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Schubladen und Guns & the City

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Bamburi
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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von Bamburi » Di 13. Aug 2019, 17:20

Okay, die Woche ist eh Feiertag und ab nächster Woche Urlaub, da kommt dann bestimmt was.
Balistix hat geschrieben:Bitte zurück zum Start. :mrgreen:
Habe ich vermutet hätte mir auch nicht so recht ins Bild gepasst, darum die Frage um es gleich mal auszuschließen.
cas81 hat geschrieben:PS: eine ungesunde Mischung aus dem Überlebenden und dem Theoretiker. Ein bisserl Sugadaddy ist dabei, aber nur bezüglich Revolver, 1911 und Beretta. Die Aleksa wär ich aber auch gern, vorher muss halt noch die Weltherrschaft her; Meine Freundin meint, ich red zwar bös, aber letztendlich wär ich viel zu gnädig und ich sollte lieber über ein gigantisches Säurebecken nachdenken: platzsparend und nachhaltig! Mal schauen...

Klingt gut aber auch etwas erschreckend, da schau ich fast in an Spiegel. :o. ... verwandt werden wir ja doch net sein.... :?

Also zweiter Anlauf, liege ich weit daneben wenn ich annehme, dass wenn der Jedi klingelt du einen strategisch perfekt platzierten Gunvault mit Fingerprint öffnest aus dem eine Glock19 in deine Hände fällt? Denn die Sugarbabes müssen dafür sicher nicht herhalten... Und es gibt einen Panik-Schalter, der Schaltet aber das Licht aus, nicht an.... :lol:

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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von cas81 » Di 13. Aug 2019, 17:36

Fingerprint ist unverlässlich: Öl, Blut, Schweiß, Scheiß und was man sonst noch so an den Händen hat nach einer durchzechten Nacht. Zudem abhängig von Batterie. Ich habe am anderen Ende des Zimmers ein an die Wand montiertes Safeköfferchen aus Kevlar mit analogem Zahlenschloss, das "ausreichend" voreingestellt ist. Keine Glock. Der Revolver S&W M19 in vier Zoll hat die gute alte FBI- Load im Speedloader daneben, die USP inkl Nightsights ist mit HST 147gr geladen. Mit Lamperl drauf, tacticool, eh klar. Der Panikschalter ist der Abzug der jeweiligen Waffe. Der Bronko soll sich warm anziehen, weil der schwafelt eh nur (mittlerweile).

In Wahrheit dreh ich in meiner Panik wahrscheinlich einmal zu oft am Zahlenschloss, das Handy hat keinen Akku und ich flieg auf dem Weg zum Safe über die eigenen Füße. Aber das muss ja niemand wissen und außerdem: niemand kann behaupten, ich wäre nicht bereit! :lol:
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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von cas81 » Mi 21. Aug 2019, 10:45

Der Whistleblower


Handfeuerpistole, Langfeuergewehr, kurzer Lauf, langer Lauf, Kompensator, Mündungsbremse, Mündungsfeuerdämpfer, Schalldämper, Knalldämpfer, Schallmodulator, Kimme, Korn, Zielfernrohr, Rotpunktvisier, Magazine, Ladehilfe, Einbein, Zweibein, Dreibein und noch unendlich viel mehr;

Genau das hat er alles und zwar hoch zwei, drei, vier und nochmal mehr, unser scheinbar fröhlich- dauerpfeifender Geselle, unser Whistleblower. Und weil unser Whistleblower Luft und Lüfte nach oben gerne nutzt, investiert er auch viel und noch mehr Zeit ins Tuning aka „Optimierung“ seiner liebsten Präzisionsgeräte. Genaueres dazu an späterer Stelle; übe dich in Geduld!

A pro pos, wer aufgepasst hat, wird sich bei den bisher genutzten Termini vielleicht etwas wundern. Der Whistleblower pfeift nämlich auf eure ach so korrekten Fachbegriffe. Ihm kommt es vielmehr auf die objektive Richtigkeit an. Spätestens jetzt müsste es euch dämmern; unser Whistleblower hat keine Waffen, das ist was für Proleten, Aluhutträger und den Fußpilz der Rechtsordnung, nämlich Strafverteidiger. Unser Whistleblower hingegen setzt auf sportliche Betätigung. Jetzt mag vielleicht einer von euch denken, dass das Schießen eigentlich kein richtiger Sport ist, gell. Ok, IPSC und andere Bewegungssportarten mit schießenden Sportgeräten vielleicht schon, aber Präzi? Echt jetzt?

Wennst dem Whistleblower das sagst, dann hat er natürlich eine passende Antwort parat:
„Na was ist denn Sport überhaupt? Körperliche Ertüchtigung zum Zwecke der Gesundheitssteigerung und oder - erhaltung und oder der Förderung des sozialen Miteinanders und oder der Freude“.

Hmmm…
Nach dieser Definition gibt’s aber auch den Hooligansport, oder?! Das fördert auch das soziale Miteinander, wenn auch passiv durch ein asoziales Gegeneinander. Die Freude kommt auch noch hinzu, wenn auch gegebenenfalls in dezent pathologischer Weise. Aber es ist ja eine „und - oder“- Definition, gell, also ist scheinbar sinnfreies Gegeneinander und dadurch passiv auch Miteinander- In -Die- Goschn- Hauen ein Sport per Definition!

Echt jetzt?

Tja, du, verehrter Leser, irrst gewaltig. Das sind nämlich rechtswidrige Angriffe, weil eine derartige Einwilligung ist sittenwidrig. Upsi. Jetzt schaust blöd, gell. Aber ist das wirklich so? Kommt drauf an, aber kürzen wir es lieber ab;
Versuche gar nicht erst, mit dem Whistleblower zu diskutieren, er hat recht, denn er hat Recht studiert. Und jetzt sitzt er auf einem Landesgericht und fickt genau solche Klugscheisser wie dich, Tag für Tag und er hat eine Riesenfreude dabei. Kapisch?! So, und genauso sicher, wie er sich bei seiner Arbeit und während seiner Argumentation mit Halbaffen wie dir ist, ist er es auch bezüglich dem SchießSPORT. Ja, er ist Sportler und zwar Leistungssportler! Außerdem ist er im Sternzeichen Skorpion, seine Lieblingsband die Scorpions und sein Lieblingsfilm der Scorpion King. "Erfolg" ist sein zweiter Vorname. Sowieso.

Gut, dass wir das endlich geklärt haben. Alles ned ganz unwichtig. Aber ihr merkt schon, ein wenig von sich selbst überzeugt ist er schon, unser Whistleblower, gell?!

Jedenfalls ist heute ein guter Tag zum Schießen. Es ist leicht windig. Keine Sturmböen natürlich, denn er will ja auch etwas treffen. Aber weil er besonders gerne unter widrigen Bedingungen schießt, also ebensolche, wo der gewöhnliche Präzisionsschütze schon wieder heimfährt, weil seine Lulluladung bei drei Stundenkilometern Seitenwind schon ins Aus fliegt, schießt er auch erst alles von 300 Winmag aufwärts. Und heute ist unser Whistleblower auch noch besonders begeistert unterwegs, denn er hat seiner Achttausendeurobüchse in 338 Lapua endlich den Feinschliff verpasst: Zweibein aus Carbon, bester Komp aller Komps, Swarovskiglasl oben drauf und die neue SPORT(!)- Abzugsgruppe.

Großartig! Es kann los gehen!

Ausgepackt und aufgestellt, das Ziel in dreihundert Meter. Der Wind peitscht ihm freudig tanzend um die Ohren und der Schießstand ist fast leer. Nur noch zwei harte Hunde trotzen dem ihnen gegenüber scheinbar feindlich gesinnten Wetter. Das waren sicher die vermaledeiten Grünen mit ihrer Wettermaschine, die sie von irgendeiner verschissenen NGO gebaut bekommen haben, um die globale Entwaffnung zu forcieren! Diese Wich… Jössas, tschuldgung. Wieder zurück zum Thema, ist ja kein Plauderthread hier, see you in Frust & Ärger 59.0;

Also, da isser nun, ready zum Leistungssporteln.

Er legt an, der Finger ist nicht bloß lang, sondern die ganze Hand umschließt in beschützender Anmutung den gesamten Abzugsbereich. Den Zeigefinger der anderen Hand tunkt er in ein kleines Schälchen mit Wasser, das er mitgenommen hat. Weil abschlecken ist beim Hantieren mit Blei nicht so super. „ Aha, der Wind bewegt sich mit exakt fünfunddreißig Stundenkilometer aus dem Nordwesten“. Also richtet er sein Langfeuergewehr in 338 Lapua Magnum gekonnt aus.


Die beiden harten Hunde, die sich vom Wetter noch nicht vertreiben ließen, schauen dem Whistleblower inzwischen gespannt zu. Weil ein bissl ein Spektakel ist der Typ halt schon. Wie er da mit seinem fetten SUV vorfährt, sich ned amal vorgestellt hat, die High- Endknarre im Bonzenkaliber auspackt, seinen drahtigen Finger in ein Schälchen steckt, das ausschaut, als wärs von Villeroy & Boch und dann ewig ummananderscheißt, bis er vielleicht dann doch endlich mal den Abzug betätigt.

Schnarch.

Aber da könnens lange warten, die Genossen. Und ihr auch. Weil unser Whistelblower betätigt seinen neuen Abzug sicher nicht. Darum hat er ihn ja extra eingebaut.
:think:
Ja, genau, richtig gelesen; er hat einen neuen Abzug eingebaut, damit er ihn NICHT betätigen muss!
Jetzt bist verwirrt, gell?!
Aufgepasst:

Der Whistleblower und die Natur werden eins, er fühlt den Wind, hochkonzentriert und dennoch gelassen starrt er durch das Swarovskiglasl. Die den Abzug beschützende Hand entfernt sich langsam, gaaaanz laaaangsam, gääähn, riiiiiiieeeeeeeechtig laaaaaaaaangsam von ihrer Position und…

*BooooooOOOOooOOOommMMM*

Die beiden harten Hunde denken jetzt gar nicht mehr daran mit ihren Spektiven nachzusehen, ob er überhaupt getroffen hat. Stattdessen schauen sie sich ungläubig gegenseitig an und stürzen sogleich bestürzt zum Whistleblower, der mit seiner Hand bereits wieder den Abzugsbereich verdeckt und auch schon repetiert hat.

„Neeeiiiin, waaarte…“ schreien sie durch den mäßigen Wind. „Des Gwehr is ned sicher, entlodn, entlodn, ENTLODN!“

Unser Whistleblower verdreht die Augen: „Nein, nein, alles ok, keine Sorge“

„Wos haßt ollas ok?!“ Ganz entrüstet und mit der Situation völlig überfordert tänzeln die beiden harten Hunde hinter dem Whistleblower herum.

„Na passts auf“:

Gleiche Szene wie vorher. Der Wind pfeift dezent in perfektionierter Harmonie mit dem Whistleblower. Er entfernt die Hand, die den Abzugsbereich zunächst komplett verdeckt gaaaaanz laaaaagnsam und…

*BooooooOOOOooOOOommMMM*

Jetzt stehen die beiden harten Hunde aber kurz vorm Herzkasperl. Wobei einer von denen schaut eh scho aus wie nachm dritten Schlagl. Aber gut, Sportschütze halt, wissts eh, nur Freaks und Gemeingefährliche, getarnte Waffennarren halt. Gottseidank haben die Grünen ihre Wettermaschine. Wurscht, zurück zum Thema;

„Na heast! Des Ding schiaßt von allanich!“

Da grinst der Whistleblower nur frech und sagt „Tut es nicht. Ein Sport ohne mechanische Einwirkung von aussen ist undenkbar, es muss sich ja immerhin etwas bewegen, nicht?! Immerhin ist es Sport , also körperliche Ertüchtigung zum Zwecke der Gesundheitssteigerung und oder - erhaltung und oder der Förderung des sozialen Miteinanders und oder der Freude“

„Wos is? Eh Wurscht. Heast, spinnst?! Des Ding schießt von allanich! Des muss dir jo auffallen!?!?!“

Der Whistleblower verdreht in seiner leistungssportlichen Überlegenheit wieder die Augen. „Schauts her, Burschen. Da unten spielt die Musik, bei meiner rechten Hand“

Nochmal die gleiche Szene wie beide Male zuvor: Der Wind pfeift dezent mit dem Whistleblower. Er entfernt die Hand, die den Abzugsbereich zunächst komplett verdeckt gaaaaanz laaaaagnsam und

*BooooooOOOOooOOOommMMM*

Die beiden harten Hunde sind fertig mit der Welt. Aber der Whistleblower hat für jede Situation die passenden Worte und eine Beruhigung der Situation wird sich gleich einstellen:

„Um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen, darf die mechanische Einwirkung von aussen ein gewisses Maß nicht überschreiten. Sport ist vorwiegend Konzentration und eiserner Wille, die körperliche Komponente ist lediglich der Weg zum Ziel.“

Die beiden harten Hunde, mittlerweile so groß wie Chihuawas, starren ihn nur entgeistert und verständnislos an.

„Burschen, bitte: Meine neue Abzugsgruppe hat ein Abzugsgewicht von wenigen Milligramm. Der Wind tut das Übrige“ ;)

Völlig überfordert, total fassungslos, regelrecht panisch stammeln die beiden harten Hunde durcheinander und bringen kein sinnstiftendes Wort mehr hervor. Irgendwas von "Verantwortung" und "Verlässlichkeit" und andere Wortfetzen dringen zwar dezent aus ihren Mündern, aber nicht bis zum Whistleblower vor. Der Whistleblower holt die Scheibe rein, darauf finden sich ausschließlich aneinandergekuschelte Löcher im Innenzehner. Gleich ein mehrfacher Erfolg! Früher war er nicht ganz so gut, wie denn auch, wenn er in einer für einen Richter physisch auspowernder Weise leistungssporteln musste. Aber jetzt… jetzt endlich kann er seine Überlegenheit allen zeigen, Denkpower trumps Muskelpower, hier trennt sich der wahre Könner vom Schützenproletariat. Überhaupt, diese Selbstvertreidigungsbegründung gehört sowieso endlich abgeschafft, denn wie bereits gesagt, er ist Leistungssportler und ned irgendein Aluhutprolo. Naja, vielleicht geht er eh in den Nationalrat, da kann er dann erfolgreich etwas bewirken.

Jetzt aber ist er erst mal sehr zufrieden. Und zufrieden mit seinem leistungssportlichen Erfolg, packt er wieder zusammen und lässt die beiden Chihuawas fassungslos stehen. Das Sportgerät wird sorgfältig im Kofferraum verstaut, die paar Hülsen hat er wieder mitgenommen und damit dem HAUSRECHT!!! des gewöhnlichen Obmanns getrotzt. Nicht mit ihm!!!

Zurück in seinem SUV dreht er das Radio an.
Jetzt hört er erstmals zum Pfeifen auf und freudig lauscht er den Klängen seiner Bose- Boxen.
Es läuft:
The Wind of Change.
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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von cas81 » Di 27. Aug 2019, 13:46

Der Peacemaker

Der Peacemaker hat seinen Namen eigentlich nur halb verdient. Denn grundsätzlich ist er ein ruhiger Mensch, der lieber im Hintergrund bleibt. Aber wenn man ihn reizt, dann versteht er es, sich zu wehren. Effektiv, gnadenlos und vor allem: gerecht. Aber dann herrscht wirklich Frieden!

Heute ist das große IPSC- Match. Endlich. Oder auch nicht. Schwierig. Weil der Peacemaker absolviert zwar gerne Matches und misst sich mit den Schlechteren - und das sind sie alle - aber die Leut gehen ihm halt so auf den Sack. Lästig, wie sie da herumstehen und herumeiern, groß ihr Wissen und Nicht- Wissen herausposaunen, extra laut lachen, damit auch der allerletzte Teilnehmer und Anwohner mitbekommt, dass es ihnen nicht an Selbstbewusstsein mangelt.

Oida, wenn er jetzt schon daran denken muss, wie wird das dann erst vor Ort? Uiui… das wird ein „Spaß“.

Und schon kommt er an, im fremden Verein, der das diesjährige Event ausrichtet.
Hurra. Kein Parkplatz. Was sonst. Wie´s da alle deppert stehen mit ihren Rostlauben und Pimpkarren, fürchterlich! Kreuz und quer, Hauptsach no irgendwie einequetscht mitm SUV in die Lücke, die grad amal für an Smart reichen würd. Trottln. Lauter Trottln! Na gut, wurscht, mach mas den Trottln halt gleich und stellen uns einfach quer vor einen Jaguar. Der Zugehörige Bonzenbeidl wird eh einer der letzten sein, die das Areal verlassen, weil Wichtigmachen dauert halt, eh klar. Wird scho passen.

Mhm…

So, einmal umme, dann auffe, dann fire und letztendlich zuwe zur Anmeldung.

„Morgen“ brummt der Peacemaker mit einem eh nicht ganz unfreundlichen Gesicht.
Der ausgfressene Unsympath am anderen Ende der Anmeldung schaut ihn nur genervt an:
„Na, wos is? Soi i darrotn werst bist?“
Die Augen des Peacemakers werden eine Spur kleiner, sein nicht ganz so unfreundliches Gesicht wird ein Spürchen unfreundlicher. Wortlos schiebt er die eh schon längst auf den Tresen gelegte Waffenbesitzkarte noch näher zum Torwächter hin.
„Na bitte, warum ned glei?!“ schnautzt der schirche Fresssack zurück und verdreht dabei die Augen.

Ruhig, gaaaanz ruhig, lieber Peacemaker. Ist eh halb so wild, immerhin hat er ja bereits vorher gewusst, dass überall da, wo Menschen sind, auch Trottln sind. Alles verläuft planmäßig.

So, endlich drin. Komisch ist es da. Ned schön, ned schirch, aber sehr „naturbelassen“. Zumindest wenn man davon ausgeht, dass da eine Atombombe hochgegangen wäre: Man kommt von oben und schaut in einen Grube, in der das Match ausgerichtet wird. Eine Kolosseum aus Erde, ein richtiger Kessel ist das. Die haben es mit dem Kugelfang wohl wirklich ernst genommen. Da muss man aufpassen, dass man nicht wegrutscht, heast, so steil geht der Erdwall nach unten. Na gut, wird wohl a bisserl heiß da unten, aber was macht man nicht alles für eine weitere Liste. Und Sicherheit geht vor. Passt eh. Alles planmäßig.

Wies alle umanandertun mit ihrem „Gear“ oder wie man das heutzutage halt nennt. Die Safetyzone wird zum gigantischen Review, jeder preist das „Beste vom Besten“ an und erklärt jedem der es nicht hören will, wie super sein neues Siebenhunderteuro- Rig ist. Der Peacemaker denkt sich nur, für siebenhundert Euro geht er lieber mit seiner Gemahlin gut Essen während eines kleinen Wochenendtrips. Und wenn er Single wär, dann würd der Wochenendtrip einem Wochenendtripper von der billigsten Edelnutte weichen, selbst da hätt er mehr davon. Hauptsach nicht für ein bissl Plastik und Nylon sieben Hunderter aussehauen. Aber eh wurscht, weil der Peacemaker hat noch immer sein mittlerweile leicht ranziges weil zwanzig Jahre altes Rig, das damals zweitausend Schilling gekostet hat. Ein bissl gute Pflege und zweckgemäßer Gebrauch und schon geht das. Jaja, liebe Freunde der Schnell- und Kurzlebigkeit, Wegwerf- und FAGG- Generation: so geht’s auch! Der Peacemaker kennt nämlich etwas, das die allermeisten von euch längst vergessen haben: Zufriedenheit. Und so gesellt er sich nun zufrieden in die Mitte dieser marktschreienden Runde. Kennt ihn eh keiner. Wird keiner was von ihm wollen. Alles verläuft planmäßig.

Mhm…

„D ´Ehre! Wos hostn do im Taschl, hm?“ erdreistet sich der erste Schütze den Peacemaker zu fragen. Uff.
„Eine Pistole. Zum Schießen“ antwortet unser Peacemaker.
„MuahaBwahahaharrr“ grunzt der schirche Hund und lässt dabei seinen schwitzenden Gössermuskel unterm IPSC- Leiberl ordentlich wackeln. Während der Peacemaker sein Frühstück mit aller Kraft drinbehält, gibt der lästige Grindpatzn natürlich keine Ruh:
„Jo, haha, *aufstoss*, der woa guad. Na echt, wos hostn do?“
Uff.
„Eine CZ Shadow“.
„Aha, a anser oder zwarer?“
„Anser“
„Warrrum?“
„Warum nicht?“
„No wö de Zwarer neicher is“
„Und?“
„Na supa Ergomonanie und Räl und so“
„Und?“
„Hä?“
„Wos hä?“
„Na warrrum host donn de Oide?“
„Weil mir die Einser Shadow völlig reicht. Ich bin zufrieden damit“
„Aha. Najo, jo, eh, supa, i man jo nur“
„Danke für den Hinweis“

Jetzt wird der Peacemaker schon ein wenig ungeduldiger. Aber er nimmt sich fest vor, sich weiterhin zu bemühen; Bloß nicht auffallen!
„Do, schau, des is mei…“
„Geh kumm, schleich di“
Ups.

Der Peacemaker schaut auf die Uhr, es ist erst zehn. Vor einer halben Stunde war er sich anmelden. Wie lange es heute wohl dauert, bis endlich drankommt… Sind halt schon viele Trottln da…
Uff.

Es ist nun dreizehn Uhr. Nichts hat sich bisher getan. Der Peacemaker bekommt Hunger. Er schreitet zum Buffet. Ordentlich belädt er seinen Teller, aber nicht zu viel, er muss wendig bleiben. Endlich ein bisserl Brokkoli auf der Gabel und…
„Räääämuuuund!!!!!“ tönt es hinterm Tresen hervor.

Auweh. Das ist der Nachname vom Peacemaker. Also eigentlich Reymund, aber bei den Hinterweltlern dort ist er eh schon verwundert, dass die überhaupt lesen können.

„Ja, bitte?“
„No wos is? Da Ränschoffisser hot grod ogruafn. Host das onders überlegt? Du bist dronn, heast! Olle wortn auf di, wos soi des, sowos Unspuatlichs, heast!!!“
Mhm…
Wäre auch zu schön gewesen. Zuerst ewig warten, während ein beachtlicher Brocken Lebensenergie diversen Vermeidungsstrategien gnadenlos zum Opfer fällt, dann endlich ein Happen in Reichweite und dann sowas. Eh klar!
„Ok, leg mir das bitte zurück, ich esse später auf“
„Wird oba koid gö!“
„Das bezweifle ich“

Also gut, ab die Post. Der Peacemaker betritt die Stage und haut in Rekordzeit die Ziele um. Nur Double- Aplhas und fast doppelt so schnell wie die Anderen. Weil wenn der Peacemaker Hunger hat, dann kennt er kein Pardon. Und darum hat er jetzt hat wieder Zeit und kann endlich essen gehen, bis zur nächsten Stage dauerts sowieso wieder.

Der Peacemaker betritt nicht bloß die Kantine; er erscheint. Alle Augen auf ihn gerichtet.

„Servus. Mein Teller bitte“
„Wos wüßt?“
„Mein zurückgelegtes Essen“
Die Augen vom Peacemaker sind mittlerweile funkelnde Schlitze.
„Do, Buffet, fuffzehn Euro“ hält der Chubba hinterm Tresen die Hand auf, genau wie vorher schon.
„Ich habe bereits bezahlt, gerade vor einer viertel Stunde!“
„Jo, des konn a jeder sogn!“
„Aber nicht ein Jeder gibt dir einen bereits mit Brokkoli aufgetürmten Teller in die Hand und bittet dich, ihn kurz aufzubewahren. Gib mir meinen Brokkoli, jetzt!!!“
„Ah, jo, eh. Stimmt. Najo, mia san ka Pfandhaus, heast. Söbst schuid, wennst des so schlecht einplanst. Dei Essn is weg, hoi da wos neichs.“

Ok, ok…. Cool. Bleib cool, lieber Peacemaker. Mit einem Blutdruck von 200 - diastolisch! - ab zum Buffet, schon wieder hundert Trottln vor ihm, eh klar. Das verläuft jetzt nicht mehr ganz so planmäßig. Aber irgendwann ist er auch er an der Reihe und…
wo is der Brokkoli? Wo ist der Scheiß- Brokkoli??? Des gibt’s ned, des derf ned wahr sein…

„Tschuldigung, habts ihr noch an Brokkoli?“
„Wos wüßt? Brokkli gibt bei uns kan mehr. Geh zum Zoo & Co und frog duatn!“

Der Peacemaker kocht. Hätt er doch nur ein rohes Stück Brokkoli in der Hand, das würd er jetzt gerade garen. Die Meute um den „Wirten“ herum lacht lauthals. Das muss man sich ein bissl vorstellen wie die Minions, nur in schirch, dumm und fetzendeppert. Und dann noch schircher, noch dümmer, noch depperter,…

Der Peacemaker gönnt sich in seiner grenzenlosen Not ein Stück zähen Knödel mit einer Fettsauce, die in diesem Verein wohl als „Saft“ durchgehen soll. Bist du gelähmt, du rührt sich seine chronische Gastritis gleich wieder, aber der Peacemaker ist vorbereitet; ein Schluckerl Iberogast und alles wird gut. Ist ja nicht das erstem mal und Mahl, das ihm was auf den Magen schlägt, ned.

Fünfzehn Uhr. Inzwischen hat der Peacemaker schon acht andere „interessierte“ Schützen erfolgreich abgewimmelt. Jetzt ist er das Oaschloch vom heutigen Match. Ist ihm aber wurscht, weil eh alles Trottln. So, endlich zweiter Durchgang.

Wie der rote Blitz rennt er da durch und mäht alle Ziele gekonnt um. Wieder nur Double- Alphas. Nächster und letzter Durchgang um siebzehn Uhr detto. Bisher liegt der Peacemaker so weit vorne, der kann gar nicht mehr eingeholt werden. Er überlegt, ob er nicht schon gehen soll und sich die Liste nachher einfach ausm Internet runterladen soll. Klingt gut, macht er auch.

Bzw würd er gern;

Wo ist sein Auto? Er weiß es genau, da stand sein Auto! Genau da, vor dem Jaguar!

Diastole 220, ab in die Kantine: „Entschuldigung bitte… mein Auto ist weg, Weiß irgend jemand….“
„Najo, hättst di hoit ned so deppat hingstöt!“ folgt der linguistisch hochwertige Volley. „Homma oschleppn lossen“.

Diastole: nicht messbar.

„Moment, nur damit ich das versteh: Mein Auto steht genauso gschissn da, wie viele andere Autos. Weil ihr es nicht schaffts, bei der Ausschreibung für das Match dazuzuschreiben, dass Parkplätze rar sind. Alle anderen Autos, die genauso gschissen oder noch gschissener dastehen, als meines, stehen nach wie vor da. Der Jaguar, den ich zuparken hab müssen, steht auch noch da, der hat also ned rausmüssen. Keiner sagt ein Wort, aber übern Lautsprecher wird ma mit Radio Energy gequält. Wer hat warum mein Auto abschleppen lassen?“

Da kommt die Schwitzqualle hinterm Tresen hervor, im Schlepptau seine Vereinsmeier- Package, quasi seine verlängerten Tentakel: „Huach zu, Deppata; wenn da wos ned passt, dann beschwer di bei der Leitung, oba geh mia ned am Oasch“.

Bumm. Der Peacemaker spürt das Schlagl, dass gerade nahe des Frontallappens dezent anklopft. Aber er ist ein aufrechter Kerl und sich seiner Überlegenheit – in jeder Hinsicht! – bewusst. Außerdem ist er kein Oaschloch, weshalb er keine Kleineren verprügelt. Und mit „Kleineren“ mein ich alle Anderen. In jeder Hinsicht. Also stampft er erbost zur Matchleitung. Diese Abscheulichkeit lehnt süffisant da und erwartet ihn scheinbar schon. Mhm, da funktioniert der Informationsfluss dann plötzlich, aber ein Kennzeichen ausrufen, das ist dann schon wieder zu viel, gell?!

Der Peacemaker stellt sich vor die Leitung und fragt nicht mehr ganz so freundlich nach seinem Auto. Die Abscheulichkeit im IPSC- Leiberl , stinkend nach Leberkas und Bier - alkoholfrei, eh klar, hundert pro, schon seit der gestrigen Treibjagd - tritt selbsbewusst aber einen Kopf niedriger vor ihn hin:

„Loss da des a Lehr sein. Wonnst in an fremdn Verein kummst, wo sunst nua Mitglieda unterwegs san, dann reiß di beim näxtn moi zsomm, du Wiaschtl“.

Oh…. Oje…. Ojeoje…

„Soll das heißen, ihr habts mein Auto extra abschleppen lassen, ohne dass es irgendwen gestört hat?! Seids äs völlig deppert? Wos seids ihr für Menschen???“

Jetzt grinst die Abscheulichkeit frech, als hätt er nur drauf gewartet: „Do schau her. Protest?! Des mocht an Fuffzger. Protestgebühr“ und hält die Hand auf.

Jetzt reichts dem Peacemaker, er kriegt an Zuckaus, beschimpft und beflegelt die Abortindikation im IPSC- Leiberl aufs Übelste, physisch hält er sich selbst mit aller Gewalt zurück. Die restlichen Vereinsgrindlinge schauen schon gespannt und süffisant grinsend durch die Gegend. Die grausliche Matchleitung lächelt nun deutlich und schreit:
„disqualified!“
Tosender Applaus rund um die Szenerie.

Aus.

Der Peacemaker schmiedet sogleich einen Notfallplan, der Gerechtigkeit wegen. Dieser Plan erfordert es, dass er bis zur Siegerehrung anwesend bleibt. Gedacht – Getan:

Es ist soweit, der eigentlich Zweitplatzierte wird Erster und so weiter. Die trottelige Freude macht sich breit, wie sie da in ihrem Kessel schwitzend auf den Podestchen stehen und Fotos für ihre rudimentär gestaltete Homepage voller Rechtschreibfehler schießen. Ein schöner Anblick, wie alle Vereinsmitglieder unwissentlich darauf warten, was nun gleich geschehen wird... und geschehen muss!

Der Peacemaker spitzt seine findigen männlich- spröden Lippen und lässt einen Pfeifer los, da wär sogar der Whistleblower neidisch. Gekonnt balanciert er dabei auf dem schmalen Erdwall und passt auf, dass er eh nicht hinunterrutscht. Das Getöse von unten weicht nun kollektivem Schweigen. „Wea woar des, wos ist do los?“ wird die eisige Stille durch einen Zwischenruf durchbrochen.

Und da sehen sie es:
Einen gigantischen Schatten, der sich dank der nahe dem Erdwall stehenden Laterne schwerfällig über den gesamten Kessel legt. Es ist der Schatten des Peacemakers. Ebenfalls erkennen sie den mindestens genauso großen Schatten, den der Peacemaker mit seinem monströsen Brunzrüssel wirft, den er seinem Nebenzweck entsprechend dazu nutzt, um seine unfassbar große und prall gefüllte Blase zu entleeren. Panisch schreien die Vereinsmeier durcheinander, ihr unausweichliches Schicksal nicht annhemen wollend rennen sie wie die aufgescheuchten Hendln im Kreis, bevor die gewaltige Mure sie für immer begräbt.

Der Peacemaker genießt dieses Spektakel mit einem höchst zufriedenen Grinsen. Ja, er kennt so etwas wie Zufriedenheit noch, das hatten wir schon, gell. Mit dem zunehmend erhellenden Mondlicht im Rücken macht er sich gemütlich auf den Heimweg. Es sind nur zehn Kilometer. Zeit für einen schönen Abendspaziergang nach einem höchst zufriedenstellenden Tag: Die Gerechtigkeit hat wieder einmal gesiegt.
Peace out!
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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von hmg382 » Di 27. Aug 2019, 14:41

Ich weiß nicht, wie das Emoji für "veritabler, anhaltender Lachkrampf" geht, aber den hab ich grad.

Super, wie immer. :twisted:
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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von cas81 » Mi 18. Sep 2019, 13:35

Einfach Supi


Ufftata, Auwehauweh, Ojemminne! Was´n da schon wieder los, eine Menschenschlange vor dem Waffengeschäft. Was wollen die denn bloß alle da? Naja, dir ists wurscht, weil du willst ja nix vor dem Waffengeschäft, sondern etwas von drinnen, ned?! Also gehst rein und freust dich, dass du gerade noch rechtzeitig einen freien Platz am Schießstand bekommen hast. Weil weisst eh, seit dem Waffenboom vor ein paar Jahren ist das nicht mehr so selbstverständlich. Aber egal, alles gut, du marschierst freudig hinein.

Kapitel 1: Widerstand:

„Servas!“ zwitschert dein zartes Stimmchen voller Vorfreude.

Die Augen vom Verkäufer hinter der Budl werden groß: „Oh, Grüß Sie, Herr X. Oje, ich hab leider a schlechte Nachricht für Sie: der Stand is doch schon voll. Tut uns leid“.

Uns? Wer ist „uns“? Majestätsplural, oder wie? War ja klar, das was dazwischenkommt. Desorganisiertes Tandlerpack, mei, was hast du diese Gieralde gfressen. Der Grant kreult schon wieder in Richtung Großmaul, aber du beherrscht dich. Als disziplinierter Sportschütze kannst du das nämlich, eh klar.

„Entschuldigung? Ich hab doch vor einer halben Stunde extra angerufen und da hieß es, dass noch ALLE Stände frei wären!?“
„Naja, Herr X, das müssen bitte verstehen. Wir haben da eigentlich keine Wahl gehabt. Sie sehen eh die Schlange da draußen vor dem Geschäft?“
„Jo. Und?“
„Naja, ausnahmsweise mal keine AWN- Demonstranten. Die sind da wegen der Kundschaft, die gleich eintrifft.“

Jetzt überlegst aber kurz. Wegen dir?
Jo, genau…

Der Verkäufer schildert dir, dass man der Prominenz nicht absagen kann, gell, denn es gibt Gleiche und Gleichere.

„Mhm. Supi. Und wer san die Herrschaften, wenn i fragen darf? Ich mein, die Leut da draußen scheinens ja auch zu wissen, kann ja kein Geheimnis sein, oder?!“
„Nun, Herr X, es handelt sich um die Avengers. Da kann man ned „nein“ sagen, wenn die trainieren wollen, gell. Außerdem habens einen Multi- Partnerblock, Vorausleistung, Sie verstehen, gell.“

Oooooiiiidaaaa… schon wieder diese Unterhosenüberzieher, Wichtigtuer, Alles- Demolierer. Was hast du die erst gfressen, das kann man gar nicht in Worte fassen. Wo´st hinschaust Zeitungsartikel, Poster, Merchandise, immer und überall diese Wilden, gehyped und von jedem Vollidioten geliebt, diese primitiven Rampensäue. Widerlich! Nein, das kannst nicht auf dir sitzen lassen, nicht wegen DENEN!

„ICH WILL JETZT WIE VEREINBART SCHIEßEN! Mir ist wurscht, wer die sind. Ich bin a ned irgendwer, oder glaubens wirklich, dass jemand „X“ heißt? Das ist ein Künstlername! Und jetzt gebens mir einen Stand, wie vereinbart! Soll sich das Superpack einen Stand teilen, mir egal!“

Das ist jetzt ziemlich unwahrscheinlich, dass du gegen die Avengers eine Chance hast gell. Aber du kannst ziemlich überzeugend sein und der Tandler – wie Tandler halt so sind – überlegt schon, dass er mit den Multi- Partnerkarten eh nur Verluste macht und sein Hausrecht gestaltet er ja auch selber und das Hausrecht gilt IMMER!

„Naja, Herr X, weil Sie es sind“


Kapitel 2: Here comes the fun:

Endlich geschafft, endlich drin. Die Edel- 1911 ausgepackt, ein paar dicke fette Hummeln aus Blei bereitgelegt und es kann losgehen. Daneben das AR15 in 9mm. Ganz alleine bist du gerade, nur die Standaufsicht ist noch da. Wahrscheinlich haben die Superhirnis noch gschwind irgendwas „Wichtiges“ – was sonst?! – erledigen müssen. Die Welt retten oder irgend so einen Scheiß halt. Als obs da was zu retten gäbe. Sollen lieber die Gretel zum Mond schießen und Festplatten wiederherstellen, halt irgendwas Sinnvolles machen. Mei, was hast du diese Supertrottln gfressen….

Und da sind sie schon, auweh.

Als erstes kommt so ein Kapuzenheini herein, mit Pfeil und Bogen. Hält sich für Robin Hood, verwöhntes, reiches Burli. Wäh.
Hinter ihm dackelt ein Kerl in einem Metallanzug hinterher, mit jedem Schritt bricht der eine Fliese. Detto reiches Burli, der das Gros seiner Arbeit von einem Computerprogramm erledigen lässt. Mhm, das Windows- Konzept halt, auch nix Neues.
Hinter ihm ein dünner Typ in rot, alles rot, nur rot, da bekommst ja Augenkrebs davon! Der wirkt immer ein bisserl nervös, der vibriert sogar richtig.
Danach betritt ein – oh, ah! – ganz normaler Typ den Raum. Fad. Aber wurscht, wird schon auch so ein Wichtigtuer sein, gehört ja scheinbar dazu.
Zuletzt wackelt so Kerl mit Blindenstock herein. Den braucht er zwar nicht, er weiß es, du weißt es, alle wissen es. Und trotzdem spielt er immer wieder diese Mitleidsmasche. Teuflisch.
Und das wars auch „schon“.

Jetzt überlegst aber; Sechs Stände und mit dir sechs Typen. Wo ist das Problem bitte, ist eh Platz für alle da?! Naja, Tandler halt… Wär er gscheit, wärs ka Tandler gwordn, ned. Eher Detektiv oder so, aber ned so ein Stümper, sondern a richtiger. Kommst eh mit?

Und es geht los, der Typ mit Kapuze und Pfeil & Bogen zieht schon aus dem Köcher und…
„Stoooop!“

Green Arrow dreht sich um und steht seinem neuen Erzfeind gegenüber; Die Standaufsicht.
„Heast, des ist a Feuerwaffenstand, ka Bogenschießanlage“ keppelt der kleine Blade, der will nämlich auch wichtig sein.
Green Arrow verdreht die Augen: „Geh bitte, da ballern die Leut mit Magnum drauf und ich darf nicht mit ein paar Pfeilen…“
„Na, derfst ned!“ Sehr zur Unfreude vom Daredevil trillert die Standaufsicht auch noch volle Pulle in seine umgehängte Pfeife, der hätt a Schiri werden sollen! „Und du bist raus!“.

Hm… das freut dich jetzt aber schon ein bisserl. Einer weniger. Haha. Vollpfosten.

Inzwischen hat der Flash seine Glock 21 in .45 ACP geladen. Ach ja, der Flash… dem kannst nicht mal du wirklich böse sein, obwohl er letztendlich doch den Avengers beigetreten ist. Wärst du eine Großmutter, würdest ihn nur knuddeln wollen, so herzig ist der Kerl. Aber rot. Und rot ist schlecht. Da wird dir jeder Stier recht geben. Also woll ma den Flash trotzdem nicht, gell. Außerdem schaut das blöd aus, wenn so ein rotes Strichmaxl ein Kaliber lädt, das denselben Durchmesser wie sein Oberschenkel hat. Peinlich. Aber nun fällt der erste Schuss, der Flash hat abgedrückt. Und jetzt wartet er. Und er wartet und wartet und wartet… gäääähn. Na gut, das ist ihm zu fad, er legt das Glöckchen ab, rennt noch schnell aufs Klo, dann fällt ihm ein, dass er daheim das Licht im Bad anlassen hat, also schnell dorthin und abdrehen, am Rückweg noch schnell einen Cheesburger vom Mäci mitgehen lassen, vertilgt, nochmals aufs Klo (diesmal groß) und schon steht er wieder vor seiner abgelegten Pistole. Juhu, der Verschluss hat sich schon einen drittel Millimeter bewegt und vorne sieht er schon die ersten Funken rauskommen! Trotzdem fad, hätt er doch nur eine Glock in 357SIG gekauft, dann müsste er nur halb so lange warten!

Du stanzt inzwischen in deine Zehner und freust dich über dein neues Bärchen.
Na schau, ist ja gar ned so schlimm mit den Avengers. Die Superpfosten stören eh nicht.

Aber dir fällt auf, dass der Daredevil nur still dasteht. Gestützt auf seinen „Blindenstock“, er regt sich keinen Millimeter. Das interessiert dich jetzt. Also gehst hin und fragst ihn, ob er nicht auch schießen will.
„Waaaas? Du musst lauter sprechen!“ plärrt der teuflische Idealistenanwalt dir entgegen.
Das findest jetzt aber lustig; die Superkraft vom Daredevil ist gleichzeitig seine größte Schwäche. Haha, wie geil. Kein Wunder, dass der ned schießen will, wegen der Kumulation warats, gell. Tja, zu blöd, dass der Vertrag, den er beim Bruce unterschrieben hat, ihn zum Schießtraining verdonnert. Weil dem Bruce ist Arbeitnehmerschutz nämlich völlig wurscht. Nur geraucht werden darf nicht im HQ!

Der Flash ist inzwischen längst wieder heimgelaufen und hält ein Mittagsschläfchen. Er wird schon rechtzeitig wieder aufwachen und zurück sein, bis das Projektil den Lauf verlässt. Merkt eh keiner.

Der Iron Man hat währenddessen die dritte Glock versehentlich in seiner Hand zerquetscht. Das wird heute nix mehr, auweh.

Der Normalo, den du gar nicht kennst, ist der einzige von denen, der schon ein paar Schuss auf der Scheibe hat.

Und schon geht die Trillerpfeife wieder los, der Daredevil zuckt zusammen; „Sichahääääät“ schreit die Standaufsicht. „Trefferaufnahme!“.

Du marschierst nach vorne und bist höchst zufrieden mit deiner Leistung. Ist halt schon ein Premiumgerät dein Bärchen, da weiß man sofort, wofür man zahlt. Ist wie beim AR15 von Schmeisser, gell. So ein Glück, dass du auch damit hervorragende Gruppen geschossen hast. Der Kompensator hat dem Daredevil zwar nicht so getaugt, aber bitte, die insgesamt zehn Schuss in drei Minuten wird der schon aushalten.

Plötzlich merkst du, dass du gemeinsam mit dem normalen Kerl alleine vorne stehst. Du drehst dich um und die Anderen kauern in einer Ecke und tuscheln aufgeregt durcheinander. Du schaust auf die Scheibe vom normalen Kerl und die Treffer sind allesamt NICHT im Schwarzen. Der Normale atmet schwer, schnaubt schon richtig. Du gehst hin, gutgläubig und hilfsbereit, bist ja ein Sportschütze:
„He, so schlimm ist das ja gar nicht. Ärgere dich doch nicht“

Kapitel 3: Oh- Oh!:

Der Normalo dreht sich zu dir und plötzlich ist er gar nicht mehr so normal. Die Augen leuchten grün und ein bisserl größer wirkt er auch. Oje. Oh nein. Ojemmine! Nichts wie raus dort!

Zu spät;
Die Kleidung reißt auf und übrig bleibt nur ein kurzes Hoserl, die grüne Haut kommt zum Vorschein, ein dröhnender Schrei flutet den schalldichten Raum. So ist das halt, wenn der Hulk sich ärgert. Jetzt wird dir auch schlagartig klar, weshalb es für sechs Leute auf sechs Ständen schnell mal zu eng werden hätt können. Wenn das hinten passiert wär… nicht auszudenken.

Die restliche Superbande ist sich endlich einig geworden: Sie müssen eingreifen:

Der Daredevil sprintet wagemutig wie er nun mal ist los und *zack* ein ordentlicher Piekser mit dem Blindenstock ins Auge vom Hulk. Das tut sogar dem weh. Ob das gescheit war? Naja… auch schon wurscht. Der Ironman düst los, rammt den Grünen – den Hulk hasst du übrigens gleich doppelt – und schleudert ihn gegen den Kugelfang, der sogleich zerbirst. Fuck! So ein Glück, dass der Flash längst wieder da ist und seinen einzigen Schuss endlich in den Zehner gehalten hat. Der saust nach vorne zu den Trümmern des ehemaligen Kugelfangs und umschwirrt den Hulk mit zigfacher Lichtgeschwindigkeit, schleudert einen Blitz auf ihn. Das wirkt sofort und der Hulk liegt bewusstlos am Boden. Links und rechts qualmt alles, die Rauchschwaden stehen unbeeindruckt statisch in der Luft. Ob das mit dem Blitz eine gute Idee war? Naja… auch schon egal. Lass ma´s qualmen...
Und du…


Kapitel 4: Alles Supi

… Du stehts inmitten einem Berg aus Trümmern. Diese Superdeppen würdigen dich keines Blickes. Eh klar. Egozentrische Egomanenpartie, widerlich! Aber hey; deine Scheibe hat überlebt und hängt noch da, als wäre nix gewesen.
Na schau, gar ned so schlimm mit den Avengers. Um den Stand ists halt echt schade. Diese elendige Package...

Du schnappst die Scheibe und verlässt möglichst flott die Schießruine. Dem draußen wartenden und deshalb angfressenen Green Arrow wünscht noch einen schönen Tag und ab nach Hause. Alles gut. Passt schon. Nicht dein Problem, suchst dir halt einen anderen Stand als den in Gemeinersdorf.
Alles Supi. Und die Superidioten können dich mal kreuzweise. Da sieht man, wie die wirklich sind, gell?! Hauptsach auf dem armen Legalwaffenbesitzer wird immer herumgetrampelt und bei jeder Gelegenheit zieht die Kommission einen "neuen" Entwurf für eine "Lösung" aus einer Schublade. Mhm. Zum Ärgern, bis´d grün - äh, schwarz! - wirst. Und wehe ein Sportschütze schaut einmal kurz schief, schon stehts in den Leitmedien! Auwehauweh... Aber gut, kann man nix machen.


Am nächsten Morgen schlägst du die Zeitung auf. Du willst wissen, wie sich die Superoaschlecha da rauswinden. Und schon springt dich des Rätsels Lösung an, ein hervorragend recherchierter Artikel eines echten Qualitätsblattes:
Qualitätsblatt hat geschrieben:„Waffennarr: Schütze mit Sturmgewehr verursacht durch Schnellfeuer Vollbrand in der Schießanlage Gemeinersdorf“
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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von Joewood » Do 19. Sep 2019, 16:28

Das hat bisserl was von "the Boys" ;)

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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von cas81 » Do 19. Sep 2019, 19:18

Jetzt hab ich mir doch glatt zwei Folgen davon angesehen. Geil. Ich wusste zwar, dass es um Superhelden geht, aber mehr auch nicht. Die Idee kam mir beim Flash, weil der immer so plötzlich verschwindet und zwar ohne Überschallknall, während alles um ihn herum durch die Luft gewirbelt wird :think: Für mich nur eine Frage der Zeit, bis er jemanden "umrennt". Und dann die erste Folge The Boys :lol: Aber meine Helden sind ja eh lieb, nur ein bisschen chaotisch... wie die Minions. Dass ich nichts von einer Serie wusste, in der der Stadtkarli und Simon Pegg mitspielen; SKANDAL! Warum sagt mir das keiner?!
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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von Joewood » Fr 20. Sep 2019, 00:50

ich hab primär wegen dem beschriebenen Ereigenis und der anschließenden Berichterstattung daran denken müssen...

Schau dir die Serie fertig an - ist derweil eh nur eine Staffel - aber sooooo herrlich böse - bis zum bitteren Ende.

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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von Balistix » Mo 7. Okt 2019, 19:20

Heute einmal kein Kakao, durch den wir jemanden am Ohrwaschl schleifen, sondern eine Anekdote aus der U6:

Schlaftrunken stehe ich im Wagen am Weg zur Arbeit und schau ins Narrenkastl. Da fällt mir neben der Tür so nebenbei ein stattlicher, gut gekleideter Herr auf. Etwa Mitte 50, muskulös, braun gebrannt, akkurat geschnittenes, mit Pomade frisiertes, grau meliertes Haar. Am Körper einen perfekt sitzenden marineblauen Anzug und ein strahlend weißes Hemd, den obersten Knopf lässig geöffnet. Ich denk mir noch "wow, der versprüht aber mächtig Eau de Success" und wollte mich schon wieder Pulverdampf am Handy zuwenden, als mein Blick in Richtung seines Gürtels wandert. Und dann musste ich zweimal blinzeln: auf 13 und 14 Uhr winden sich zwei olivgrüne Schlaufen um seinen Gürtel und verschwinden zwischen Hemd und Hose. Mein Blick bleibt kurz daran hängen und wandert dann zu seinem Gesicht.

Er dürfte mitbekommen haben, dass ich ihn musterte, weil er zuerst kurz auf seinen Hosenbund und dann direkt in meine Augen sieht. Ich dürfte einen wissenden Blick aufgesetzt haben, denn seine Augen waren plötzlich weit aufgerissen. In diesem Moment fuhr der Zug in meine Station ein und ich musste aussteigen. Schade, ich hätte den Rest seiner Reaktion gerne mitverfolgt. Immerhin schaffte ich es noch, ihm beim Aussteigen kurz zuzuzwinkern - er dürfte an diesem Tag aber sicherlich keinen Kaffee mehr gebraucht haben, um wach zu werden.

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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von cas81 » Mo 7. Okt 2019, 19:38

Schaust ihm auf die Gürtelregion...
Zwinkerst ihm zu...

Nein, der braucht wirklich keinen Kaffee mehr. Eher einen Doppler ;)

@Joewood: Homelander ist ein Saubeidl. Der sollt mal auf den Bronko treffen, täte ihm ned schlecht.
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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von Balistix » Di 8. Okt 2019, 07:42

cas81 hat geschrieben:
Mo 7. Okt 2019, 19:38
Schaust ihm auf die Gürtelregion...
Zwinkerst ihm zu...

Nein, der braucht wirklich keinen Kaffee mehr. Eher einen Doppler ;)

@Joewood: Homelander ist ein Saubeidl. Der sollt mal auf den Bronko treffen, täte ihm ned schlecht.
Du bist ja nur neidisch, weil der Einzige, der dir lüsterne Blicke zuwirft, du selbst bist... morgens im Badezimmerspiegel. :whistle:
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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von Joewood » Di 8. Okt 2019, 15:46

cas81 hat geschrieben:
Mo 7. Okt 2019, 19:38
@Joewood: Homelander ist ein Saubeidl. Der sollt mal auf den Bronko treffen, täte ihm ned schlecht.
Ohhh jaaa... das kannst laut sagen... :evil:
Bist durch? Hoffe sehr auf eine 2. Staffel.
Frage ist, sich genug Leute auskennen, wenn der Bronko auf den Homelander trifft... Stoff für ne Story wäre es allemal ;)

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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von cas81 » Mi 9. Okt 2019, 09:45

Balistix hat geschrieben:
Di 8. Okt 2019, 07:42
Du bist ja nur neidisch, weil der Einzige, der dir lüsterne Blicke zuwirft, du selbst bist... morgens im Badezimmerspiegel. :whistle:
LEG DICH NICHT MIT MIR AN!
->

Herr Beau

Wien. Wir schreiben den siebenten Oktober. Ort des Geschehens: Geisterbahn U6. Zeit: Acht Uhr Dreißig. Herr Beau hat heute frei. Und trotzdem fährt er freiwillig mit der U- Bahn. Dafür muss schon ein ordentlicher Wille in einem schlummern und nunmehr nahezu gewaltsam versuchen auszubrechen, gell. Herr Beau hat diesen Willen. Zwar nicht eisern, dafür aber stainless. So wie sein Smith and Wesson 66 in drei Zoll. Den hat er übrigens gerade dabei, so wie fast jeden Tag. Denn Herr Beau hat einen Waffenpass aus der guten alten Zeit. Und weil der Straßenverkehr in den Augen unseres Herrn Beau lediglich der Ablenkung wertvoller Gedanken dient - und damit meint er die mentale Vorbereitung auf seinen Schießstandbesuch - fährt er lieber mit der U- Bahn. Da kann er sich nämlich in Ruhe sammeln, das Prozedere seines Trainingsplans durchdenken und in Ruhe sein Frühstückskipferl essen - Herr Beau scheißt auf unsinnige Verbote – und gemütlich zum Ziel seines heutigen Highlights gelangen. Und darum fährt er heute erstmals mit der guten, alten Stadtbahn, anstatt sich dem vermeidbaren Überlebenstraining auf den Straßen Wiens hinzugeben. Hauptsache stressfrei.

Hehe…

Da spürt er es schon, wie es kitzelt im Nacken. Brrrr… schauderhaft. Irgendwer starrt ihn an. Das spürt der Herr Beau, der ist nämlich kein abgestumpfter Smombie. Nein, der Herr Beau ging schon als Kind mit seinen Freunden lieber in den Hof zum Kicken und zwar zu jener Zeit, die man sich ausmachte, ob gesund oder leicht kränklich, völlig egal, Hauptsache raus und leben, die Semmel mit Extra und Gurkerl im Rucksack, dazu eine Capri Sonne. Und ned vorm Internet dahinvegetierend und verfallend, den Dreifachbeefburger mit Fünffachzwiebeln zwischen den jugendlichen Schmalzlippen und vollgetränst von oben bis unten mit undefinierbarem Gatsch aka Sauce - tschuldigung: „Sosse“, zuletzt Genannte wollen ja auch mitkommen. Nana, der Herr Beau wusste damals wie man lebt und er hat es bis heute nicht vergessen. Und so nimmt er auch seine Umgebung wahr. Darum schaut er auf die Straße bevor er sie überquert, zuerst nach links, dann nach rechts, dann wieder links. Selbst dann, wenn er sich auf einem Schutzweg befindet! Und weil der Herr Beau so aufmerksam ist, sieht er sein Umfeld nicht bloß; er spürt es! Und was er da jetzt gerade spürt, das bereitet ihm Unbehagen.

Herr Beau dreht sich um. Und da sieht er ihn. Wie er ihn tatsächlich anstarrt;
Ein Bild von einem Mann, leider von Deix, die Goschen dezent verschmiert mit den Sosseresten des Frühstücksdreifachbeefburgers mit Fünffachzwiebeln, die Coladose fest umklammernd, die Nasenhaare sprießen aus den Ohrwaschln, Augengläser so dick wie der Dreck unter seinen Fingernägeln und ein sichtbarer Duft von Forget to wash & Go. The next Generation!

Nicht so unser Herr Beau. Also, damits euch auskennts; unser Herr Beau heißt eigentlich gar nicht wirklich Herr Beau. Den nenn ma jetzt halt einfach mal so, weil er ausschaut wie ein Adonis; Gut frisiert, ein Hauch von Haargel spiegelt sich in seinem weisen - nicht weißen! - dezent grau melierten Haar, vorzüglich gekleidet; gepflegte Lederschuhe, Sportsakko, weißes Hemd in der perfekt sitzenden Jeans, edler Gürtel… Gürtel… der Gürtel…

Jo, und genau da liegt Problem Nummer zwei; der „Gürtel“:
Der Klumpen, der ihn so anstarrt, starrt ned wirklich unseren Herrn Beau als Ganzes an. Leider nein. Er starrt vielmehr auf den Gürtel. Und überhaupt auf diese Region. Also ned nur auf den Gürtel. Hosenbund & Co, alles dabei. Oweh. Und als der Herr Beau überlegt, ob das jetzt schon eine Notwehrsituation darstellt, erkennt der Drecksspatz, dass der Herr Beau weiß, dass er angestarrt wird. Die Blicke treffen sich. Blankes Entsetzen in den Augen des Herrn Beau, die pure Freude in den Quetschaugen der Deixkarikatur. Und dann passiert es: Der Klumpen steht auf, stellt sich neben unseren Herrn Beau zum Ausgang und lächelt dezent. Bis hierher schon schlimm genug, gell. Aber Mr. Widerlich setzt natürlich noch eins drauf… und zwinkert ihm zu.

Oje.
Jetzt bekommt der Herr Beau aber irgendwie Panik. Zu lange war er abgeschottet von diesem Teil der Realität, Porsche machts möglich! Aber bitte, verstehts den Herrn Beau ned falsch, gell. Der leidet nicht unter mittelalterlicher Denke oder so. Der hat nur ein irrsinniges Problem damit, dass er scheinbar auf gerade so einen Grindpatzen eine derartige Wirkung hat und dass sowas überhaupt existiert und das auch noch in der lebenswertesten Stadt der Welt! Also nix mit gogo beau´schem Homoalarm, alles gut, alles besser! Herr Beau will jedenfalls weg, schnell, Übelkeit steigt schon auf, der visuell- olfaktorische Reiz sorgt verlässlich dafür. Doch als unser feiner Herr abposchen möchte, rennt er gleich mal gegen einen nicht ganz so feinen Herren mit zwar lückenhaftem, dafür aber pechschwarzem Vollbart. Der reißt die Augen auf und scheint den Herrn Beau zu tadeln, mit den sorgfältig gewählten und ortsüblichen Worten „Üllaäülla Özrrrrr Fhjülläha!“. Panisch driftet Herr Beau in die andere Richtung, wo er gegen eine hochschwangere Frau mit vier weiteren Kindern an jeder Hand kracht. Auch sie hat ein Statement abzugeben „Mhrsba, Ollu ol Aschloccchh!“. Ein Wiener Original in Wiener Tracht, also Springerstiefel und Bomberheidl, schaut sich das an und wird schon unruhig „Heast, wonnst in mei Richtung foist, donn spü ma Küss den Rondstaa gö!“ und zuzelt dabei an seinem Frühstücksbier.

Oje, wohin nur, das ist ja hier wie in einer Thunfischdose!!! Kein Ausweg, doch wart, dort, da ist sie, die Rettung, der Ausgang, die Tür, nichts wie hin!

Hehe…

… da isser ja wieder, unser zwinkernder Freund. Jetzt ist Herr Beau davon überzeugt, dass er sich in einer Notwehrsituation befindet. Doch als revolveraffines Kerlchen, das er nun mal ist, hat er halt nur sechs Schuss und der Feind ist scheinbar überall!

Aus.
Soviel zu „stressfrei“.
Und so kommt es, dass seine Gedanken nunmehr um diese bisher letzten Eindrücke kreisen. Sein Trainingsplan, seine mentale Vorbereitung; fürn Arsch!

Aber wurscht… Herr Beau ist ein Stehaufmännchen. Show must go on.

Endlich da! Nichts wie raus! Und schnell weg von dem zwinkernden, genetischen Blindgänger. Ab zum Schießstand. Da wird der Herr Beau zur Beruhigung gleich mal ein paar ordentliche 357er verballern müssen und zwar auf a Mannscheibe. Da werdens zwar wieder die Nase rümpfen, die Lodenjockel und Zielsportler, aber wenn er mit denen reden würd, dann würd ers ihnen erklären und sie würdens verstehen. Und wenn nicht, dann schisse Herr Beau auch darauf. Ihr merkt schon, Herr Beau ist unantastbar. Überlegen, von Natur aus. Weiß er. Und Andere wissens auch. Zurecht. Wir wären alle gern wie Herr Beau!

Angekommen, „Grüß Gott, einmal 357 Magnum bitte“ und ab nach hinten zur Schießbox. Cool, niemand da, er ganz alleine. Gogo Mannscheibe, gogo emergency reload und…

*TippTipp auf die Schulter*
Kr´zefix, was is, wer stört?

Da isser wieder.
Nix mehr mit allein am Schießstand.
Der beau´sche Albtraum holt ihn ein. Diesmal mit frischen Sosseresten auf dem Pulli, den er scheinbar dem Cobain Kurti ausm Grab gefladert hat.
„Hallo. Höhö.“

Die Pupillen vom Herrn Beau weiten sich, ein Tropferl Sekundärharn landet in der Versaceboxer, der Mund wird trocken, die Hände werden schweißig und die Nackenhaare stehen steif wie ein Dreitagebart.
„Ha… Hallo“

„Höhö. Ich hab dich grad in da Ubahn gsehn, gell. Is da eh aufgfalln, gell?“
„Äh… Nnnneein?“
„Aso, ich hab glaubt, wir ham uns nonverbal verstandn“ und zwinkert dem Herrn Beau schon wieder dabei zu. „Naja, ich hab halt gsehn, dasst…“

Und weg!
Herr Beau rennt vom Stand, aus dem Geschäft, über die Strasse, springt in die zufällig gerade in der Station stehende Bim und will nur noch heim. Die Munition hat er liegen lassen, wurscht, zwanzig Euro san nix für ihn und die Waffe…
Herr Beau sieht sich um, die Bim ist ganz ruhig, bleibt stehen, die Leute still und alle starren ihn an. Diesmal weiß er sofort, dass es nicht seiner Schönheit geschuldet ist. Er blickt nach unten und da sieht er seinen 66er in seiner Hand.

„Nein! Nein! Keine Angst…“ schreit Herr Beau, „ich will Ihnen nichts tun! Bitte…“ wendet er sich an den Fahrer „…fahren sie los! SCHNEEEELL!“. Der Bimfahrer tut ebendies und mit der immensen Kraft des Oberleitungstroms tuckelt die Strassenbahn endlich los. Herr Beau ist beruhigt.

Leider bleibt er auch ruhig. Zu ruhig. Wie er da am Boden liegt. In seinem eigenen Blut. Mitten auf den Gehsteig, drei Stationen weiter. Denn ein achtsamer Bürger hat das Spektakel natürlich gesehen und der Polizei gemeldet. Als der Herr Beau ausgestiegen ist und in seinem Wahn den schönen 66er noch immer in der Hand gehalten hat, haben die neuen AUG´s der Polizei ihren Dienst getan. Tja, shit happens.

_______________________________________________

Wien, wir schreiben noch immer den siebenten Oktober. Ort des Geschehens: Internet. Zeit: Neunzehn Uhr Zwanzig. Das Deixmodell ist mit Wixen fertig und hat den dritten Dreifachbeefburger intus. Ab in sein Lieblingsforum. Dort verfasst er folgenden Text:
Deixmodell hat geschrieben:Heute einmal kein Kakao, durch den wir jemanden am Ohrwaschl schleifen, sondern eine Anekdote aus der U6:...
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Re: Schubladen und Guns & the City

Beitrag von Joewood » Mi 9. Okt 2019, 14:53

Muahahahahaha... So geil!!! Danke für die Story - Tag gerettet. Wurscht, wenn mich die Kollegen wegen meiner Kicherei anschauen, als wäre ich nicht ganz dicht :tipphead: :lol: :lol: :lol: :lol:

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