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Der Thread für die Gießer vor dem Herrn...

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Der Thread für die Gießer vor dem Herrn...

Beitragvon Reaper » Fr 8. Aug 2014, 15:44

Hallo Leutz,
ich hoffe hier einen interessanten Thread für alle Gießer - dieser Sonderart der Wiederlader - hinzubekommen.

Also, wo drückt der Schuh, was hat super geklappt, was gar nicht.
"Tipps und Tricks" für Unschlüssige, Anfänger, Fortgeschrittene und Profis.

Was ich schon immer wissen wollte usw..

Haut rein!


Cheers,
der Reaper
:)
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Re: Der Thread für die Gießer vor dem Herrn...

Beitragvon Reaper » Fr 8. Aug 2014, 15:55

Damit es auch Sinn macht, fang ich einfach mal an.

Was braucht "mann" um mit dem Gießen von Geschossen anzufangen?

Also zuerst einmal Blei,
nen Holzofen etc. mit Kochfeld oder eine Heizplatte,
nen alten Dobf,
einen alten Löffel,
eine Gießkokille,
ein Fluxmittel (z.B. trockenes Sägemehl),
ein Feuerzeug (mit langer Spitze zum Entzünden der Dämpfe),
ein altes Handtuch oder T-Shirt (um die Geschosse drauffallen zu lassen),
ein paar Lederhandschuhe,
ne Schutzbrille,
alte -lange- Klamotten,
genug Traute.

Das wär´s, das Gießen kann losgehen.

Alles, bis auf die Kokille, gibt es in fast jedem etwas älteren Haushalt.
D.h., wer alles Andere hat, startet z.B. mit einer Lee 2-fach Kokille und der benötigten Zange dazu mit Einstiegsausgaben von grade mal 70 Euro und ist am Gießen.

Hier ein Beispiel, Super-Geschosse übrigens für´s 45er Präzschießen.

http://www.grauwolf.net/lee-452-200-swc ... kille.html
http://www.grauwolf.net/lyman-handgriff ... illen.html

So billig und einfach kann der Einstieg sein.

In meinem nächsten Beitrag schreib ich wie man die Geschosse am Günstigsten kalibrieren und fetten kann, das ist nämlich auch noch nötig um sie verladen zu können.
Keine Angst, auch hier ist der Einstieg gar nicht teuer.
:P
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Re: Der Thread für die Gießer vor dem Herrn...

Beitragvon Hellboy » Fr 8. Aug 2014, 16:16

er vergesse den ventilator und/oder die schutzmaske nicht, bleidämpfe mögen gesundheitsschädlich sein .. ;)
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Re: Der Thread für die Gießer vor dem Herrn...

Beitragvon nc9210 » Fr 8. Aug 2014, 17:23

Hellboy hat geschrieben:er vergesse den ventilator und/oder die schutzmaske nicht, bleidämpfe mögen gesundheitsschädlich sein .. ;)

Man liest das zwar immer wieder, aber ist es auch richtig?

Der Siedepunkt von Blei liegt bei 1740–1751 °C. Der wird
nicht annähernd erreicht. Bleivergiftungen die in der Industrie
früher häufig vorkamen sind auf Bleistaub zurückzuführen.

Gibt es belastbare Quellen zum Thema Bleidämpfe?

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Re: Der Thread für die Gießer vor dem Herrn...

Beitragvon Hellboy » Fr 8. Aug 2014, 17:26

es gibt meine blutwerte nach einem wochenende, an dem ich gegossen habe. ja, blei ist ungesund ;)
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Re: Der Thread für die Gießer vor dem Herrn...

Beitragvon Reaper » Fr 8. Aug 2014, 20:43

Fragt sich nur was Du falsch gemacht hast, dass muss nicht vom Rauch kommen....
;)

Wenn man im Freien gießt und nicht grade den Kopf in den Rauch steckt sollte es wenig bis gar nichts ausmachen.

Mit nem Gasbrenner wirds schon interessanter, von wegen der Hitze.
Bei sich einfärbender Bleioberfläche (blau, braun, gelb) ist die Schmelze zu heiß.

360° reichen normalerweise, über 400 braucht niemand zu gehen.
Gut, für Anfänger wär nen Thermometer sicher nicht schlecht, bis man ein Gefühl dafür kriegt.

Da gibt es aber auch recht günstige Backofenthermometer die bis 500° gehen, mehr brauchts nicht.

Es geht aber, wie gesagt, auch ohne.
Wenn das Blei flüssig wie Wasser ist, die Oberfläche immer noch silbrig schimmert, dann passt die Temperatur.


Merke:
Niemals Wasser in die Schmelze bringen, nicht einen einzigen Tropfen, sonst fliegt einem das Flüssigmetall um die Ohren!
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Re: Der Thread für die Gießer vor dem Herrn...

Beitragvon Reaper » Fr 8. Aug 2014, 21:00

Die billigste Art Geschosse zu kalibrieren:

Ich geh jetzt mal davon aus, dass jeder Wiederlader eine Einstationenpresse hat.
Mit einer Turret-Presse oder bsplw. der Dillon 550 geht es aber auch.

Passend zum zuvor geposteten Geschoss, hier die Kalibriermatrize.

Man beachte auch hier den Preis.

http://www.shooters-store.de/shop/artic ... DL90055%26

D.h., in Summe, wenn ich das Geschoßgießen einmal ausprobieren will, und die vorgenannten Haushaltsdinge habe, dann fange ich mit unter 100 Euro an und bin voll dabei.

Wenn ich dann merk, "des is nix für mich", ok, dann verklopf ich die Sachen auf egun, bekomme einen Gutteil der "Investition" zurück und das war´s.
Ich hab´s getan und kann mitreden.

Wie funktioniert jetzt dieses Kalibrieren?
Die Geschosse werden von unten nach oben durch einen Kalibrierring gedrückt und oben in dem Plastikbehälter gesammelt.

Vorher schmeiss ich sie in einen Eimer und "tumble-lube" sie.
Also ein paar Tropfen Flüssigfett rein, den Eimer eine Weile schütteln, bis alle Geschosse eine leichte Fettschicht haben, wirklich nur leicht, wie satiniert, das reicht.

Nach dem Kalibrieren wiederhole ich diesen Vorgang und kann die Geschosse verladen.

Ob jetzt Tumbleluben die beste Methode ist, um die Geschosse zu fetten, darüber lässt sich sicher streiten.
Fakt ist aber, es ist die einfachste, billigste und mit die schnellste.

Hat Jemand Fragen dazu?
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Re: Der Thread für die Gießer vor dem Herrn...

Beitragvon rhodium » Fr 8. Aug 2014, 23:08

@nc9210

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Re: Der Thread für die Gießer vor dem Herrn...

Beitragvon rhodium » Fr 8. Aug 2014, 23:14

Um noch zum gießen was zu fragen: prinzipiell lassen sich für "alle" Patronen Bleigeschosse gießen. Bei schnellen Gewehrpatronen gibt's aber nur reduzierte = langsame Ladungen. Ist das soweit korrekt? Ist ein gewöhnlicher .308er Lauf im Stande so langsame projektile noch zu stabilisieren? Kann man Mantelgeschosse selbst herstellen oder ist ein Gascheck das beste was man an Optimierung (Richtung mehr Tempo) machen kann ?

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Re: Der Thread für die Gießer vor dem Herrn...

Beitragvon Reaper » Fr 8. Aug 2014, 23:33

Es gibt schon die Möglichkeit Mantelgeschosse selbst herzustellen, ist aber halt eine Frage des Aufwandes.

Ich selbst hab das noch nie gemacht, aber die Amis machen das.
Such mal nach "Swagging bullets".
https://www.google.de/search?q=swaging+ ... 80&bih=916

Man braucht die tiefgezogenen Mantelnäpfchen, von denen ich nicht sicher bin ob es die in Europa noch gibt.

Bei Pistolengeschossen verwenden die Amis teils Patronenhülsen als preisgünstigen Napf.
Z.B. eine 9mm Hülse als Napf für 40 S&W oder KK-Hülsen für ne 223.

Auch Gewehrpatronen, mit Gascheck, sind kein Problem, die Amis laden beispielsweise sogar die .223 Rem mit Blei, die ja recht flott unterwegs ist.

Aber ich hab bisher nur KW-Geschosse gegossen, verladen und verschossen.

Wenn Du da im Detail tiefer einsteigen willst, würd ich Dir raten, wenn Du des Englischen mächtig bist, Dich auf Castboolits.com anzumelden.
Da hast Du auf Jahre hinaus zu lesen.

Außerdem gibt es, wenn man keine reinen Bleigeschosse mag, noch Pulverbeschichten (Powder Coating oder einfach PC), Tumble Coating oder Galvanisieren, wie es H&N Geschosse zum Beispiel haben.

Das ist aber alles mit einigem Aufwand verbunden und es ist halt immer die Frage, was man erreichen will.
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Re: Der Thread für die Gießer vor dem Herrn...

Beitragvon gewo » Sa 9. Aug 2014, 00:27

nc9210 hat geschrieben:
Hellboy hat geschrieben:er vergesse den ventilator und/oder die schutzmaske nicht, bleidämpfe mögen gesundheitsschädlich sein .. ;)

Man liest das zwar immer wieder, aber ist es auch richtig?

Der Siedepunkt von Blei liegt bei 1740–1751 °C. Der wird
nicht annähernd erreicht. Bleivergiftungen die in der Industrie
früher häufig vorkamen sind auf Bleistaub zurückzuführen.

Gibt es belastbare Quellen zum Thema Bleidämpfe?


hi

beim giessen weiss ich es nicht

aber bei der zuendung des pulvers hast ca 3000 grad in der kammer
und ja, da wird bleidampf freigesetzt ( wenn du unten offene geschosse verwendest)
auch das tetrazen aus den zuendhuetchen ( so du keine sinox verwendest) wird da frei und gesellt sich zur bleiwolke dazu

im gegensatz zu der bleifreiheit ueber die imjagdlichen einsatz grade diskutiert wird (bullshit uebrigens) ist der bleidampf aus der kammer leider lungengaengig, dh wenn du ihn einatmest nimmst du ihn tatsaechlich in den koerper auf

keine echte katastrophe aber zweifelsfrei ungesund
WAFFENFÜHRERSCHEINKURS gegen Voranmeldung Mittwoch + Samstag in Wien 22 um ab € 27,- zuzügl. Nebenkosten. Informationen und Anmeldung: http://www.doubleaction.at/wafs/.
Irrtum und Tippfehler vorbehalten.

Bitte keine PN, ggf. Email an info{@}doubleaction.at . Danke

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Re: Der Thread für die Gießer vor dem Herrn...

Beitragvon Reaper » So 10. Aug 2014, 21:40

Für alle Interessierten, die vlt. mit dem Gießen anfangen wollen.

Stellt Eure Fragen.

Keine Frage ist zu dumm, höchstens die Antwort, also raus damit.
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Re: Der Thread für die Gießer vor dem Herrn...

Beitragvon Xandl » Mi 13. Aug 2014, 00:20

Für diese Thema gibt es eine Menge Fragen. So viele, dass man sie in einem Thread gar nicht beantworten kann.
Das beginnt bei der Auswahl der Legierung. Welche hat die geeignete Härtel? Dehnt sich das Geschoß mit meiner gewählten Legierung nach Abkühlung aus oder zieht Es sich zusammen? Das Staunen nimmt kaum ein Ende, wenn die vermeintlichen .458 Geschosse am nächsten Tag nur mehr .456 haben.
Die Härtebestimmungen sind auch so eine Sache. Welche Härte hat mein Geschoß in 24 Stunden, in einer Woche, in drei Monaten oder in einem Jahr? Welches Fett verwende ich? Das ist bei Blei sehr wichtig, wenn ich auch Präzision haben will. Das Fett dient auch der Abdichtung zwischen Geschoß und Lauf und trägt so zur Sauberkeit im Lauf bei.
Wie gieße ich überhaupt richtig, nämlich um Lunker oder Hohlräume zu vermeiden. Schöpfe ich das Blei oder nehme ich einen Ofen mit Bodenauslass. Wie fluxe ich das Blei - Wachs, sonst was, nehme ich Borax...? Welche Temperatur soll die Kokille haben?

Alex

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Re: Der Thread für die Gießer vor dem Herrn...

Beitragvon doc steel » Mi 13. Aug 2014, 11:11

an die, die sich wirklich auskennen:

ist das selber giessen von geschoßen, trotz der zu tätigenden anschaffungen wie ofen, kokille, fettpresse usw. und unter berücksichtigung von den rohstoffpreisen bei herstellung von standardkalibern wie z.b. .357, 158gr rundkopf tatsächlich billiger? selbstverständlich unter auslassung der eigenen arbeitszeitberechnung.
lg,
doc steel

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Re: Der Thread für die Gießer vor dem Herrn...

Beitragvon Hellboy » Mi 13. Aug 2014, 11:50

doc steel hat geschrieben:an die, die sich wirklich auskennen:

ist das selber giessen von geschoßen, trotz der zu tätigenden anschaffungen wie ofen, kokille, fettpresse usw. und unter berücksichtigung von den rohstoffpreisen bei herstellung von standardkalibern wie z.b. .357, 158gr rundkopf tatsächlich billiger? selbstverständlich unter auslassung der eigenen arbeitszeitberechnung.


ja! wenn du blei vom stand beziehen kannst, halten sich die kosten rel in grenzen.
wennst ein bissl zeit investierst, kommst mit der grundausrüstung auf keine 100€
fettpresse zb kannst ja umgehen mit tumble lube
je bequemer du dabei wirst, desto mehr geld fliesst rein, is klar, siehe ladepresse

in wahrheit giesst ja ned 500 sondern 5k geschosse, wennst sagst die kosten fixfertig hausnummer 85€/1k stk, dann hasd die anschaffungskosten ganz schnell wieder drin !
ich hab in 1,5 tagen in aller ruhe ca 5k 45er geschosse gegossen, 200gr swc - rechne durch, was die normal kosten

allein damit hab ich sicher die anschaffung komplett herinnen, und ich hab gekauft was mir sinnvoll vorkam, nicht das was unbedingt nötig ist ;)
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