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Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Alles was sonst nirgends wirklich reinpasst! Tabu sind: Politik und Religion (sofern kein Waffenbezug)
schuhsepper
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Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von schuhsepper » Mi 16. Jun 2010, 12:15

Liebe Kollegen,

Öfters wird beklagt, dass der moderne Staat völlig überzogene Forderungen an die Verwahrung von Waffen stellt. Dazu ein kleiner Auszug aus einem wissenschaftlichen Werk aus dem Jahre 1828, das sich mit der Rechtssprechung zur Zeit Heinrichs des ersten in England beschäftigt. Er war König von 1100 bis 1135, also vor ziemlich genau tausend Jahren.

…..von dem Verdachte an einer solchen Mitwirkung (an der Tötung eines Menschen Anm. d. V.) musste man sich auch dann reinigen, wenn man einem Waffenschmidt seine Waffen zur Ausbesserung gegeben hatte, und ein anderer sich derselben bediente um jemand zu tödten; nur musste man sich davor hüten, die Waffen nicht eher wiederum an sich zu nehmen, als bis die ganze Sache ins Reine gebracht war. Ja man ging noch weiter darin; da man eigentlich stets präsumierte, derjenige dem die Waffen gehörten, mit welchem ein Todtschlag verübt wurde, sey auch selbst der Thäter gewesen, so musste man sogar dann, um sich von der Zahlung des Wehrgeldes (eine Art Schadensersatz Anm. d. V.) zu befreien, einen Reinigungseid schwören, wenn man die Waffen an einem sicheren Ort gestellt oder aufgehängt hatte, und jemand auf irgend eine Weise durch dieselben getödtet worden war, sey es daß dieser selbst unvorsichtigerweise oder ein anderer sie herabgeworfen hatte, und dadurch die Tödtung erfolgt, oder diese absichtlich von einem anderen mit den fremden Waffen verübt worden war. ….

Es ist also keineswegs so, dass die heutigen Anforderungen der Gesellschaft an jene, die das Privileg des Waffenbesitzes aufgrund ihrer nachgewiesenen besonderen Zuverlässigkeit und Eignung zugestanden bekommen haben, nach sorgfältiger Verwahrung, völlig absurd, nie dagewesen und daher besonders sekkiererisch sind.

Waffenbesitz sollte daher auch als besonderes Vorrecht verstanden werden, das es gilt zu verteidigen. Es ist nicht selbstverständlich und die Waffenbesitzer tun gut daran sich gegenüber der kritischen, modernen Gesellschaften so zu verhalten , dass das Vertrauen das in sie gesetzt wird nicht enttäuscht wird.

Denn nichts kommt von selber und nichts bleibt von selber so wie es ist.

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Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von zela » Mi 16. Jun 2010, 12:24

ich rate zur Lektüre des österr. Waffenrechts nach dem Krieg und bitte um Verschonung von diesem pc-Gesülze. Um noch grundsätzlicher zu werden, Waffenbesitz sollte kein "verliehenes Privileg", "zugestanden" von irgendwelchen Beamten sein, sondern ein selbstverständliches Recht.

Niemand braucht ein "Waffenrecht". Ein Strafrecht ist völlig ausreichend.
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Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von trenck » Mi 16. Jun 2010, 12:33

@zela: stimme zu.

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Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von wolf » Mi 16. Jun 2010, 12:48

Ebenfalls Zustimmung(zu zela und trenck)
Waffenbesitz sollte daher auch als besonderes Vorrecht verstanden werden

:o
Aha ein besonders Privilegierter der uns die Welt werklärt.
Zuletzt geändert von wolf am Mo 26. Jul 2010, 10:10, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von <BigM> » Mi 16. Jun 2010, 14:10

Moderne Gesellschaft. Die Welt endet nicht bei der Öster. Grenze.
Dass es dir in Ösistan gut geht und wahrlich am Zuckerguss lebst sollte schon klar sein.
"Der durchschnittliche Zuwanderer von heute ist gebildeter als der durchschnittliche Österreicher". (c) ein bekannter junger Ö. Politiker.
Recht in Ö.: Fresse halten. Pflicht in Ö.: Steuern bezahlen.

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Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von HS911 » Mi 16. Jun 2010, 14:15

Freie Menschen tragen Waffen. Für mich ist daher das Recht auf Waffen viel mehr ein Menschenrecht, als ein Vorrecht.
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Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von schuhsepper » Mi 16. Jun 2010, 14:17

Ja, sicher. Es ist klar dass man Waffenbesitz in USA im Jahre 1776, in Nordirland 1972 und in Österreich 2010 anders diskutieren muss, das liegt ja auf der Hand.

Aber es ist nun mal so, das uns das österr. (und EU) Waffenrecht betrifft und wir uns um dessen Auswirkungen im hier und jetzt Gedanken machen sollten.

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Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von kemira » Mi 16. Jun 2010, 14:25

schuhsepper hat geschrieben:Aber es ist nun mal so, das uns das österr. (und EU) Waffenrecht betrifft und wir uns um dessen Auswirkungen im hier und jetzt Gedanken machen sollten.

und auf welche Gedanken kommst Du dabei?
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Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von zela » Mi 16. Jun 2010, 14:46

Es ist klar dass man Waffenbesitz in USA im Jahre 1776, in Nordirland 1972 und in Österreich 2010 anders diskutieren muss, das liegt ja auf der Hand.


Soso, weshalb denn? Es war 1776 ein Menschenrecht, 1972 eins und 2010 ebenfalls. Egal wo und egal für wen. Was wäre der Menschheit nicht alles erspart geblieben hätten nicht allerlei Regimes immer und immer wieder ihre Untertanen und Staatsinsassen entwaffnet.
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Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von wolf » Mi 16. Jun 2010, 15:10

#
Zuletzt geändert von wolf am Do 6. Okt 2011, 01:06, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von HS911 » Mi 16. Jun 2010, 15:36

zela hat geschrieben:
Es ist klar dass man Waffenbesitz in USA im Jahre 1776, in Nordirland 1972 und in Österreich 2010 anders diskutieren muss, das liegt ja auf der Hand.


Es war 1776 ein Menschenrecht, 1972 eins und 2010 ebenfalls.
+1
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Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von schuhsepper » Mi 16. Jun 2010, 15:39

Lieber kemira,

das ist leicht erklärt.

Zunächst folgender Satz: Gun enthusiasts come in all shapes and sizes and love their guns for all sorts of reasons. Das gilt auch für Autos, Modelleisenbahnen, Pelzmäntel, Damenschuhe und was weiss ich noch alles.
Aber Waffen, besonders Schusswaffen der moderneren Bauart, sind besondere Gegenstände. Die Tatsache, dass sie für jemanden der öfter damit umgeht anders konnotiert sind, als für jemanden der sie aus dem Fernsehen oder aus den Nachrichten kennt, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es eben ganz besondere Gegenstände sind von denen bei Missbrauch auch eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgehen kann, im Gegensatz zu anderen Steckenpferden, die die Menschen zu haben pflegen. Die moderne Gesellschaft geht mit derartigen Dingen dadurch um, dass sie den Besitz und den Umgang damit nur ganz bestimmten Personen erlaubt. Das ist völlig normal.
Auch das Bedienen von Flugzeugen oder Lokomotiven ist nur Personen erlaubt, die eine besondere (auch psychische) Eignung dafür nachweisen können und das ist gut und richtig so und liegt in unser aller Interesse.
Warum sollte das bei Waffen anders sein? Warum ist es so schwer zu akzeptieren, dass es Auflagen für den Besitz und den Umgang damit geben muss? Je erwachsener und reifer man sich diesen Diskussionen und Forderungen auch öffentlich stellt, desto eher wird es gelingen, die Bedingungen so weit wie möglich selbst und so liberal wie es nur irgendwie geht zu gestalten.

Es hat mir sehr leid getan, dass die Verband sich zur persona non grata entwickelt hat. Die Hauptdarsteller dort haben sich bei Behörden und in der Öffentlichkeit derart unmöglich gemacht, dass man jedes Gespräch mit ihnen verweigert. Das liegt auch daran, dass absolut jenseitige Positionen zu Staat, Recht und Gesellschaft vertreten werden, sodass der Eindruck entstehen muss, alle Waffenbesitzer wären so.

Ich bin für weitgehend freien Waffenbesitz. Aber mit Auflagen. Der Psychotest als solcher ist gut und richtig, ob die angwandten Verfahren tauglich sind kann man diskutieren. Ein Nachweis zum sicheren, sachgerechten Umgang mit Waffen ist notwendig. Der Waffenführerschein in der jetzigen Form ist aber völliger Nonsens. Eine strenge Sachkundeprüfung nach deutschem Vorbild eventuell mit Mindestschiessleistung wäre sinnvoller. Ich traue mich aber wetten, dass dann 80% der Leute durchfallen.
Die sichere Verwahrung muss sichergestellt sein. Alle fünf Jahre eine Kontrolle zu bekommen ist vertretbar. Auch Lebensmittelbetriebe werden unangekündigt kontrolliert.
Die Stückzahlbegrenzungen und auch die Kategorien sind zum Teil völliger Unsinn. Das entzieht sich jeder Vernunft.
Das Gewaltmonopol gehört dem Staat. Wir leben nicht in einer Militärjunta, sondern in einem demokratischen Staat dessen Organe wir selber wählen mitten in Europa in Wohlstand. Deswegen haben wir demokratisch legitimierten und kontrollierten Organen unsere Sicherheit übertragen. Denen können wir, im grossen und ganzen vertrauen. Wachsamkeit ist aber immer vonnöten. Schusswaffen sind als private Kontrollinstrumente des Staates aber ungeeignet. Private Wachfirmen sind mir ein Greuel. Es gibt Aufgaben die können sinnvoll nur unter öffentlicher Kontrolle wahrgenommen werden.
Private Selbstverteidigung im Notwehrfall ist zulässig, auch ich würde das machen. Was ich nicht tun werde ist irgendjemanden wegen meines zehn jahre alten Fernsehers zu erschiessen. Mein Plunder ist das nicht wert, Einbrecher hin und Falott her. Da stehe ich drüber.

Alles andere was Schusswaffen angeht ist reiner Spass an der Freude. Bitte schiessen soviel man will und mit allem was man haben will. Sammeln bis die Hütte auseinander bricht, Schwarzpulver, Pistole, Sturmgewehr, was halt jeder gerne hat.
Aber immer im Auge behalten, dass andere Mitglieder unserer demokratischen Gesellschaft uns das Recht zugestanden haben, das waren keine Könige, Führer, Beamten ode irgendeine Obrigkeit. Es ist euer unbewaffneter Nachbar der euer Recht mitträgt und sagt ja der Kemira ist ein vernünftiger Mensch und er darf Waffen haben. Genauso wie ich die Rechte meines Nachbarn mittrage, wenn er seinen Gastank 3m von meiner Grundstücksgrenze vergräbt, weil ich annehmen kann dass unsere öffentlichen Organe ein Bewillligungsverfahren unter Einbeziehung von fachlich und psychisch geeigneten Ingenieuren durchgeführt haben. Und das alles ohne ihn eine Heulsuse einen linkslinken oder sonstwas zu schimpfen.

Waffenbesitz ist kein Grundrecht, es dazu zu erklären zeugt von völligen Unverständnis der gesellschaft in der wir leben. Es ist eine Facette des Zusammenlebens in unserer Welt. Das ist Realität, obs einem passt oder nicht. Je mehr wir uns über unsere Aussensicht bewusst sind, desto grösser ist die Akzeptanz unserer Mitmenschen. Leider gibt es viele die vorsätzlich und mit Leidenschaft genau jene Eigenschaften hervorkehren, die das genaue Gegenteil von dem hervorrrufen. Nach dem Motto, Mir san mir...gehts in Oasch Gsindl, linkes. Das ist zu billig und wird uns allen schaden.
Das möchte ich verhindern.

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Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von zela » Mi 16. Jun 2010, 15:55

ich werde weiter vorsätzlich und mit Leidenschaft genau jene Eigenschaften hervorkehren. Es ist mE die einzige Möglichkeit den Waffenbesitz vor den "gesellschaftlichen Entwicklungen" zu schützen. Mit dieser weinerlichen Kompromisslerei enden Sie bei sowas wie dem deutschen Waffengesetz. Und der Verband und ihrem von ihnen so unmöglich gefundenen "Auftritt" verdanken Sie im Grunde, dass Österreich dort nicht schon längst ist.

Waffenbesitz ist kein Grundrecht


doch, ist es

es dazu zu erklären zeugt von völligen Unverständnis der gesellschaft in der wir leben.


ihm diese Eigenschaft abzusprechen zeugt vom völligen Unverständnis davon, was ein "Recht" überhaupt ist. Rechte werden nicht "zugestanden", abgestempelt und "genehmigt". Sie sind das Gegenteil von "Privilegien", die Ihnen ausschließlich für eine besonders brave Gruppe von untertänigsten Soziverstehern vorschweben.
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Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von wolf » Mi 16. Jun 2010, 16:03

#
Zuletzt geändert von wolf am Do 6. Okt 2011, 01:06, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von zela » Mi 16. Jun 2010, 16:07

der hat von Sachkundeprüfung über Psychotest bis home invasion schon soviel linke Propaganda inhaliert dass das Original solche Waffenbesitzer mit Leichtigkeit in die ohnehin längst dafür vorgesehenen, gesetzlichen Schranken weisen wird. Zielsporteln kannst auch mit Luftgewehr. Oder mit .22lr, wenn das Politbüro großzügig ist. Dazu gibts noch paar Jagdscheine für Herrn Konrad, andere Freunderln und verdiente Mitglieder der Baddei.
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