung der beiden Eindringlinge. „Schauts, dass äs verschwinds, äs Gsindl, sonst schiaß i! I bin da Herbert Dorning, in der Zartmüllerstrasse 9 in Korneuburg und i bin bewaffnet!“.

Sogar der Bronko wundert sich jetzt ein bisserl, ist der etwa schon dement? Der Dämon traut sich ned so richtig zum Angriff, weil der Herr Dorning hält die Pistole schon sehr gekonnt in der Hand und jetzt geht’s immerhin um was. Bloss keinen Fehler machen!
Doch der Dämon nimmt all seinen Mut zusammen und stürmt auf ihn los, da versetzt ihm der Herr Dorning einen Schuss direkt vor seine Füsse. Der Dämon bleibt zähneknirschend stehen. Verdammt, der trifft vermutlich auch noch was! Was tun, was tun?!
Draussen blitzt inzwischen blaues Licht und an der Tür hämmerts heftig. „Aufmochn, Polizei!“. Jetzt muss der Dämon an die Gschichtln denken, die der Luzi immer auf Erden gestreut hat „die Polizei kommt eh nie, die trinken noch gemütlich ihren Kaffee aus, die können und wollen eh nix, die…“. Mhm, jaja, das nützt dem Dämonen jetzt herzlich wenig, wenn die Herren in blau gerade dabei sind, die Tür einzutreten. Denn der liebe Herr Dorning hat noch schnell den Notruf gewählt, das Handy in den Jogginger fallen lassen und sich dann nicht dem Jedi vorgestellt, sondern der Einsatzzentrale.

Scheisse, hilft alles nix. Rückzug.

Kapitel 3:

Und so findet sich der Bronko mit dem Dämonen wieder in der Hölle. In aller Ruhe schreibt er seinen Bericht und freut sich auf den nächsten Tag. Denn nun steht es 3:2 für ihn.

Luzifer, Baal, Cthulhu, Lillith und die anderen alten Dämonen sitzen schon am Tisch versammelt, auf den billigen Plätzen dahinter das restliche Gremium. Unser Jedi gesellt sich frech grinsend direkt neben den Luzi und präsentiert nach dem obligatorischen kurzen Powerpoint- Hoppalla seinen Bericht.

„Na gut, bitte. Dann verbieten wir halt nicht alle Waffen über 6 Schuss, sondern vorerst nur die Magazine über 10 Schuss“ raunzt der Luzifer. Dem Baal wird schon wieder schwindlig, Lillith kaut nervös ihre Krallen, Cthulhu sitzt wieder mit beleidigt- verschränkten Tentakeln am Tisch.

„Aha, und wie soll das gehen?“ kreischt ein kleiner Knuffeldämon in den hinteren Reihen. „Willst die Magazine registrieren lassen, oder was? Weisst eh, die weltlichen Behörden zweigen zur Administration wieder Steuergeld ab, wer zahlt denn das und vor allem: dann geratens wieder in Verzug bei uns!“.

Jetzt bricht die Stimmung komplett ein, dafür breitet sich Panik aus. So sehr haben sich die weisen Dämonen auf eine ordentliche Gängelung des Legalwaffenbesitzers gefreut. Wieder ein bisserl Unmut, wieder ein bisserl Öl ins Feuer, so wie es sich halt gehört.
Vor lauter Frust eskaliert die Lage, da geht’s zu wie damals in Japan; Cthulhu schmeisst fünf Stühle gleichzeitig, Lillith hockt dem Baal am Hirn und peckt ihm sein zweites Horn ab, ein paar Kuscheldämonen ziehen den Luzifer am Schwanz und hindern ihn am Abhauen, der Gargoyle findet das Ganze auch wieder zum Lavaspeiben… ganz schlimm, wirklich, wirklich schlimm. Schirch ist das. Aber Politik ist halt ein schmutziges Geschäft.

Schlussendlich liegens alle halberledigt am Boden und sind fix und fertig. Da derappelt sich der Luzifer wieder und bittet alle gesittet an den Tisch. Angfressen nimmt das Parlament seinen Platz ein und wartet nun auf ein Machtwort vom Leibhaftigen:

„Wissts was? Besprech ma das im September, oder so. S´eh wurscht, brech ma dann was übern Zaun. Die Waffennarren auf der Erde legen eh von alleine unsere Weichen und bis dahin könn ma über die Spekulanten lachen. Jetzt geh ma erst mal in die Sommerpause.“
Business as usual.
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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von Balistix » Mo 24. Sep 2018, 16:20

:clap: :clap:
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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von cas81 » Mi 28. Nov 2018, 13:09

Ghetto Superstar... und die Evolution

Frisch ausm Tussitoaster, modischer Diamantohrstecker, Ed Hardy aufm Schädel und zeitloser Jeansjacken- Style, zarte 21 Jahre alt. So schaut er aus, unser Superstar. Und genauso ist er auch. Ein Abbild des modernen Beinahe- Millennialmännchens, das auf dicke Hose macht. So natürlich auch auf dem Schießstand. Aber was muss er machen, bevor er auf dem Schießstand endlich selber ballern kann? Jau, den Waffenführerschein! Und genau da fangen wir zur Abwechslung mal an:

Der Lehrende gibt sein Wissen zum Besten. Gespannt lauscht die Package. So auch unser Superstar. Der Wissensvermittler – er heisst Heinrich – zeigt die Cooperregeln vor:
„Wichtig ist immer, dass die Waffe wie eine geladene betrachtet wird. Trotzdem zuerst der Sicherheitscheck. Sooo… schauts, da, die Waffe ist leer und damit sicher.“

„Aber…“ wirft der Superstar ein – er nennt sich Joshy – „…samma ned sicherer wenn das Ding geladen is?! Höhö…“

Der Heinrich ist das gewohnt und ignoriert es gekonnt. Dann lädt er durch.

„Aber“… sagt der Joshy „… warum so uncool mit ganzer Hand? Da is doch eh so Schalter da auf Seite. Des schaut vü leiwander aus!“.

Auch damit kann der Heinrich dealen, no problem. Also erklärt ers ihm, was schlussendlich auf nix anderes hinausläuft, als wie „mach wie du es willst“. Da freut sich der Joshy, weil Coolness is ned unwichtig. Besonders bei Waffen!

Bei den Grundlagen der Rechtskunde jedoch wird der Heinrich ein bisserl nervös. Weil er weiss jetzt schon, was vom Joshy kommen wird. Es sind die üblichen Schmankerln der komplett verblödeten und hollywoodgeprägten Instagramselfieexhibitionisten:

„Oida, darf ich auf Einbrecher, der grad einbrechn will, ausm Fenster raus auf ihn ballern, dass er gar ned erst einbricht?“
„Oida, mei Hose is auch verschlossen, wenn ich grad mit der Schnitte fertig bin! Höhööö! Dann kann ich ja einfach Waffe in Hose steckn, oda?“
„Oida, wenn wenn ich mir kurz Döner ums Eck hol, dann führ ich eh ned!“
„Oida, wenns ma Waffe wegnehmen, dann geh ich halt Mexikoplatz!“


Puuuh… der Heinrich tut sich schwer, aber was soll er machen. Vielleicht erschiesst der Joshy ja wen beim praktischen Teil, vielleicht – aber nur vielleicht! – könnt er ihn dann durchfallen lassen.
Aber geh, was solls, der packt des psychologische Gutachten eh ned…

Drei Monate später:

Da steht er nun, der Joshy, gemeinsam mit seinem Hawara, dem Skinny Slasher, wie er liebevoll von seinen gummibärlifladernden Gangkumpanen genannt wird. Da kann der Joshy jetzt zeigen, was er für ein Gangsta is.

Und schon packt er sie aus, seine ur geile Glock 17 Gen2. Ranzig ohne Ende, eh klar, weil viel Geld hat der Joshy nicht zwischen AMS und Call of Duty. Der Gummibärlischwarzmarkt ist nämlich auch nicht mehr das, was er einmal war, seit die Boboeltern ihre Sprösslinge gekonnt auf vegane Süssigkeiten gedrillt haben. Aber trotzdem, bei der Glock hat er gespart, dafür hat er seine Desert Eagle ex Waffengeschlaucht zum negativen Sonderpreis bezahlen können. Hurra, 44 Mag, das ist das Minimum fürs Gangstadasein, Knockdownpower, „Oida, die geht ur durch Motorblock durch, weisst eh!“. All das hat er aus dem einschlägigen Bildungsfernsehen, Menace to Society hat er immerhin mindestens zehn mal gesehen.

Die Mannscheibe – natürlich mit Geisel – hängt schon auf 6,5 Meter. Los geht’s:

Der Joshy steckt sein Kracherl gekonnt hinten in den Hosenbund und lässt lässig die Jeansjacke drüber fallen. Dann fixiert er den Geiselnehmer, weil „Oida, wenn einer meine Freundin angreift, dann Glock ich ihn nieder!“. Seine Hand schnellt zur Waffe. Leider verfängt sich die Waffe in der Jacke, er verliert den Halt und das Ding knallt zu Boden.
Jetzt ist unser Skinny Slasher – der gern Schwächere verhaut – aber schon ein Tropferl in die Hose gegangen.
„Oida, scheiss di ned an. A Glock kannst aus Flugzeug werfn, da passiert nix!“.

Alles wieder gut. Nächster Versuch.
Ganz deppert ist der Joshy ja auch ned, diesmal wirft er genau wie Nicolas Cage in Face Off seine Jacke stylish nach hinten und grabbed die Glock perfekt. So wie ers halt jahrelang mit der Softair geübt hat, back tot he roots.

!!! Bambambam Bambambam Bambambam Bambambam Bambambam Bambam !!!
Jeder Schuss a Treffer. Am Kugelfang.

„Oida, scheiss Gun, trifft ned!“

Glücklicherweise ist grad ein Glockenthusiast am Nebenstand anwesend, der lässt so einen Spruch natürlich nicht auf einer Glock sitzen. Darum bietet er dem Joshy seine Hilfe an. Der Joshy ist wirklich ned ganz daneben, nur verdorben, darum nimmt er die Hilfe dankend an:
„Höhööö, wenns damit triffst, Oida, dann bist der neue John Wick!“

Als der neue John Wick dann den Zehner durchlöchert hat, packt den Joshy der Ehrgeiz. Weil er sich nicht blamieren will – Coolness ist wichtig! – folgt er dem Rat vom neuen John Wick und lässt sich diesmal ein bisserl Zeit. Und siehe da, alle siebzehn Schuss landen zumindest auf der Scheibe. Seine fingierte Freundin hat er zwar auch erschossen, aber what shalls. Kollateralschaden. „Gibt eh vü leiwande Bitches!“

Auch der Skinny Slasher darf jetzt endlich mal ballern und imitiert dabei einen anderen Schützen in Jogginghose, der ein paar Stände weiter ständig mit den Schultern kreist und dem Genick knackt. Um die Leistung vom Skinny Slasher geht’s hier aber nicht…

Jetzt, da unser Joshy ur cool gangstastyle schiessen kann, wird’s Zeit für die Desert Eagle. Diesmal geht ihm selbst ein Tropferl in seine Baggypants, aber vor Freude. Die grossen Murmeln lädt er genüsslich ins Magazin, lässt den Schlitten – Verschluss is das Ding zum Trinkpackl zumachen! – vor.

Er drückt ab. Nix passiert.

WTF?! Jetzt weiss der Joshy nicht so recht, was er machen soll. Der Skinny Slasher hinter ihm beginnt schon leicht zum Lachen. Da kommt wieder der Glockenthusiast und erklärt ihm, dass das eine Desert Eagle ist und die muss man ordentlich schmieren. Das Ding ist aber staubtrocken, blöd, darum schliesst das Ding nicht vollständig. Also ist der Glockenthusiast so nett und schnappt sein CLP9, gibt ein paar Tropferl auf die Rails der Edelgun und schon passts wieder.

Mit der Waffe in einer Hand um fünfundvierzig Grad gedreht steht er da, der Joshy:

*Boooom!*
Bist du deppert, damit hat der Joshy aber nicht gerechnet. Ned nur, dass er Ölspritzer in der seiner gestylten Hackfresse picken hat, nein, auch die Hülse ist ihm genau ins Aug geflogen. Der hüpft natürlich im Kreis, mit der Knarre in der Hand, eh klar. Die anderen Anwesenden werden kurz nervös, beruhigen sich aber sofort wieder, als der Joshy die Waffe wieder zu Boden fallen lässt. Natürlich erst, nachdem er sich damit ins Gesicht gegriffen hat und die Waffe voll ins Aug geknallt hat. Das findet der Skinny Slasher besonders lustig, der lacht jetzt richtig.

Nachdem sich der Joshy wieder derappelt hat und natürlich nicht als Memme dastehen will, nimmt er sich fest vor, das Magazin leer zu schiessen. Inzwischen haben er und Skinny Slasher den ganzen Schießstand für sich alleine.

„Scheiss gun, Oida“ meint der Joshy zum Schluss. „Getscho eGun!“. Dass er das Ding bei 1.500 Euro Stargebot nicht wegbekommt, merkt er noch früh genug. Also ab damit auf Waffengeschlaucht:

Dessert Eagel
44 Magnumm
Super Kalliber für SV
Zweitbesitz, aber Neuzustand, fasst ungeschossen, funktioniert voll gut!
Sonderpreis 1.200 Euro.
Privatkauf, also keine Gewehrleistung oder so.


Auweh… aber macht ja nix. Schlussendlich findet sich ein Kenner und für den Schnäppchenpreis nimmt er sie dem Joshy gnädigerweise ab.

5 Jahre später:

Der Skinny Slasher sitzt mittlerweile wegen Autoradiohehlerei im Häfn, aber den Joshy hat er ned verpfiffen. Alte Sandkistenfreunde halt. Er hat gelernt regelmässig Artikel zu verwenden und seinen Wortschatz um das Wörtchen "Heast!" erweitert. Er nennt sich bei seinem richtigen Namen, nämlich Paul (gesprochen: Bpaoll). Der Paul hat schon drei Kinder, den Kevin, den Noah und die Jaqueline. Alles Hoppallas, eh klar und das von zwei Teenagermädels, aber mittlerweile eh über 18. Arbeiten geht er jetzt auch ganz brav, weil er ist ja kein Vollarsch, also will er Verantwortung übernehmen. Leider ist Ballern ur teuer, darum kann er nicht oft. Aber wenn er geht, dann erkennt man ihn sofort:

Blasser weil kein Tussitoaster mehr, zu teuer, dafür ein bisserl Selbstbräuner. Ein Loch da, wo früher der Diamantohrstecker war, weil der is mittlerweile gay. Ed Hardy aufm Kopf hat er zwar noch, aber nur wegen Haarausfall. Der zeitlose Jeansjacken- Style ist eben doch nicht zeitlos, der musste Kapuzenpulli und Jogginghose weichen. Schulterkreisend, dezent angefettelt und genickknacksend steht diese Naturgewalt da und vernichtet erbarmungslos jede Scheibe - mittlerweile ohne Geisel. So schaut er aus, unser ehemaliger Ghetto Superstar. Und genauso ist er auch. Ein Abbild der zwangsweisen Evolution des gescheiterten Testosteronbombers, das nicht mehr ganz so auf dicke Hose macht. Ausser auf dem Schießstand, auf dem er feuerwerksartig seine vorgeladenen Magazine entleert. Wir kennen ihn alle und - mal ganz ehrlich - zumindest mir hat er schon ein bisserl gefehlt ;-)

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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von hmg382 » Mi 28. Nov 2018, 16:26

Da capo! :clap:
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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von m_a_d » Mi 28. Nov 2018, 18:22

man meint sicher es geht nicht besser bzw irgendwann müssen dir doch die Ideen ausgehen, aber dann haust wieder so einen raus! :clap: :clap:
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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von cas81 » Mi 5. Dez 2018, 13:56

Die Prominenz und der Staatsfeind

Lang ists her, dass die Helden der Guncommunity beisammen waren. Manche sehen sich sogar zum ersten mal. Gemeint sind übrigens die wahren Helden, welche die Fahne des legalen Waffenbesitzes hissen und einem Millionenpublikum vor den Latz knallen, also bekommts keinen Höhenflug; Ihr seid nicht dabei …DU aber schon!

Aber es ist, wie´s ist und da stehen sie nun, bereit für den U ! S ! A !- Cup 2019, bestehend aus IPSC, 3- Gun und Advanced Marksmanship, also 50 Yards Präzi mit Kurzwaffen. Dass du an diesem ereignisreichen Tag mit von der Partie sein darfst, ist natürlich ur cool. So ein Glück, dass du das wöchentliche Giveaway mittels perfektem Youtubekommentar in Form einer VIP- Backstagekarte gewonnen hast! Gewappnet mit der GoPro aufm Kapperl mischt du dich also unter die Prominenz. Das ist natürlich ein „Benefizshooting“, eh klar, weil Full30 und Patreon wollen auch finanziert und die Giveaways gesponsert werden. Dass die sich dann eigentlich nur das Geld gegenseitig in die Taschen stopfen und am Ende nichts gewonnen ist, ausser Ruhm, Ehre und die ein oder andere Fehde, is ja wurscht. Denn wer ständig jeden gleich loved und best friends mit jemandem ist, den man gerade erst kennengelernt hat, der nimmt das nicht so eng. U! S! A!

Und da huscht auch schon der erste 3- Gunner an dir vorbei. Ebenfalls mit Gopro am Kapperl, kurze Hose, Muscleshirt und mit Dreitagebart, born ready for 3- Gun. Zusätzlich zur Gopro hat er noch so ein Deppenzepter und sein iPhone10S daran gesteckt und quatscht permanent mit sich selbst, schnell und aufgeregt. Du verstehst zwar nix, siehst aber seine Verrenkungen und weisst ganz genau, was er gerade sagt: „thanx für watching, iii love ya aaand I´ ll seee ya next tiiiiime!“. Direkt hinter ihm rennt so ein auffällig gross gewachsener ganz Dünner her, der hat eine Ruger Mk V im Holster, einen Stapel Spielkarten in der Hand und ein kleines Kosmetikspiegelchen im Mund.

Sagenhaft, das ist wie im Disneyland. Aber mit lustigeren Figuren.

Da tippt dir von hinten einer auf die Schulter: „Hello Sir! Let´s talk about the constitution!“.
Dein Hoserl wird fast nass vor Freude, DU wirst vom Marine- Teacher- Preacher himself angesprochen und darfst über etwas so wichtiges wie die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika, dem grossartigsten Land der Welt!, sprechen. Auch wenn du das zwar ganz anders siehst, natürlich willst du, dass dich der Kerl mag und darum gibst du dein während seines Monologes ständig stattfindendes Kopfnicken zu Besten. Kurz schweift ein Glatzerter mit engem T-Shirt vorbei und schaut dabei zum Teacher- Preacher. Du kannst zwar nicht von den Lippen lesen, aber das hast du trotzdem verstanden: „Äs-o-l“. Der Teacher- Preacher ignoriert ihn gekonnt.

Zum Monolog des Teacher- Preachers gesellt sich nun ein Mann Mitte Vierzig, wie könnte es anders sein: Auch mit Kapperl. Was haben die Amis nur damit? Wurscht. Jedenfalls hat der natürlich – und wie könnte erst recht DAS anders sein – einen tactical beard, grau meliert war der vielleicht vor fünf Jahren mal. Jetzt ist er nur noch tiefgrau und passt perfekt zu seinem grünen T- Shirt mit gelb- rotem Logo. Und warum der Bart so schnell grau wurde, wird dir auch auch gleich bewusst, weil der fängt ordentlich zum Schimpfen an und es scheint fast so, also würde die beiden nun streiten, dabei sagen sie eh dasselbe. Bei dem Satz „America is not a democracy, we´re a constitutional republic!“ horchst du aber auf, jetzt wird´s interessant, weil wie kann man etwas exportieren, das man gar nicht hat? Einer von ihnen fragt dich, ob du auch aus einer „constituational republic“ kommst. Du sagst ihm, du kommst aus einer „banana republic“. Aber das versteht er nicht, immerhin hast du eine Haut wie ein Pastellpüppchen und die Amis denken einfach.

Zum Glück fällt nun der Startgong und die schwierige Situation ist damit beendet. Der Teacher- Preacher verabschiedet sich mit den Worten: „see you on the ridge“ und schaut dabei fest entschlossen auf die Stage.

A pro pos Startgong:
Da steht so ein älterer, ruhiger, lieber Herr, der das Leben fast immer gut findet und schiesst mit einer gedämpften USP45 aus 50 Yards auf den Gong. Schon cool, gell, Startschuss UND Gong in einem! Er wollt zwar so gern an Revolver nehmen, aber es hätt halt sein können, dass paarweise auftretende Geräusche nur Verwirrung stiften, denn die Amis denken einfach.

Erster Bewerb: IPSC.
Weil´s Benfiz ist, macht wirklich jeder mit, sogar ein kämpfender Poet. Der hat aber anscheinend nicht verstanden, dass IPSC nichts mit room claering zu tun hat. Darum sliced er den pie, oder stürmt um die Ecke, checkt zuerst die Umgebung und schiesst erst dann auf die Ziele. Erst recht bleibt er aber mittendrin immer wieder stehen, erzählt lachend seine war- stories und lässt sich nur stören, weil der unfreundliche Glatzerte von vorhin der Kommentator ist und ihn mit dem Megaphon von hinten niederplärrt. Aber dann: aber hallo! Der fetzt die Ziele trotzdem binnen Rekordzeit weg. Der trained sicher immer hard and smart. Seine Waffe ist eine Glock 19, seine Munition Winchester RANGER... what else?!

Jetzt bekommst ein bisschen Bange, weil auf dem Level schiesst du längst nicht. Oh, Gott, wird das peinlich. Naja, noch bist du nicht dran, vielleicht sind die anderen ja schlechter.

Nächster ist der dünne Riese mit der Mk V, die jetzt aber einer Glock 19X weichen musste. Bevor seine Runde losgeht rennt sein personal caddy einmal kurz den Parcour ab und macht irgendwas mit den Kartonzielen. WTF?! Wo gibt’s denn sowas, piekst der da Löcher rein, will der schummeln, oder was?
Der Startgong ertönt erneut und der Riese geht gemütlich los. Seine Schritte sind immerhin gross genug, dass er trotzdem sauschnell vorankommt. Da beginnt der Kerl zwischen den Beinen durch zu schiessen, über die Schulter mit einem Schminkspiegelchen, macht sogar einen Handstand dabei und nach jedem Schuss – aaah, jetzt siehst du es – fliegt die halbe Spielkarte, die der caddy vorher senkrecht mit der schmalen Seite in Richtung Schütze aufgestellt hat, in zwei Teilen davon. A Waunsinn! Dagegen ist der Wickerl Johnny ein Rollstuhlfahrer auf Valium! Dass das als Doppel- A zählt, versteht sich von selbst. Halt ein echter Plinkster, der Typ.
Überboten wird diese Leistung nur noch von einem Dinosaurierfan in Skinnyjeans. Der schiesst zwar nur einfache A´s, aber dafür mehr davon in kürzerer Zeit.

Danach ist ein gut gebauter Mann mit Glatze und schnell wachsendem 3- auf 6- auf 9- Tagebart dran, der lächelt unentwegt ein bisschen und ist die Ruhe selbst, mit einer P30L im Holster. Der Gong ertönt und er sprintet los. Der weiss, was IPSC ist und macht alles ganz genau regelkonform. Scheisse, ist der gut… Als er fertig ist, geht er sogleich zu einem leicht hässlichen aber niedlichen - und waffenkundigen! - Hund, der in 200 Yards Entfernung auf ihn wartet und dreht eine Gassirunde abseits des Lärms mit ihm.

So, jetzt kommt der Moment der Wahrheit: Du bist dran.

Gong. Angststarre. Shit. Da plärrt dich der gemeine Prolet von hinten durchs Megaphon ordentlich an und schon bist du inmitten des Parcours. Zuerst vor lauter Schreck, danach auf der Flucht vor dem Schreihals. Zwischendurch schiesst du auf die Ziele, aber das ganz unbewusst, des is fast scho a Reflex bei dir. Irgendwann hören die Ziele dann auf und du stehst vor einem Berg aus Sand. Das Gebrüll hinter dir hört auch auf. Du holsterst deine Shadow, drehst dich um und der böse Schreihals zwinkert dir zu.
Zu deinem Ergebnis schweigen wir lieber, gell. Aber in Anbetracht der Umstände eh gar nicht mal sooo schlecht. Immerhin bist du kein Amerikaner, DAS ist der allem vorangeschaltete Fehler. DEIN Fehler! U ! S ! A ! Wobei… das beste Ergebnis schiesst auch ein Ausländer, der hat so ein rotes IPSC- Shirt und kurze Hosen, bei dem ist jeder Schuss ist ein astreiner Impact. Naja, jetzt kannst dich auf deinen Geburtsfehler nicht mehr ausreden, gell. Aber das verdrängst du ganz schnell…

Pause:
Essen. Du weisst nicht so recht, zu wem du dich setzen sollst. Du warst einer der letzten, die sich etwas aus der Kantine geholt haben und jetzt sind schon fast alle Plätze voll. Problem gelöst, du musst nehmen, was übrig bleibt. An dem einzigen freien Tisch sitzt aber ein kleiner Grizzlybär mit Kapperl und Comic- T- Shirt ganz alleine. Der schaut ein bisserl aus wie der aus einem BugsBunny- Cartoon entsprungene Tasmanische Teufel. Dumm ist er nicht, aber du findest ihn deppert und willst es dir nicht mit deinen Helden verscherzen, also isst du lieber im Stehen.
Bis dich sein Blick erhascht und er dir freudig gestikulierend einen Platz an seiner Seite anbietet.
Fuck. Naja, kannst ned nein sagen, ned?! Also marschierst du zu ihm hin. Zum Glück frisst er wie ein Neandertaler und hat nicht viel Zeit zum Reden. Darum erfährst du nur seinen Vornamen, dass er in Pension ist, dass er ein Knalltrauma von seinem vormals geführten Rhino hat und vor allem, dass 90% der Anwesenden Vollidioten sind. Good to know. Er weiss dafür nun, dass es in Austria zwar keine Kangaroos, dafür aber einen Terminator gibt.
Na schau, war gar ned so schlimm.

Weiter geht’s. Jetzt ist 3- Gun dran.

Erster Starter: Ein leicht asiatisch aussehender Mann Anfang 50, der bis vor kurzem noch aussah wie Mitte 30, schwarze Haare, kommt jedem irgendwie bekannt vor. Der watschelt da durch wie im Film und paniert die Ziele, zwischendurch haut er auch noch auf sie hin. So ein dicklicher Typ im Schießsportleiberl und – eh klar – Kapperl und – eh klar - Dreitagebart schaut ihm dabei kritisch zu.
Gar nicht mal schlecht, der gute Mann. Woher kennst den bloss, der schaut nicht wirklich nach Youtube aus…
Als er fertig ist und die Ziele noch fertiger, gesellt er sich zu einer scharfen Tussi Anfang zwanzig, die ihrem IPSC- Leiberl nach zu urteilen anscheinend Werbung für Jade macht und die von noch schärferen Tussis unterschiedlichen Alters umgeben ist. Und der Dicke mit Kapperl, Schießsportleiberl & Co thront in der Mitte.
Scheisse, irgendwas hast du falsch gemacht… U ! S ! A !

Jetzt kommt der im Muscleshirt mit der Gopro am Kapperl dran. Der verhudelt sich ein paar mal. Ha! Neben dem wirkt deine zu erwartende Leistung nicht mehr ganz so erbärmlich. Aber der hat immerhin eine Ausrede: Während dem Schiessen erklärt er seinem Millionenpublikum, was er da gerade macht und bekommt einen beutelnden Lachflash nach dem anderen, der immer den Worten „Don´t tell Mere“ folgt.

Direkt danach wechselt die Stimme des Schreihalses am Megaphon. Logisch, weil jetzt schiesst der aggressive Glatzkopf selbst. Und wie auch noch! Das schaut aus, als würden die Ziele von selbst umfallen, die gehen quasi in Deckung vor dieser Kampfnatur mit seiner fighting pistol, die diesmal ein Smith & Wesson 629 mit Donnerladungen ist.
Dieser fight ist vorüber, auch wenn er immer predigt, dass er nie endet. Naja…

Schon wieder Zeit für die Wahrheit, nichts als die Wahrheit, so wahr dir die Gun helfe. Entgegen all deiner stolzen Forenbehauptungen und geposteten Schussbilder: Du bist dran.

Jetzt darf das aber nicht so peinlich ablaufen wie beim ersten mal, gell.
Also *gong* und ab die Post! Mit deiner Shadow stanzt du deine Doubletten – die in Wahrheit kontrollierte Paare sind, weil was a ordentliche Doublettn is, beurteilst du nach europäischem Standard – in die Pappscheiben. Ein paar landen sogar im A. Zack, zurück ins Holster und her mit der Shotgun. Die Klappziele bleiben furchtlos stehen und du runst out of ammo. Kein Problem, laden kannst du gut und schnell und diesmal fallen auch die mutigsten Ziele. Ab zum AR15, das ist DEINE Disziplin! Das würde man auch merken, würdest du etwas treffen. Verdammt, wieder nix. Jetzt hast du so hart trainiert und so viel Zeit und Geld in die Verbesserung deiner Leistung investiert, damit genau DAS nicht passiert und wofür das alles? Damit deine Helden sehen, wie verkümmert das Schützendasein im Heimatland des Terminators ist.
Peinlich. Aber du bist Österreicher, also auch irgendwie wurscht.
Dass du nur auf eine Distanz üben kannst, Selbstladeflinten auf jedem Stand im 100km- Umkreis deines Wohnortes tabu sind und maximal mit 10- Schuss- Magazinen im AR im erziehergerechten slowfire- mode trainieren kannst, musst denen erst mal erklären. Aber bitte ned dem Kerl mit dem MAC- Shirt oder dem Teacher- Preacher, weil des wird anstrengend. Und der Tasmanische Teufel lacht dich eh nur aus. Dem Demobuddy im Muscleshirt wär´s sowieso wurscht. Der Kampfpoet, bei dem findest vielleicht Anklang, seine Vernunft ist gross und sein Ego klein. Vielleicht hat der ja Mitleid mit dir. Wahrscheinlicher aber ist, dass er nur anfängt den Freedom in seinem Land zu loben.
Yeah.

Naja, „dabei ist alles“, gell.

Nächster Starter ist ein ultragelassener Kerl Mitte 30 oder so, den kennst auch, aber wie sein Kanal genau heisst, weisst du jetzt auch nicht wirklich. Irgendwas mit „Elite“ war das… „Veggie- Elite“? Na, eher ned. Aber so ähnlich. Wurscht. Oder auch nicht, weil vielleicht doch Veggie… egal. Der machts ähnlich wie der Poet am Anfang, da gab’s schon bessere Zeiten. Übertroffen wird er aber nachher trotzdem vom Kampfpoeten himself, weil den packt der Ehrgeiz; Ranger vs Seal - Ranger wins! Dem Seal ist das wurscht, zu cool für competition. Hauptsach für einen guten Zweck und nicht für die CIA.

Nächster:
Jössas, wo kommt denn der da plötzlich her, den hast ja beim ersten Durchgang gar nicht bemerkt. Vielleicht weil der so unauffällig ausschaut; Flanellhemd, schiefes Lächeln, kein Muskelprotz, kein Lulatsch und definitiv kein Meal- Team 6 – Member. OHNE Bart! OHNE Kapperl! Dafür mit Helm.
Bumm, der watschelt da durch und macht eigentlich nur Babyschritte, weil mehr braucht der nicht. Der haut nämlich fast alle Ziele aus der ersten Position um. Der Typ hat entweder Glück oder einen Messingdaumen, Garandiert! Im Vorbeirennen zerballert er noch die eh schon umgefallenen Ziele komplett, sicher ist sicher. Da bekommt search & rescue gleich eine andere Bedeutung.

Wieder Pause. Diesmal ohne Essen. Zum Glück, weil die gezuckerte Fettpizzaschnitte von vorhin liegt dir noch immer im Magen. Da isser wieder, dein Geburtsfehler.
Dafür gibt’s diesmal etwas Spannendes zu sehen, denn zwei so lustige Figuren - mit Kapperl - scheinen eine kleine Diskrepanz mit dem Tasmanischen Teufel zu haben. Den Wortfetzen nach zu urteilen geht’s da um die NRA, aber auch um Alter, Körpergewicht und Hochverrat. Sehr interessant. Leider ertönt schon wieder der Gong, denn so ein celebrity death match hättest schon gerne mal live gesehen.

Also auf zum nächsten Bewerb: Advanced Marksmanship:

Da steht er nun, der freundliche Gongquäler, mit einem Smith and Wesson 27 in 4 inch, weil er hat ganz viel Revolverlove zu vergeben. Der trifft ganz gut und nach jedem Schuss lacht er laut: „Wow! What a sweety!“. Ja, manchmal kann das Leben richtig gut zu einem sein.
Der Teacher- Preacher kommt danach und der locht den Zehner mit seiner Stock- Glock 19, bei der er nur die Visierung gegen Trijikon HD´s getauscht hat. Der muss schummeln, weil du hast sowohl im Forum, als auch im Verein gelernt, dass des unmöglich ist ohne 2,5 lbs- Abzug und LPA- Sights.
Der schreiende Glatzkopf packt seinen Smith and Wesson 29 aus und ballert sechs Schuss in vier Sekunden mit Fullhouse- Ladungen mindestens in den Neuner.
Darauf folgt ein dünner Kerl Anfang 30, der auf Youtube auch gut und gern auf 50 Yards schiesst und sich nach ewig langer Suche nach der besten out oft he box pistol für eine Walther PPQ entschieden hat. Wahrscheinlich sind ihm die CQB for civillians- Drills schon auf den Senkel gegangen, aber da hast du damals selbst zum ersten mal gesehen, was bei uns nie möglich sein wird und trotzdem hast du´s genossen. Tja…
Aber des braucht man bei uns ja eh ned, mia san ja ned im Welden Westen, gell, bei uns gibt’s nur den Zielsport. E ! U !
Trotzdem bist neidig, als zwei Mexikaner antanzen, ein junger dünner und ein älterer dicker. Die ham vielleicht an Spass beinand, der Dünne kichert unentwegt und der Dicke schreit ständig "Rrready!". Treffen tut der Dünne nix, aber das findens erst recht lustig. Na gut, nach dem schaust du sicher besser aus, so ein Glück. Denn jetzt kommst auch schon du dran.

Du, mit deiner Shadow. Mit der Shadow, mit der du dank selbstgestopfter Muni den Neuner auf 25 Meter locker halten kannst und bei den heimischen Turnieren immer am Stockerl stehst, während du Witze über Mosambique- Drills und CQB vom Stapel lässt. Und nun sollst du mit Fabriksmuni auf 50 Yards schiessen. Dein Mut verlässt dich zunehmend. Du trittst an und hättest genauso mit einer Flinte und Birdshot auf die Scheibe schiessen können.
Jämmerlich.
Aber dabei sein ist alles.

Nach dir kommt noch einer dran, den kennst du gar ned; ein Asiate mit ordentlich Muskeln und einem 3,5- zölligen Smith and Wesson „357 Magnum“ in Hochglanzbrünierung. Geladen hat er good old 38spl +p, er steht auf die Historie der Waffen und da gehört das dazu. Schau- schau, jeder Schuss im Zehner. Nachher begibt er sich auf dessen Wunsch zu dem von den Bunnies umgarnten Dicken im Sportschützenleiberl und bringt ihm bei, wie das geht.

Endlich ists vorbei und hey!, bei IPSC hast du sogar den vierten Platz belegt!

Die Aftershowparty ist aber irgendwie nicht so, wie du es dir vorgestellt hast. Die quatschen alle nur in ihre Kamera und berichten über das Event. Nur du stehst deplatziert und ganz alleine da.
Zumindest eine Weile, denn dann kommt der Graubart in den Vierzigern auf dich zu. Uh, uh, jetzt endlich… „Good job man. So, how´s it feel to shoot in a free country, ha?!“ sagt er zwar nett, aber mit süffisantem Unterton zu dir.
Dieser “Patriot”… Du machst leider den Fehler und fragst ihn, ob er nicht ein ordentliches Video über die Zustände in Europa machen könnte, die Kriminalisierung der Legalwaffenbesitzer und so weiter. Immerhin hast du das gross im Freude- Thread des Waffenforums angekündigt. Dass dich das ganze Forum bald hassen und eine Hetzjagd durch sämtliche Threads auf dich starten wird, hast du ja nicht wissen können. Genauso wenig, dass der Graubart anfängt mit in Europa als Reizwort geltenden Ausdrücken um sich zu werfen, wie „…freedom… right to bear arms… defend your familiy and the republic … making America great again!“.
Oje… Hättest du das nur gewusst.

Ähnlich wars beim glatzerten Proleten, der hat zum Aufstand gegen „tyranny and government!“ aufgerufen, obwohl er eh nur einen fuck auf die dummen Europäer gibt, die sowieso alle selbst schuld sind.

Der Kerl im Muscleshirt, der hat eine grosse Reichweite und auch die richtige Art, aber der wiederum hat nur gesagt, dass dabei kein Profit für ihn rausschaut und sein Channel soll independent bleiben. Bis auf Hörbücher und Rasierapparate zumindest. Besten Dank, aber was interessiert es ihn schon, wenn er bloss noch 5.999.999 Subscriber hat.

Der kämpfende Poet hat sich breitschlagen lassen und hat´s sogar in gutem Ton rübergebracht. Leider hat er dabei von „… responsibility given by god… stopping the badguy with the necessary force… bringing hell right over him… ready to take lives…” gesprochen, sodass das wieder nicht ganz zum europäischen Gedanken passt. Darüber haben naturlich die Medien berichtet, was erdreistet sich der freche Ami da, gegen unseren Allheilbringer E ! U ! öffentlich zu lästern! Auf das hinauf musste der Gesetzgeber natürlich gleich reagieren und hat zur Sicherheit aller einen zerknitterten Gesetzesentwurf aus der Schublade geholt, der alle Magazine nun auf fünf Schuss begrenzt und die Halbautomaten ganz verbietet. E ! U ! E ! U !

Ojeoje… hättest du das nur gewusst. Was hast DU da bloss angerichtet.

Die Freedomschreier im Waffenforum nehmen dich natürlich auseinander, weil sie können eins und eins zusammenzählen, wissen also ganz genau, wo das gerade jetzt herkommt. Vormals Gun Lobby - jetzt Staatsfeind. DU BIST SCHULD! Von deinem Verein kannst dich abmelden, bzw könntest du, wenn sie dich nicht vorher mit der Fackel in der Hand rausgejagt hätten. Dass du damals, als du deine Reise in die U! S! A! angekündigt und ihnen allen von deiner baldigen Teilnahme an dem Benefizschiessen berichtet hast, von allen Seiten aufgetragen bekommen hast, die Prominenz dort gehörig einzulullen und alles nur Schützenmögliche zu unternehmen, dass wenigstens einer von denen die österreichische Wahrheit weltweit verkündet, spielt nun keine Rolle mehr. DU BIST SCHULD und weit schlimmer als ein Waffenhändler, der ständig Verschärfungen fordert. Da brauchen die Legalwaffenbesitzer keine Feinde mehr, sie haben ja dich. Verräter! Schande über dich!
Niemand interessiert sich für deine Schilderung der Dinge. Niemand interessiert sich dafür, was bei deinem Ausflug tatsächlich vorgefallen ist. Erst recht will niemand wissen, dass du während deiner ersten U! S! A!- Reise überhaupt immerzu brav und verantwortungsbewusst deinen „Auftrag“ im Kopf hattest, denn du bist ja die Gun- Lobby. Dir wird zunehmend klar, dass die Stärke einer Meinung mit dem Mangel an Wissen korreliert. Das hilft dir nur nix.

Jaja… so kanns gehen.

Wie erkennt man den Staatsfeind nun am Schießstand?
Zuerst war er fast täglich da und plötzlich nach dem Urlaub gar nicht mehr! Denn der hat die Nase gestrichen voll vom Schießsport. Der baut sich seinen eigenen Schießkeller und ist froh, dass er mit den Anderen nix mehr zu tun haben muss. Da darf er jetzt mit seiner Altbestandshadow und seinem letzten Altbestandmagazin wehmütig die sauteure Solid Copper- Muni verschiessen. Aber immerhin hat er zwei Dinge fürs Leben gelernt:

Einfach mal die Pappn halten und nicht nur die Amis denken einfach.
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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von Robiwan » Mi 5. Dez 2018, 14:39

Sooooo geil! Danke!
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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von Bell » Mi 5. Dez 2018, 21:36

Yey for that!
Get some, but: don‘t tell Mere!

Was mich grad nervt ist, dass bei denen immer wieder kommt: „I‘ll put a link in the discription“ und dann dans es ned! grrr...

Anyway... train hard, train smart! (keine Ahnung, was der immer mit der Eisenbahn hat...)

Life‘s good!

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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von cas81 » Mi 5. Dez 2018, 22:00

Bell hat geschrieben:... train hard, train smart! (keine Ahnung, was der immer mit der Eisenbahn hat...!)
Na der liest viel und steht auf die Geschichte, die von tapferen Einwanderern und deren großartigen Leistungen handelt, auf deren Grundlage sie das großartigste Land der Welt geschaffen haben!
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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von LordHelmchen » Do 6. Dez 2018, 11:50

Grandios!!!!!!!!
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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von cas81 » Mi 9. Jan 2019, 10:18

Na dann schau ma mal, ob das Christkind auch Humor verteilt hat! Diesmal wird's richtig gemein, möge verzweifeltes Haareraufen und inständiges Fluchen folgen! Beleidigungen, Beschimpfungen, Verfluchungen bitte in der comment section below! Muahaharrr!

Die Pulverdampfler

Ganz spät, erst zum Ende des Jahres 2018 war es endlich soweit: Das Christkind hat dem Volk der pulverdampf´schen Gemeinde einen Verein geschenkt. War das eine Freude… für manche… einige… wurscht… Jedenfalls haben die Damen und Herren der allseits beliebten Onlineplattform endlich einen „eigenen“ Verein. Es dauerte nicht lange, da konnte der Verein dank zahlreicher Spenden und Mitgliedsbeiträge sogar einen eigenen Schießstand finanzieren, der irgendwo im Nirgendwo gelegen ist. Spätestens jetzt war die Freude der Pulverdampfler ungebremst, bam! Und so kommt es, dass sich der starke Kern der Gemeinschaft zum ersten mal vollzählig versammelt, um den ersten pulverdampf´schen Bewerb des eigenen Vereins zu bestreiten.

Herrlich…

Allesamt und von überall her reisen sie an, die Pulverdampfler. Motiviert wie eine .338 Lapua Magnum, die nur darauf wartet, endlich verschossen zu werden; Nichts kann sie aufhalten, der pulverdampf´sche Koeffizient kratz an der Himmelsmarke und ordentlich Lärm machts auch. Yeah!

Der Schießstand ist eine Augenweide. Bisher gibt es nur eine 15m- Bahn, doch für die Pistolen- und Revolverhelden ist dies der gemeinsame Nenner; Jeder fängt mal klein an, auch die Besten, die, die es werden wollen, jene, die fest daran glauben es bereits zu sein und für die Triffnix´s dieser Bande ist es eh bereits eine Herausforderung. Super. Alle happy.
Die Boxen sind 3 satte Meter breit und das schöne Holz dieser Trennwände ist innen mit Kevlar ausgekleidet; sicher ist sicher! Das ist einem bescheidenen Seidler- Schützen nämlich ein grosses Anliegen gewesen, denn der hat ein bisserl Angst beim Schiessen, wenn er an das Loch links neben ihm in der Wand dort denkt. Und vor lauter Zittern trifft er nix, die Waffe rutscht in den schweissnassen Händen herum, das geht doch nicht!... erzählt er halt, jeder hat ne Ausrede. Die hartgesottenen Genossen der Gemeinschaft fanden das zwar blöd, weil kostenintensiv und unnötig, das Geld könnte man an anderer Stelle besser verpulvern. Besonders einer stach bei der damaligen Diskussion hervor, Fronten knallten aneinander: „Sportschützen, die verlässlichsten Menschen überhaupt, da passiert sowieso nie etwas! Ich weiss das, Risikoanalyse vs Generalverdacht! Meiner Meinung nach kann da eh nie was passieren, ich erwarte von Sportschützen den sicheren Umgang!“ prallte erbarmungslos auf „Innerhalb deiner Vereinsmauer tummeln sich vielleicht die perfekten Menschen, frei von Fehlern, dafür randvoll mit Verantwortungsbewusstsein, aber die hundertausend anderen Schützen genehmigungspflichtiger Schusswaffen, wo sind die, ha?! Wie viele Leut tummeln sich denn in den Elitevereinen, ha?!“. Die Fronten verhärteten sich zunehmends, es wurde schirch, hagelte Unterstellungen und Beleidigungen. Eben all das, was eine richtige Gemeinschaft so ausmacht. Aber jetzt ist es wie es ist, alles gut.

Und schon geht’s los. Der Vertrauensmensch aus obiger Diskussion stellt die Standaufsicht und der Angsthase steht endlich nicht- zitternd und mit trockener Hand in der Legebatterie und wartet auf das Feuer- Frei. Er weiss eh, dass er keinen Stockerlplatz erhascht, aber wir sind ja heute mit realen Namen da und nicht mit den Forennamen, also ists ihm wurscht.

Neben ihm ein Griesgram, der würdigt die Anderen keines Blickes und kaut auf einem Zahnstocher, trägt ein T- Shirt - im Winter! – mit der Aufschrift „No Wappler allowed“, steht mit einem Revolver eines hierzulande unüblichen Herstellers im Kaliber Supermagnum da und wartet genauso wie der Feigling. Aber der ist geduldiger als der Angsthase, weil der tut ned nur so, der steht wirklich darüber. Worüber? Na über allem und besonders überm Stress.

Links neben dem stählernen Mann mit der Supermagnum steht ein Bär von einem Mann, der seinen schönen 686 der 3.5.7. Magnum- Edition verhasst anschaut, weil ihm der Griff bereits beim blossen Halten fucking hell auf den Sack geht.

Auf der anderen Seite des Feiglings steht ein braves Burli, ein bisserl spießig schaut der aus, sicher Betriebswirt oder Jurist oder sowas. Aber er hat ne Knarre, die an Robocop erinnert, voll stylisch und wennst sie anschaust, fällt dir auch eine Fernsehserie mit einem Schäferhund als Alphatierchen in der Hauptrolle ein. Er bereitet sich vor, glaubt, er atmet konzentriert, in Wahrheit atmet er nur schwer. Liegt vielleicht auch an den Gummibärli, die er sich gerade reinstopft. Freundlicherweise wirft er ein paar davon zum Feigling rüber, der ist nämlich auch süchtig.

Der He- Man neben dem Gummibärlijunkie hat einem dreizölligen Smith and Wesson M13 und macht sich aber schon ein bisserl Sorgen wegen der Pressatmung seines Nachbarn, findets aber auch ein irgendwie lustig. Frohnatur halt. Er steht auf einem Brett unter dem eine kleine Kugel liegt und wankt gekonnt mit den Beinen – nur mit den Beinen! – links und rechts umher um die Balance zu halten. Du siehst aber jetzt schon, dass der Lauf immer auf den Innenzehner zeigt. Totale Selbstkontrolle. Aber was ist schöner als Selbstkontrolle? Bingo, die Kontrolle der Standaufsicht: „Hey, du! Das geht aber ned. Nimm den Sturzhelm ab und runter vom Brett, bitte. Meine letzte Risikoanalyse hat ergeben, dass die Unfallgefahr um 75% steigt, wenn jemand sowas macht“. Schade…

Neben ihm ein Kerlchen mit ganz viel Bart, auf den er so stolz ist, dass er ihn als seinem Geschlechtsorgan gleichwertig betrachtet. Der schaut sich das ganze in Ruhe an, aber innerlich kocht er und will schon wieder schimpfen. Weil es geht nix weiter, denn neben ihm wälzt sich ein halbnackter Mann mit Sonnenbrille im Schnee, der will nämlich nicht krank werden und das ist seine Medizin. Wirkt auch, glaubt ihm nur keiner. Weils keiner glauben will, denn das ist ja unangenehm. Ist dem Schneesuhler aber egal, er weiss nämlich, warum er gesundheitsmäßig sogar Chuck Norris in den Schatten stellt. Hingegen gar nicht egal ist es der Standaufsicht: „Hey, du, Freund! Bitte mach dich jetzt bereit zum Schiessen, die anderen warten schon. Meine letzte Risikoanalyse hat ergeben, dass du zwar nicht krank wirst, aber die Anderen schon, wenn sie noch länger in der Kälte stehen müssen.“

So, wen hamma da noch… ah ja, genau; links neben dem Griesgram versteckt sich ein Typ mit Seemannskapperl… oder Fliegerkapperl? Egal, jedenfalls jemand, der gerne irgendetwas steuert. Und weil ers gerne macht, muss es wohl hobbymässig sein. Der wirkt ziemlich teilnahmslos irgendwie, du glaubst, der ist echt nur zum Schiessen da und nicht um zu quatschen. Vielleicht ist ers ja gewohnt missverstanden zu werden, oder so. Egal, der blickt jedenfalls auf die Scheibe wie der Captain Silver auf das erste Land seit Wochen.

Neben ihm ein Piefke mit einem Kapperl auf dem „I am the gun lobby“ steht. Dass er Piefke ist, weisst du deshalb, weil der ständig auf die Uhr schaut. Was sollen denn auch diese Verzögerungen… diese Ösis mit ihrer Unpünktlichkeit. Der Griesgram bemerkt das natürlich sofort und grinst süffisant- freundlich zu ihm rüber. Hehe…

„ChChChCCCCHHHH…BananeChh“ … ah, ein Tiroler ist auch dabei. Einer mit Star Wars Kaputzenpulli, auf dem der Herr Kenobi abgebildet ist. Jetzt hamma also schon zwei Star Wars- Fans hier. Cool. Leider nur stinkende Dreckschleudern und keine Laserblaster. Wurscht. Der Schneewälzer steht eh mehr auf Lichtschwerter.

Und noch einer steht da, der ist grad erst reingestolpert und entschuldigt sich wegen Frau und Kindern und Abendschule. Der mitm Kapitänsmützerl fragt ihn halt einfach mal, ob jetzt Abend ist oder Vormittag. Darauf kennt die Spätlese keine passende Antwort, weil der ist sowieso ein ein wenig durcheinander weil chronisch überlastet und vielleicht sogar ein winziges bisschen freeqy. Aber eh auf eine liebe Art, keine Sorge, wie hätt er denn sonst den Waffenführerschein schaffen sollen?!

So, jetzt haben wir mal den ersten Durchgang und unsere Pulverdampfstars können sich endlich aneinander messen. Zwar nur real und deshalb inkognito – so ein Forum kann schon lustige Auswirkungen haben, gell -, aber immerhin.

Die Aufsicht will schon Feuer- Frei geben, da schreit der He- Man „I muss aufs WC!“. 20 Augen blicken erbost zu ihm. Aber er lacht nur: „War nur Spaß!“.

Grml…

Aber jetzt: „Feuer Frei!“

Donnerwetter, laut, hell, das Pulver dampft, die im Kugelfang einschlagenden Projektive verursachen einen kleinen Sandsturm.

Kaum ists vorbei, drückt sich der Angsthase die Kapseln vom Gehörschutz gegen die Löffel und schaut bös zum Griesgram rüber. Der checkt natürlich sofort, warum der so schaut und sagt trocken „Modelleisenbahnen san a a Hobby, gö“. Der mitm Kapitänsmützerl verdreht die Augen und fragt ihn, ob er auch mal anders als deppert kann. Das versteht der Griesgram jetzt aber nicht, er hat doch nur Spaß gemacht. Da mischt sich der mit dem 686 ein und schüttelt den Kopf; „God damned shit ya, vielleicht könnts das nachher klären?!“. Der mit den Gummibärli bekommt endlich wieder Luft und sagt aber trotzdem nix, schaut stattdessen genervt in die Runde. Genauso machts der Tiroler, während sich neben ihm der wieder Halbnackte erneut im Schnee zu wälzen beginnt. Der Piefke versucht zu analysieren, was hier gerade los ist und will einlenken, während die lustige Spätlese und der He- Man sich gemeinsam über das Kasperltheater abpecken. Schlussendlich landet man bei „Du Egoist, sonst muss da keiner was mit Supermagnum beweisen“ und „Du Zecke, hast beim letzten Segelturn ein bisserl Wasser gschluckt, san a paar Hirnzellen dasoffn, ned?!“ bis hin zu „Niveau is nix zum Schmieren!“ und „I muss noch immer aufs WC! Hihihi“.

Die Spätlese wünscht sich den Jedi herbei. Blöd nur, dass er ihn in Pension geschickt hat. Das Alphatierchen wird zum Gummibärlifrustfresser. Dem im Schnee ist das wurscht, den Tiroler versteht eh keiner, der mit dem 686 beschwert sich im Frust & Ärger- Thread über diesen Haufen, der Piefke schmiert überwältigt von der Unfähigkeit dieser Hansln einmal nicht zu streiten mitm Edding den Schriftzug auf seinem Kapperl durch. Der Feigling fühlt sich schuldig, weil er sich den Blick hätte sparen können, Schiessen ist nun mal laut. Der mitm Kapitänskapperl wird schon heiser, der Griesgram steht drüber, die Standaufsicht rechnet fleissig an dem wahrscheinlichsten Ausgang dieser Angelegenheit und der He- Man sieht den Lachkrampf als Training für die Bauchmuskeln und muss jetzt dann aber wirklich mal aufs WC.

Schön ists.
Wie im Forum.

Da platzt dem Bärtigen endgültig der Kragen, nachdem er sich vor lauter Wut seinen halben Bart ausgerissen hat, der schaut jetzt aus wie ein Terrorist:

„Ruuuuheee jetzt endlich!!! Ist das echt zu viel verlangt, dass ihr EINMAL euer deppertes Ego hinten anstellt und euch vertragt??!! Reißt euch endlich zusammen und geht’s verdammt noch mal nach vorne und zählts eure Scheiß- Ringe! Und damits auch ankommt: Eine Gratis- Verwarnung für jeden von euch!!!“

Stille… Schweigen…
… Gelächter vom Feigling, Kopfnicken von dem mitm 686, Augenrollen vom Griesgram, lustloses Zusammenpacken vom Gummibärlijunkie, der im Schnee hat inzwischen nen Herzinfarkt vom Mix aus Kälte und Schreck wegen Gebrüll und macht auf Ötzi, der He- Man surft wieder auf seinem kugelgelagerten Brettl und wartet erst mal ab, die Spätlese hat fast Tränen in den Augen, der Tiroler stellt sich stärkend neben den jetzt nur noch Halbbärtigen und der mit dem Kapitänsmützerl steht nur in Schockstarre da.

Nachdem sich alle wieder aufgerafft haben, marschieren sie also nach vorne und zählen ihre Ringe.

Gottseidank ists vorbei…

Schlussendlich drängen sich der Griesgram, der Halbbärtige und der mit dem Kapitänsmützerl auf dem höchsten Stockerl. Der He- Man sollt eigentlich auch noch dazu, aber der braucht halt nicht gerade wenig Platz und darum hat er sich heimlich wieder rausgeschlichen, nachdem er endlich kurz am WC war. Der Griesgram lächelt erneut und sagt freundlich zum Feigling auf dem zweithöchsten Stockerl und mit den immer noch klirrenden Löffeln, dass er sich nix draus machen soll, er lernt das Schiessen schon irgendwann noch und an den Tinnitus gewöhnt er sich schon irgendwann, sofern er ein echter Mann sein will.

Hmpf.

Auch dieser Schmäh wurde nicht verstanden und jetzt trifft aber der Ellenbogen des Halbbärtigen auf die Nase des Griesgrams. Der mit dem Kapitänsmützerl springt geschockt vom Stockerl, landet auf dem „Zweit“platzierten Angsthasen und bricht ihm dabei ein paar Rippen. Der haut reflexartig zurück, der Süchtler verschanzt sich hinterm Tisch und beginnt mit Gummibärli zu werfen – was ihm eh sogleich leid tut, schad drum -, die Standaufsicht schliesst Wetten auf den Ausgang dieser Kämpfe ab und bedient sich natürlich auch hierbei allem mathematischen Können. Der mitm 686 filmt das alles mit dem Handy, die Spätlese lacht schon wieder, der Piefke plant seine Rückwanderung, der Ötzi vereist inzwischen neben dem He- Man, der nun endlich in Ruhe und auf dem Brett balancierend den Innenzehner ausstanzt.

Und schon naht das Ende des Jahres 2019…

Den Verein gibt’s nicht mehr. Das Forum war ein paar Wochen down, nachdem die ganze negative Energie die Server kollektiv hat durchbrennen lassen. Das muss man sich ein bisserl wie in Ghostbusters vorstellen; der rosa Schleim, der von den lieben, lieben Menschen Besitz ergreift und dann fast die ganze Stadt zerstört. Aber die Sonderkonditionen bei den Waffenhändlern gibt es immerhin schon noch. Na schau, wars doch nicht ganz umsonst.

Aber was lernen wir aus nun der Geschichte?
Na das ist einfach: Das Meerschweinchen, dass sich für einen Löwen hält, verträgt sich niemals mit dem Zebra, das versucht sich im Rudel von Hoppelhäschen zu tarnen und einen Kompensator gibt’s nicht nur an der Mündung, man kann aber alles mit Humor nehmen. In anderen Worten: wer sich aufpudelt verliert, die Menschen sind nun mal verschieden, auch innerhalb einer Gemeinschaft. Ist aber eigentlich ned so schlimm, gell.

Damit ein (verspätet) frohes Neues und ein gemeinschaftliches Hoch auf Pulverdampf! Möge es weiterhin gewaltig Dampfen, sodass stets mehr zurück bleibt, als bloss Schall und Rauch!

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=lD4sxxoJGkA[/youtube]
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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von cas81 » Mi 13. Feb 2019, 11:48

Capt´n an Deck!

Unser heutiger Stargast ist ein besonders Schmuckstück der Schießsportgemeinde, der seinem Namen alle Ehre macht. Herzallerliebst und die Spitze der Schützenevolution sowieso. Dass du heute die Ehre hast, dieses Prachtexemplar live zu erleben wird dir noch bewusst werden, aber hallo.

Die Tür geht auf, ein Star kommt rein, das kann doch nur der Capt´n sein.
Selbstbewusst, erfahren und allwissend. Vom Bowling hat er sich einen Daumenwärmer zum Abzugsfingerwärmer umfunktioniert, die Irisblende ist allzeit bereit und die Feinstaubmaske fehlt natürlich auch nicht. So retrofuturistisch wie der daherkommt wartest du nur darauf, dass er sagt „Wir sind Borg“. Aber das braucht er eigentlich gar nicht, Widerstand ist auch so zwecklos und assimiliert wirst du sowieso. Alternativ wirst du hinterrücks ausgerichtet, denn er erwartet Respekt von dir, eh klar.

Und da stehst du, mitten im Geschehen, während dieser Vorzeigeleistungssportler den Stand betritt und alle Blicke auf sich zieht. Hier ist er daheim, hier kennt er sich aus - andererseits: wo nicht? Laut verhält er sich, der Captn´n: „Griass eich!!!“ schallt es durch das Walhalla der Sportschützen, während auch die stärkste Magnum kurzzeitig verstummt. Immerhin muss jeder wissen, dass er, der Captn´n, jetzt da ist. Er ist ja ned irgendwer.

Dich hingegen mustert er nur kurz und dreht sich sogleich wieder weg. Wer bistn du, ha? So ein junger ahnungsloser Besserwisser sicherlich, so wie alle Jüngeren.

Der Captn´n selbst ist gar nicht alt, er hat erst kürzlich seine satte Pension angetreten, aber du weißt ja wie das ist: Erfahrung ist alles, wirklich alles. Die Jungen von heute vertragen einfach nix mehr, wissen nix, können nix und machen sowieso alles falsch. Aber unser Captn´n steht da drüber, er belächelt dich innerlich leise und lautstark am Stammtisch. Du Mimose, Burn- Out- Generation, lachhaft! Dass er zwar zehn Faxe am Tag bekommen hat, während du hundert Mails bekommst, deren Inhalt den gesamten Firmenserver zum gigantischen Spamordner verkommen lassen, spielt für ihn keine Rolle. Diese Erfahrung hat er nämlich nicht gemacht. Dass du fast jeden Morgen mit Richtlinien zugepudert wirst, die heute schon von gestern sind und dir jegliche Luft zum Atmen nehmen, während der Captn´n seine Narrenfreiheit im wachsenden Betrieb ersessen hat, ist ihm auch wurscht. Erst recht, dass er in der wahrscheinlich besten Zeit aufgewachsen ist, die dieses Land jemals erleben durfte, nachdem seine Eltern alles wieder aufgebaut hatten, Arbeit gesucht und gefunden werden wollte und Qualität noch mehr wert war als ein Bachelor in Scheißhauswissenschaften, der aber heute bereits Voraussetzung für einen Ferialjob ist. Immerhin war früher alles besser! Zumindest solange, bis er wem erzählen kann, wie schwer er es immer hatte und wie hart das Leben war. Tja, so ist er, unser Captn´n , ein Herzerl durch und durch. Also ned falsch verstehen, er hat eh nix gegen dich, zumindest ned wirklich und vor allem nix Effektives. Du tust ihm halt leid, weil du bist wie du bist. Er nimmt dich nicht ernst, denn Erfahrung ist alles. Dass man auch ein halbes Jahrhundert etwas falsch machen kann, trifft auf ihn natürlich nicht zu. Er hat den Plan, du hast keinen Plan, er ist erfahren und du nicht, so einfach ist das. Akzeptiers und gusch, deine Meinung wird erst relevant, wenn du mehr Falten als Haare hast. Aber das ist halb so schlimm; Dein Glück, dass das in der heutigen Zeit dank Schnelllebigkeit, massig Leistungsdruck wegen irgendeinem Scheißdreck, chronischer Reizüberflutung, zwei Burnouts und einem Herzinfarkt schon vor deinem vierzigsten Geburtstag sein wird! Also nicht weinen, kleine Snowflake.

Wie auch immer, nun ist er da, der Captn´n und du hast seine imposante Erscheinung zu würdigen, indem du dich zumindest vorstellst.
Tust du aber nicht, weil du nicht weißt, wer das ist. Echt jetzt? Warum weißt du das nicht, hast du deine Hausaufgaben etwa nicht gemacht, du Jüngling? Brauchst du etwa eine App, die dir Manieren beibringt? Immerhin krachst du Jungspritzer in sein Revier. Und dabei schaust du auch noch so tacticool aus mit deim depperten Lamperl an der schirchen Plastikpuffn. Wah, was hat der Captn´n dich jetzt schon gfressen… Diese „taktischen“ Möchtegern- Rangers, furchtbar. Das ist keine Waffe, das ist ein Zielsportgerät! Muss dir der Captn´n das wirklich erst erklären? Naja, was solls, bist ja noch jung…
Schau, jetzt bekommst doch zumindest ein mitleidiges Begrüßungsnicken, immerhin. Allerdings gefolgt von „na, brauchst a Lamperl in der Mittagssonne?!“ und einem Augenzwinkern. Du lächelst nur dezent, schaust auf dein Lamperl und freust dich, dass du es hast.

Aber was unser Captn´n für Waffen dabei hat, das ist echt nicht schlecht;
Scheint ein Schlangenliebhaber zu sein, denn neben die Viper gesellt sich die Mamba und ein Colt Cobra. Ned schlecht. Dagegen schaust du mit deiner abgeranzten Gen2 aus wie ein Keyboardwarrior, der gern mal mit den Großen spielen möchte. Peinlich. Aber macht nix, bist ja noch jung.

Seine Murmeln hat der Captn´n schön ins Etui geschlichtet, selbstgeladen versteht sich, no- na. Denn er kann das und du vielleicht eines Tages auch. Wennst brav bist, bekommst du Tipps dafür und besser - das ist kein Spaß, wirklich besser für dein zukünftiges Schützendasein! - du nimmst jeden Ratschlag dankend im Verhältnis 1:3 oder größer an.

Jedenfalls rennt der Schmäh, weil der Selbstdarsteller - äh, sorry - der Captn´n hat schon wieder in der Brotdose neben den schlechten - ah, schon wieder sorry; den guten, den besten! - Scherzerln geschlafen. Keine Sorge, bald ist das Ego des Captn´n kurzzeitig sattgefressen und suhlt sich in der Armseligkeit der Anderen und du kannst endlich weiterschiessen. Nur ruhig, junger Padawan, bleib cool.

Na schau, es ist schon so weit:

Du knallst das Magazin rein und stanzt binnen zehn Sekunden neun deiner zehn Schuss auf 15 Meter in den Zehner und den einen Ausreißer in den Achter. Uiuiui… du junger Pfuscher.

„Mhm. Hallo. Bist neu hier, hm?“ ertönt die durchdringende Stimme des Capt´n direkt hinter dir.
„Äh, ja, hallo. Ich bin der Noah“.

Jetzt muss sich der Capt´n aber zammreißen, dass er ned die Augen verdreht. Bobo goes Shootingrange, oder wie?! Uff…

„Willkommen im HKSSV Pforzhausen, im Namen aller Mitglieder, N…“ *räusper*

„Ah danke, du bist also der Obmann!?“

Der Capt´n lächelt nur müde. „Nein Bua, der bin i ned. Muss i ned sein. I kenn mi a so aus und bin scho so lang dabei, i hab schon so vü gsehn, glaub ma des. Wo ma scho beim Thema san:
Wennst schießt wie ein Berserker, dann kann das nix werden. Du bist am Schiaßstand und ned auf der Flucht“

Jetzt schaust erst mal verdutzt. Was soll das heißen „das kann nix werden“? Du hast mit zehn Schuss in zehn Sekunden auf 15 Meter 98 Punkte geschossen. Mit einer Stock- Glock Gen2. Was will der jetzt vor dir? Das sagst ihm auch, nur den letzten Satz behältst für dich.

„Burli, loss da wos sogn, i mach des scho a bissl länger wie du!“. Uh, Obacht. Jetzt merkst schon, dass der Capt´n ein bisserl ungeduldig mit dir wird.

„Ja eh, ich mein, danke für den Hinweis. Ich find nur, dass 98 Punkte…“
„Huach zua, amoi sog ichs da no in aller Freundschaft: Schiaß langsamer, Punkt, aus, Ende Gelände. Wennst glaubst, du kannst auf meim Schiaßstond auf Rambo mochn, dann host di gschnittn. Mia san zivilisiert do. Krieg spün konnst onderswo. Kapisch?!“

Gut. Bitte.
Du verdaust das erst mal und begutachtest die umstehenden und süffisant grinsenden Stammtischfreunderl vom Capt´n, die selbstgerechte Package. Du bedankst dich nun zum zweiten mal und beteuerst Besserung. Insgeheim wünscht du dem Capt´n gute Besserung, aber wurscht. Der Capt´n schaut dich noch immer herausfordernd an, darum bedankst du dich erneut. Jetzt hast du dein Soll von 1:3 erfüllt und er schleicht sich endlich wieder zu seiner Bande Alteingesessener.

Nachdem die nächste Diskussionsrunde - besser: der nächste selbstherrliche Monolog - vom Capt´n endlich vorbei ist, geht’s ab in die zweite Runde: „Feuer frei!“ dröhnt es aus der aufgeblasenen Brust des Capt´n.
Du lässt dir diesmal Zeit und brauchst pro Schuss mindestens drei Sekunden. Mitgezählt? Jo, passt, also ganze dreißig Sekunden. Blöd nur, dass der Capt´n und seine Matrosen nur fünf Schuss geladen haben und warten müssen, bis du endlich fertig bist.

„Du, N… *räusper*, spü di ned. Glaubst du, dass wir alle sonst nix zu tun ham? Mia lodn fünf Schuss, du lodst fünf Schuss. Kapisch?!“
„ Ja, aber…“
„Burli, nix aber. I hob scho geschossn, do hot dei Papa di no ned amoi in dei Mama einegschossn ghobt, oiso brav sein. Kapisch?“

So, Aus:

„Nein, nix kapisch. Ich hab fünfhundert Euro bezahlt, dass ich hier schießen kann. Es gibt zehn Standboxen, wir schießen alle auf unterschiedliche Scheiben, also kanns dir herzlich wurscht sein, ob ich nach zehn Sekunden oder dreißig Sekunden fertig bin! Entweder ich warte, oder du wartest. Wir sind hier nicht beim Synchronschwimmen!“

Uh… böser Fehler, ganz böser Fehler. Jetzt hast den Capt´n nämlich wirklich verärgert. Die Package vom Capt´n schaut gebannt und wartet, was nun passiert, denn das kennens noch nicht. Noch nie hat es jemand gewagt, den Alteingesessenen zu widersprechen, in IHREM Verein, dem HKSSV Pforzhausen! Frechheit, du junger, dummer, fauler Taugenichts, Snowflake, kein Respekt vor dem Alter, typisch!
Aber der Capt´n dreht sich einfach um und sagt nichts mehr.
Auch nicht zu seiner Package.
Hmmm…

Nächste Runde:

Du hast deine zehn Schuss geladen, stanzt den ersten Schuss in den Zehner und *BOOOOOOOOOM!*

Bist du deppert, dich reissts und vor Schreck drückst gleich nochmal ab, dieser Schuss aber landet im Dreier.
*BOOOOOOOOOOOM!* Du entlädst deine abgeranzte Gen2, knallst sie schnell auf den Tisch und machst einen ordentlichen Hüpfer zurück.
*BOOOOOOOOM!* Du schaust zum Capt´n und siehst, dass der seinen S&W 460 in fünf Zoll ausgepackt hat und damit die Scheibe in Stücke fetzt. Genauso wie dein Gehör, aber das hast du arroganter Jungspund dir selbst zuzuschreiben!

„Na geh, wos is denn? Samma enpfindlich?“ grinst der Capt´n zu dir rüber. *BOOOOOOOM! BOOOOOOOOOOM!*

Zum Glück hast deine Gen2 vorne abgelegt, du stehst nämlich kurz vor einem für den Capt´n letalen Reflex. Die Matrosen lachen inzwischen laut, teils amüsiert, teils aus Mitleid, sie wissen es selbst nicht so genau, denn der Capt´n gibt das Denken üblicherweise für sie vor.

Entnervt und mit schmerzendem Ohr packst du zusammen, während der Capt´n und die anderen Geschwüre dich keines Blickes mehr würdigen. Als du zur Tür hinauswillst meint der Capt´n noch ganz am Rande „Spü di ned, Klana. Sonst werd i dem Obmann erzählen, wie du dich hier aufführst, gö“.

Hoffentlich zreißts ihm seine Supermagnum, dem Komplexler…

Du merkst dir natürlich ganz genau, wann du heute da warst und weißt damit, wann du sicher nicht mehr kommen wirst. Leider nützt dir das wenig, denn von dem Tag an glotzt dich fast jeder im HKSSV komisch an und meidet dich grundsätzlich.
Da wird doch nicht jemand am Stammtisch ein paar Gschichtln druckt haben, oder?! Geh, wo denn, der Capt´n doch nicht…

Nachdem du mit aller Gewalt versuchst dich weiterhin für den Sport zu begeistern und deshalb auf der Suche nach neuen und interessanten Themen im Forum bist, musst du leider erkennen, wie wenig du auch da ernst genommen wirst, denn du hast dich erst kürzlich angemeldet, während die alteingesessenen Platzhirsche ihren Runden drehen und außer Ausrufezeichen grundsätzlich keine Satzzeichen mögen.

Super. Schöner Sport. Lauter liabe Leit. Fünfhundert Euro für den HKSSV fürn Arsch, denn dort gehst du sicher nicht mehr hin. Am liebsten würdest zum AWN werden, aber so viel Dummheit steht dir auch wieder nicht, trotz deines niedrigen Alters. Zwickmühle. Was mach ma also? Hmmm…

Hmmm…

Hmmm… du hast ne Glock mit einem Tactical Light. Du kannst schnell schießen und triffst auch was. Du kennst jedes Video von Taran Butler und dein Lieblingsfilm ist John Wick. Ein reinrassiger Präzischütze wirst du nie werden, aber der Capt´n kann nur ultra langsam schießen und das mit all seinen Hilfsmitteln. Ergo, du bist ein Rangewarrior und der Capt´n ein Dampfplauderer. Der nächste Bewerb steht an und der lautet „Zeitschießen“. Das wäre doch die Gelegenheit es ihm heimzuzahlen. Harharrr…

Gesagt getan, hochmotiviert und voller Albträume vom Trockentraining erreichst du das Gelände des HKSSV.
Da steht er auch schon, der Capt´n. Und sieht dich. Jetzt sehen dich die zwei Dutzend anderen Mitglieder des HKSSV auch. Macht nix. Du meldest dich an. Der Bewerb startet.

Während du mit deiner 9mm kleine Löcher stanzt, setzt der Capt´n auf 45ACP Semitwadcutter, denn da ist die Chance größer, ein Ringerl gerade noch anzukratzen. Dank seiner Supersoftiehandladungen und ultragetuneten Sportpistole gibt’s auch keinen merkbar stärkeren Rückstoß oder so, alles läuft gut für den Capt´n. Er liebt es, wenn ein Plan funktioniert. Nun ist Zeit für die Auswertung.

Der Capt´n hat heiße 95 Ringerl mit seiner Zehnerserie und du - theoretisch - volle 100. Da ist ein größeres Loch in der Mitte der Scheibe und knapp darum herum sammeln sich sechs weitere kleine Löcher.
Der Capt´n sieht dein Ergebnis: „Der Jungspund da neben mir hat nur acht mal geschossen! Eh super, Loch an Loch im Innenzehner mit zwei Schuss und sechs drum herum, aber leider trotzdem nur 80 Ringerl, gö!“

Das darf jetzt nicht wahr sein… du könntest ihn erwürgen, diese alte Drecksau.

„Das stimmt nicht, ich hab zehn mal geschossen und vier davon gingen Loch an und in Loch!“

Da kommt der Platzwart und schaut sich das Ganze aus der Nähe an:
„Geh, Bua, kumm. Manchmal muss ma auch verlieren können. Schau, wir schießen schon seit Jahrzehnten und schaffen das nicht, also wirst du junger Kerl es erst recht nicht schaffen“.
„Doch das hab ich und…“
„So…“ unterbricht ihn der Platzwart, „das macht dann bitte vierzig Euro Protestgebühr“.

Das darf nicht wahr sein.

Der Capt´n schaut dich inzwischen schadenfroh an. Das Geld zahlst du natürlich nicht, darum schließt dich der HKSSV ab sofort aus. Geld zurück spielts natürlich auch nicht. Was solls, du kennst da wen, so nen Kerl im Designeranzug, dessen bester Freund Luzi heißt. Der wird das regeln, ist seine Spezialität.

Also packst du ein letztes mal dein Zeug zusammen und verlässt deinen alten neuen Verein ein für alle mal. Du schaust noch einmal in den Rückspiegel und bist letztendlich erleichtert dass du nichts mehr zu tun hast mit dem HurenKinderSchießSportVerein.

So, wie erkennt man den Capt´n nun am Stand?
…echt jetzt?!

Er erkennt dich, keine Sorge ;)
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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von Balistix » Mi 13. Feb 2019, 12:51

Wie immer messerscharf beobachtet, den Finger humoristisch dahin gelegt, wo's weh tut und die Story liest sich wie aus dem echten Leben... :lol: :clap: Ich wiederhol mich ungern, du solltest ein Buch daraus machen.
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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von powertube » Mi 13. Feb 2019, 13:25

Balistix hat geschrieben:
Mi 13. Feb 2019, 12:51
Ich wiederhol mich ungern, du solltest ein Buch daraus machen.
Mein Reden! Wobei der Lesefluss für mich als Deutscher aufgrund der manchmal verwendeten "Österreicher Mundart" teilweise kurz ins Stocken kommt. :lol:

Mal drüber nachgedacht, deine Kurzgeschichten als eBook zu veröffentlichen?

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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von cas81 » Mi 13. Feb 2019, 14:46

Nein. Die Allgemeinheit kommt eh nicht mit, LWB sind nicht so viele, nicht jeder unter ihnen lacht über alles und es steht eh hier. Dafür, dass ich vielleicht ein paar dutzend Books loswerde und es nicht mehr für jeden frei zugänglich ist, lohnt das nicht. Ist ja nur just 4 fun. Thx for reading & laughing.
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