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Lovex SO20, Arma Force 115gr

Pulver, Hülsen, Geschosse, Zündhütchen, Ausrüstung - Alles zum Thema "Wiederladen".
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Lovex SO20, Arma Force 115gr

Beitrag von endex » Mi 14. Apr 2021, 10:04

Hallo liebe Gemeinde!
Ich versuche mich so kurz wie möglich zu halten und arbeite meine Punkte mal ab:
1) Vielen Dank für 5 Jahre des spannenden Mitlesens, vielen Dank für Anregungen, Tipps und Tricks, Lehrreiche Diskussionen und auch für viel Humor. Vielen Dank für genügend angelesenes Wissen durch euch das ich mich endlich durch euer geteiltes Wissen getraut habe mit dem Wiederladen anzufangen.

2) Zu mir: Über 40, Steirabua, kleines Kind zuhause, Frau die auch schießt. (ca 2000x9mm, 500x223 im Jahr beide zusammen – wird jetzt sicher mehr)

3) Anforderungen ans Wiederladen: in 20Sek. muss alles (in der Wohnung) im Kasten Kindersicher versperrbar sein falls was passiert oder Nachbarskinder zu Besuch kommen. Hab ich mit einem Ikea Schrank, einem Vorhängeschloß und der Lee Turret press zusammengebracht.(und natürlich einem eigenen Lagerplatz für Pulver und Zündis separat) An dieser Stelle NOCHMAL DANKE für alle Tipps die ich mitlesen durfte.(Geöffnete Packungen beschriften, alles sauber und getrennt aufbewahren, Hülsen Markieren, Ladeleitern mitschreiben, korrekte und sichere Arbeitsabläufe, alles immer in Originalverpackung lassen, Pulverfüller beschriften damit man nix verwechselt, alles mit Farbigen Isolierband nach Kaliber markieren, Umgang mit der Präzisonswaage, Bleiftift mitnehmen beim Ladeleiter testen zur Kontrolle ob ein Projektil im Lauf steckt…..wenn man aufmerksam mitliest kann man echt 100000 Tipps mitnehmen von euch)

4) Grund Wiederladen: Ehrgeiz um 40% weniger Geld meine eigene Munition zu bauen. Ich finds einfach klasse zu verstehen wie genau es zum Bumm kommt. Und ich freu mich bei jedem eigenen Bumm mindestens doppelt so viel weil ICH selber MEINE EIGENE Munitionsfabrik bin. Und ich hab im letzen Monat soviel geschossen wie im letzten halben Jahr, aber ums gleiche Geld (also eigentlich nix gespart aber viel mehr Bumm…also doch gespart…..so…irgendwie….)

5) Anforderungen Insgesamt:
a. Sicherheit beim Wiederladen. Die Turret press ist so schön einfach und es wird immer eine Patrone komplett fertig geladen. Das heisst alle 20 Sekunden kann ich den Kasten zusperren und weggehen falls Papa gebraucht wird. Das klappt schonmal, und ich kann wieder weitermachen ohne zu vergessen wo ich stehengeblieben bin da ja immer eine einzige Patrone fertig gemacht wird.
b. Die 10 auf 10m halten. Wie auch immer ich das auf einmal zusammenbringe, mit meiner Glock 19x und der Selbermuni klappt das auf einmal, und auch wenn andere viel besser sind, MICH freuts unheimlich. Sogar die 8 bis 10 auf 15m sind drin.
Zur Erklärung: Ich mag Glocks und fahre einen Fiat. Ist wohl eine Mischung aus Patriotismus und fehlendem Geld. :at1:

Soviel also zu Danksagung und über mich. Nach exakt 1000 Selbergeladenen Patronen bin ich soweit das ich mich mit meinen Fragen an euch wende.





Ich hab mit 9mm angefangen zu üben (357 und 223 folgen)
Glock19x
OAL 28,3
Arma Force 115gr 356 verkupferte Geschosse
Lovex SO20 4,5 gr
Zündi S&B 4,4SP
Factory Crimp 1/3
Hülsen: Von mir 1x abgeschossene S&B (nicht von Omaha Beach aufgeklaubt)

Ab dieser Ladung hat die Glock ohne Hemmungen funktioniert (bis 4,4gr war alle 10 Schuss mal was),
Treffer schön beieinander. Alles gut, ABER: Hülsen einseitig stark verschmaucht. (Auch für Glock und Fiat Besitzer nicht tragbar, auch wenns der Ultraschallreiniger wieder Blitzeblank kriegt)
Mehr oder weniger Factory Crimp hat nix geändert, auch ganz weglassen nicht.
OAL 28,2 bis 28,5 nix geändert
Ladeleiter 4,5 bis 5,2, je mehr drin desto sauberer wurden sie, aber immer wieder eine dreckige dabei. Interessanterweise mit 5 gr am gefühlt saubersten (nur leicht verschmaucht)
An sich wär ich ja zufrieden, hab aber Sorge das das zuviel Ladung ist, weil laut LOVEX Tabelle bin ich hier bei derselben Ladung von 115gr FMJ aber statt 29,7 OAL bei FMJ hab ich nur 28,3 OAL....ob das nicht schon zusammenpresst? Laut mitlesen bei euch sollts ok sein.
Also mit leicht verschmaucht, 11,6 Cent pro Schuss und 4cm Streukreis (Stehend frei 10m) wär ich so super glücklich. Hab nur Sorge das 5gr zuviel sind.

Noch zur Info: Ich wollte unbedingt die Slowenischen Arma Force probieren. Versand und Bestellung super, die Projektile schön Verpackt, hab auch Nach Testmurmeln in FMJ und 123 gefragt und je 10 bekommen. Nachdem bei 123gr und FMJ NULL Unterschied war bin ich bei den 115 geblieben.
Lovex SO20 krieg ich günstig und die Lee Auto Disk kommt super Krümelfrei damit zurecht (auf 100 Schuss liegen 4 Krümel auf der Arbeitsplatte, alle 20 Schuss Testwiegen auf 0,05gr genau)

Dank eurer Tipps hab ich wohl aufs richtige Material gesetzt und muss nix 2mal kaufen (DANKE),
ich will auch nix daran ändern wenn ich nicht muss, ich hab die Presse mittlerweile echt lieb....0 Probleme bei 1000 Patronen sind ok.
Ich hoffe nur jetzt mal das 5gr bei 28,3 nicht zuviel sind?

Entschuldigt für viel Text, ich wollte aber nicht einfach einen 2 Zeiler schreiben :naughty: (San des zfü Grein, wos moants es?) nachdem ich schon so lange mitlese und mich erstmal vorstellen.

Ach ja, ich bin der Markus
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Re: Lovex SO20, Arma Force 115gr

Beitrag von AUG-andy » Mi 14. Apr 2021, 10:55

Ganz easy und die sicherste Methode :
Mach ein paar Murmeln mit dieser Ladung und ab auf's Beschussamt.
Alles andere ist nur Spekulation.
Die paar Euros tun dir nicht weh, und du weißt Bescheid.
Macht übrigens jeder "vernünftige" Wiederlader der sich nicht auf Infos von Dritten verlässt. Das kann manchmal böse Enden. ;)

https://www.bmdw.gv.at/Themen/Technik-u ... etten.html


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MfG
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Re: Lovex SO20, Arma Force 115gr

Beitrag von endex » Mi 14. Apr 2021, 18:53

Ja das klingt vernünftig, danke für die Links, ich werd dann noch mit ein bissi mehr OAL spielen um Druck rauszunehmen und dann die "sauberste" zum Beschussamt bringen. Mann hofft halt das 5 Leute sagen: "Ah geh wuarscht des tuat scho". Aber mit Messung is sicher besser. Hab nur schon mitgelesen das es etwas dauern kann, aber gut Ding braucht Weile !
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Re: Lovex SO20, Arma Force 115gr

Beitrag von doc steel » Do 15. Apr 2021, 09:19

Servus,
Also beim ersten Blick ins GRT zeigt es mit einem vergleichbaren Geschoss von H&N (Armaforce ist nicht in der DB) dass du damit im roten Bereich, also über dem max. zulässigen Gasdruck bist.
Das heißt derweil aber noch nix. Zuerst zum Beschussamt damit.

Zum Crimp: Die Mehrheit der Wiederlader crimpt zu zögerlich. Eine stark verschmauchte Hülse ist ein Hinweis auf eine undichte Patrone.
d.h. dass beim Abschuss Pulvergase in die Kammer zurück gelangen. Das ist an sich nicht kritisch, aber es erzeugt schwankende Leistung.
Jedes Pulver braucht einen bestimmten Druck um sauber zu verbrennen. Bei einem zu schwachen Crimp kann es den benötigten Druck bei dem es dann vollständig verbrennt nicht aufbauen.
Jetzt gibts die Kasperl, die einem erzählen dass die 9mm einen gaaanz schwachen Crimp braucht, den Hülsenmund nur sanft anlegen weil sonst die Patrone in den Lauf rutscht wenn sie nicht mit dem Hülsenmund in der Kammer anliegt.
Das ist haarsträubender völliger Blödsinn.
So dermaßen crimpen kannst nur mit roher Gewalt. also vergiss den Bledsinn und dreh deinen Crimp ordentlich zu.
Bei der fertig gecrimpten Patrone sollte der DM am Hülsenmund dann zwischen 9,55 und 9,60mm liegen. Dann ist die Patrone dicht.
Und dann kannst wahrscheinlich sogar a paar Zehntel grain weniger Pulver nehmen.
A bissl Schmauch wirst immer haben, ganz ohne gehts nicht.
lg,
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Re: Lovex SO20, Arma Force 115gr

Beitrag von Fivegunner » Do 15. Apr 2021, 14:05

Bei Pistolen kann man die Qualität des Crimps ganz einfach überprüfen. Die L6 ist dem Wiederlader bekannt, einfach eine im Schuss zugeführte Patrone händisch herausrepetieren, Messschieber anlegen und das Resultat ablesen. Ist die Pastrone kürzer geworden, ist der Crimp nichts wert.

Wenn Du einen Revolver im Pistolenkaliber besitzst, kann man den umgekehrten Wreg gehen. Die Trommel bis auf eine Patrone leerschiessen und die L6 der verbleibenden Patrone in der Waffe messen. Ist die L6 angewachsen - gleiche Diagnose.
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Re: Lovex SO20, Arma Force 115gr

Beitrag von impact » Do 15. Apr 2021, 14:59

Meiner Erfahrung nach sollte man beim Crimpen von (verkupferten) Bleigeschossen etwas vorsichtiger sein, vor allem desto vorsichtiger je leichter und weicher sie sind. Warum? Durch zu heftiges crimpen kann das Geschoss durch den Druck der Hülse minimalst runter kalibriert werden, was die extrem wichtige Führungsfläche des Geschosses verletzt. Je leichter das Geschoss, desto kürzer ist diese Führungsfläche in der Regel.
Wie gut und sauber der Abbrand ist, würde ich in erster Linie die konstanz der Mündungsgeschwindigkeit beurteilen lassen und die Wahl des Pulvers hat hier sicher auch einiges mitzureden.

Mir ging es letztes Jahr so, dass mir verkupferte 123grain Bleigeschosse aus einer Glock teilweise quer auf 12.5m angekommen sind!
Grund dafür war das herunterkalibrieren des Führungsdurchmesser durch zu heftigen Crimp und (vor allem!) durch runterkalibrieren beim Setzen in die viel zu weit eingezogene Hülsen durch die normalen Dillon/Lee Karbid Kalibriermatrizen, die die Colaflaschen/Wespenform erzeugen. Einige durch Trägheit gezogenen Geschosse habe ich vermessen, und die sind von .356" auf bis zu .3535" runter gegangen! Das in Verbindung mit dem Polygonalprofil hat überhaupt nicht gepasst.
Durch einen selbstgemachten Aufweitedorn im Dillon Pulverfüller mit größerem Durchmesser und sanfterem Crimp hab ich die Probleme eliminiert. Von einem halben Meter Streukreis auf 12.5m bin ich damit runter auf eine Euromünze.
Rumpelt jetzt leider noch ein wenig mehr beim Laden (wenn der Aufweitedorn auf der 650er aus der Hülse gezogen wird) aber das Ergebnis auf der Scheibe macht es 10mal wett.
Die ganze Geschichte mit bildern und zahlen:
https://forums.brianenos.com/topic/2889 ... cy-issues/

Offensichtliche Unterschiede beim Verschmauchungsgrad der Hülse sind mir jedenfalls keine aufgefallen. Weder aus der Glock noch aus einer Blowback/Masseverschluss AR-9.

Mit FMJ Geschossen muss man sicherlich weniger zimperlich umgehen und sehr lange Geschosse im 145+ Gewichtsbereich wirds eventuell auch etwas weniger jucken.

So jedenfalls meine Erfahrungen.
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Re: Lovex SO20, Arma Force 115gr

Beitrag von doc steel » Do 15. Apr 2021, 16:22

Stimmt was du sagst aber damit das auftritt musst scho heftig crimpen und trifft auch nur auf die kurzen 115gr Murmeln zu..
wenn ich sag satter crimp, dann mein ich nicht nur anlegen des hülsenmundes sondern auch einziehen.
natürlich alles mit hirn und gefühl.
lg,
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Re: Lovex SO20, Arma Force 115gr

Beitrag von Fivegunner » Do 15. Apr 2021, 20:25

... und nicht der Meinung sein, dass diese verkupferten Geschosse sowas wie Mäntel haben. Kupfer ist auch weich und die paar mü die da aufgetragen werden ergeben im Endeffekt nur ein glänzendes Bleigeschoss!
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Re: Lovex SO20, Arma Force 115gr

Beitrag von endex » Fr 16. Apr 2021, 08:03

Liebe Leute, vielen Dank für die Antworten, es ist halt doch was anderes weil selber denkt man eh nur in denselben Bahnen, wieso ich noch nicht auf die Idee gekommen bin die vorgeschlagenen Sachen selber zu testen ist mir ein Rätsel….
lustiger weise kann ich schonmal sagen: IHR HATTET ALLE RECHT!

Nach dem Motto: „Ich sage was ich denke damit ich höre was ich weiß“ hab ich nochmal eine OAL Ladeleiter von 28,5 bis 29,5 gemacht. Also meinen Fiat hab ich in den letzten 3 Jahren einmal gewaschen, ich bin also kein Saubermannputzer, aber die Hülsen waren ECHT schlimm verdreckt. Also meine Glock mag 28,2 am liebsten, auch wenn die Treffer immer schön auf 2-3 cm (15m) beeinander waren, meine 19x ist sehr, sehr gutmütig wie es scheint.

@AUG-Andy: ich wird mit den ersten 223, 357 und 9mm Ladungen wo ich denke sie passen einen Ausflug nach Ferlach zum Beschussamt machen, dann kann ich wenigstens mitreden

@Doc Steel: Hülsenmund DM ist tatsächlich zwischen 9,58 und 9,6 das passt, ich finds auch beruhigend das wie du sagst ein bissi Schmauch immer dabei sein darf, mit den ganzen Testungen geb ich dir auch recht das die kurzen 115gr nicht so optimal für mich sind.

@impact: ich bin deinem Thread gefolgt und habe folgendes festgestellt: bei ½ Crimp sieht man beim Projektil nur den Hauch einer Rille, wenn ich den Crimp auf 2 reinqetsche dann sieht auch mein Projektil aus wie ein…hm…naja es ist unten echt von 9,05 auf 9,0mm zusammengequetscht, das sieht echt kacke aus und die Wespenform der gesamten Patrone nimmt deutlich zu je brutaler man vorgeht, ich wird mich also vorsichtig herancrimpen und auch mit der Kalibriermatritze spielen.

@Fivegunner: egal ob ½ Crimp oder 1 ¾ Crimp, nach 3x Laden und wieder Rausrepetieren werden meine Patronen tatsächlich um 0,03 bis 0,06 mm kürzer…….das ist wohl suboptimal, allerdings lade ich sie im Normalfall ja nur einmal, sein sollte es aber trotzdem nicht.

Alles in allem habe ich meine Idee vom: ok das passt, jetzt kauf ich günstig 10000 Projektile und 5kg Pulver und die nächsten 30 Jahre Lade ich immer gleich aber sowas von über Bord geworfen, weil das klappt einfach nicht, irgendwas ist ja immer von wegen Ausverkauft oder andere Waffe oder oder oder…..

Ich hatte gestern wieder einen Heidenspaß beim Testen und basteln und tüfteln, solange die fertigen Murmeln nicht teurer sind als die (billigste) Fabrikmunition hab ich ich nochmal extra Freude daran. :dance:

Ich werde also folgendes tun: Zusammengefasst von euren Tipps und Anregungen ist es wohl das beste (für mich als Anfänger) auf längere (schwerere) FMJ (weniger empfindlich) Geschosse umzusteigen um das Rad mal zum laufen zu bringen und mit den anderen weiter zu Tüfteln! :D Weil jetzt ist es für mich auch logisch das ich die kurzen und leichten Geschosse net soviel Crimpen kann wie ichs gern hätte.

Ich hab bei Proarmis in Marburg auf der Seite LOS Geschosse in FMJ gefunden, die 9mm in 355 mit 124gr, die wären doch ok für mich? :think:

https://www.proarmis.si/en/reloading/re ... fmj-124grs

Und nächste Woche krieg ich die 223 Ausrüstung, wären die LOS FMJ Geschosse auch ok, weil die haben ja KEINE CRIMPRILLE? Irgendwie kommen mir die fast zu günstig vor….ich wohn halt nur 25min von Marburg entfernt, von daher….. :think:

https://www.proarmis.si/en/reloading/re ... 224-fmj-bt

Also wenn ihr sagt die beiden FMJ Geschossarten von LOS (9+223) wären ok dann haben wir hier schonmal eine gute und gar nicht teure Lösung für mein Problem gefunden, und vor allem habt ihr mir wieder viel beigebracht! reload-smile Weil auch mit den FMJ wird ich natürlich die L6, den Crimp und den DM vom Hülsenmund im Auge behalten und die Fehler mit den verkupferten Geschossen wegtüfteln!
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Re: Lovex SO20, Arma Force 115gr

Beitrag von doc steel » Fr 16. Apr 2021, 16:03

LOS is schon mal nicht schlecht. Ich kenne sehr viele, die damit ausgezeichnete Ergebnisse erzielen. Musst halt immer dran denken, dass diese Geschoße, wie fivegunner schon erwähnt hat, eigentlich "nur" Bleigeschosse sind die eine nur wenige Mikrometer dünne, galvanische Kupferschicht haben. D.h. bei den Ladedaten der Hersteller lehnt man sich eher bei deren Angaben für Bleigeschosse als bei denen mit Kupfermantel (jacketed) an.

Was ich dir zur Gewichtsauswahl trotzdem empfehlen würde, ist sich zu überlegen o du statt den 124gn Geschossen nicht gleich die schweren 145gn Geschoße nimmst.
https://www.proarmis.si/en/reloading/re ... -rn-145grs
Die haben nämlich zwei Vorteile gegenüber den 124er.
1. benötigen sie weniger Pulver und
2. wegen ihrer Größe haben sie auch eine größere Führungslänge was sich auf die Präzision positiv auswirkt. Führungslänge heißt,
die Länge - eigentlich die Fläche - mit der sie im Lauf anliegen und geführt werden ist größer. Klar, sind ja insgesamt größer.
Kleiner Nachteil ist, dass sie halt eine Spur teurer sind.
lg,
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Re: Lovex SO20, Arma Force 115gr

Beitrag von Smugla » Fr 16. Apr 2021, 17:04

Man merkt, dass hier Leute mit enormem Fachwissen am Start sind. Warum ich das so sage? Weil ich den Thread beim Lesen sehr interessant fand, obwohl ich eigentlich nur Bahnhof verstanden haben. Und der Hr. Dr. Stahl fällt besonders ins Auge, Chapeau!

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Re: Lovex SO20, Arma Force 115gr

Beitrag von endex » Fr 16. Apr 2021, 17:22

@ doc steel: ich hätte es deutlicher schreiben müssen,
Ich meine die FMJ Geschosse von LOS, da gibts die 9mm in FMJ und auch die 223 in FMJ, wobei die 223er keine Crimprille haben. Genau wie du es eben geschrieben hast habe ich dank euch jetzt kapiert das die verkupferten 115gr wohl für meine Glock zu kurz, oder wiebdu sagtest eben zuwenig Führung haben! Das macht auch total Sinn und hätte mir auch auffallen können weil man es nach dem delaborieren tatsächlich sieht!
Deshalb denk ich die schwereren und festeren LOS in FMJ wären das richtige dür den Anfang. Bin mir nur bei den 223 FMJ unsicher wegen der fehlenden Crimprille. Die Links zum Angebot hab ich eh gepostet, die 223 wiederlade ausrüstung ist heute angekommen :-)
(und ja, Tipp ist angekommen, zum testen mit nur beschichteten nehm ich die 145gr, weil Versuch macht kluch )
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Re: Lovex SO20, Arma Force 115gr

Beitrag von McMonkey » Fr 16. Apr 2021, 21:45

Die Länge der „Führungsfläche“ eines Geschosses hat meines Erachtens bei Kurzwaffen auf entsprechende Distanz, keinen so gravierenden Einfluss auf die Präzision. Also z.B. länger ist nicht zwangsweise präziser, sehr vereinfacht ausgedrückt.

Warum? Eine Rundkugel aus einem gezogenen Lauf - Vorderlader - hat eine Führungsfläche von ..... wenig und wenn man so will ein wenig mehr mit dem Schusspflaster. Ein 4,5mm Diabolo aus einer Luftpistole hat eine Führungsfläche von .... auch wenig. Und beide Geschosse leisten mit qualitativer Gerätschaft, Höchstleistungen.

Es hängt von vielen anderen Faktoren ab. Wie schon erwähnt hat der Crimp einen großen Anteil. Weitere Faktoren wie Laufbeschaffenheit, Lauflänge, Drall, Art des Pulver und wieviel und das Geschossmaterial samt Diameter machen im „perfekten“ Zusammenspiel ein Meisterwerk auf der Scheibe. Vorausgesetzt der Schütze kann es umsetzen.

Zum Thema Hülsen, Schmauch, Liderung möchte ich beipflichten, dass eine zu große „Verschmauchung“ einen Rückschluss auf einen unzureichenden Crimp geben kann. Ein Wenig Schmauch „kann“ sich immer zeigen. Er ist - wenn alles andere passt - dem Patronenlager geschuldet. Diese wenigen Rückstände müssen auch nicht immer einen negativen Einfluss auf die Präzision bei Kurzwaffen haben.

Ich gebe zu Bedenken, die Munition ist der Letzte Faktor eines Schützen die einer Änderung bedarf.
Was man nicht tut, geschieht auch nicht.

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Re: Lovex SO20, Arma Force 115gr

Beitrag von impact » Fr 16. Apr 2021, 22:20

@ McMonkey
Ich widerspreche nur sehr ungern, aber ich fürchte der Vergleich mit Diabolo und Runkugel hinkt.
Bei der Rundkugel ist es quasi egal wie "verdreht" oder verkantet sie durch den Lauf getrieben wird, da sie eben rund ist (im idealfall).
Beim Diabolo hat man den großen Vorteil, dass die beiden Bereiche mit Nenndurchmesser genau an den beiden Enden des Geschosses sind, wodurch Verkanten auch weitestgehend eliminiert wird.
Bei herkömmlichen Geschossen jedoch, ist der Führungsteil oft nur ein kurzer Teild der Gesamtlänge der MITTEN in einem "nur" radialsymmetrischen Geschoss liegt, und somit die Geschossspitze verkantet in den Lauf starten kann, je kürzer der Führungsteil und je weiter der Fürungsdruchmesser vom Sollmaß abweicht desto stärker und damit quasi die Geschossspitze eine Spirale durch den Lauf beschreibt, statt einer geraden Linie.
In einer perfekten Welt wäre es vermutlich egal, da ist es vermutlich wünschenswert die Führungsfläche auf 0 zu reduzieren um bessere aerodynamische Eigenschaften zu erzielen, aber mit all den Toleranzen die sich zusammenaddieren, mit all den Vorgängen die die Führungsfläche beleidigen können, beim Laden und beim Verfeuern, ist ein mindestmaß sicher wünschenswert. Un dich nehme an, das zb. Wadcuttergeschosse in Revolvern nicht nur beliebt wegen den schönen Löchern sind.
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Re: Lovex SO20, Arma Force 115gr

Beitrag von doc steel » Sa 17. Apr 2021, 09:24

@ Monkey und impact

is scho klar, recht habts beide und seit einigen tagen auch da und dort a bissi erfahrung aber eins derfts ned vergessen:
der endex hat danach nicht gefragt.
lg,
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