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Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Alles was sonst nirgends wirklich reinpasst! Tabu sind: Politik und Religion (sofern kein Waffenbezug)
Hugh Thompson Jr.

Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von Hugh Thompson Jr. » Mi 16. Jun 2010, 22:35

herr_rhodes hat geschrieben:Das ist die selbe Geschichte wie bei den Waffenpässen - ist das Leben eines Juweliers mehr Wert als das eines Müllwagenfahrers etc.?? LG HR


Das sind wir einer Meinung! Selbstverständlich würde ich dem Müllwagenfahrer den WP ebenso zuerkennen, wie dem Juwelier oder eben beiden nicht.

Und zur 45 contra 3 Minuten Frage:
Ich sehe da schon einen substantiellen Unterschied. Die 3 Minuten benötige ich als Waffenbesitzer schon, um den Waffenschrank aufzusperren, die Waffe zu entnehmen, zu laden und schußbereit zu machen. Außer ich würde ständig die Knarre neben mir geladen liegen haben.

Umgekehrt: Kann mich die Waffe immer schützen? Ich denke nicht! Sei es, dass sie in der Situation nicht dabei ist, sei es, dass das Überraschungsmoment klar auf Seiten des Angreifers liegt.

Ich finde daher die Frage viel spannender: Was bietet Schutz?

Und das ist für mich ein Mix aus Verschiedenem. Polizei ist eine wichtige Säule dabei.

Zivilcourage eine andere (Aber exakt für diese Meinung wurde ich an anderer Stelle - argumentativ - "verprügelt").

Nehmen wir theoretisch an, es wäre allen Staatsbürgern erlaubt, eine Schußwaffe in der Öffentlichkeit zu führen. Jetzt stelle ich mir vor, es kommt zu einer überraschenden Attacke von mehreren Angreifern. Bevor man noch mitbekommt, was gespielt wird, ist man schon niedergeschlagen und am Boden. Ich kann nicht sehen, daß das bis zu dem Punkt die Waffe verhindern würde = Überraschungsmoment der Angreifer.

Jetzt besteht aber die massive Gefahr, dass die (z.Bsp. bei einem Ausraubversuch) die Waffe entdecken und gegen einen selbst als legalen Waffenbesitzer einsetzen.

Umgekehrt: Würden Dritte eingreifen, zur Hilfe eilen und die Polizei rufen, wäre die Gefahr viel besser gebannt.

zela
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Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von zela » Mi 16. Jun 2010, 22:40

Kann mich die Waffe immer schützen? Ich denke nicht!


Ich denke auch nicht. Das kann aber niemals ein Argument für die Einschränkung des *Rechts* auf Waffenbesitz sein. Non sequitur. Und ob 3 Stunden, 3 Minuten oder 3 Zehntelsekunden ist *sowas* von *völlig* egal.
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Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von pembino » Mi 16. Jun 2010, 22:41

cobaltbomb schrieb:
ich finde waffen sind die versicherung des volkes gegen einen allzu untragbaren tyrannen.
ein herrscher der seine untertanen gut behandelt, braucht sich nicht fürchten, seine untertanen werden ihre eigenen waffen verwenden um ihn zu beschützen.

klar weiss das die herrschende kaste auch, und wenn sie im begriff ist sich selber auf kosten der untertanen grade dick zu bedienen dann ist es klüger alles zu verbieten was tacticcooler als ein nagelbrett ist


:text-+1: Besser kann man nicht schreibe

Hugh Thompson Jr.

Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von Hugh Thompson Jr. » Mi 16. Jun 2010, 22:43

pembino hat geschrieben:Um etwas zu besitzen muss ich darüber Verfügung können. Stimmt. Das heißt aber nicht, dass ich das Flugzeug fliegen muss können. Wenn ich es zu Hause auf meiner Wiese stehen habe, habe ich die Verfügungsgewalt darüber. Es befindet sich in meinem Machtbereich, ich kann darüber verfügen.

Ja, da hast recht. Ich wollte jetzt keine juristische Abhandlung draus machen. Zumal es im Flugbereich noch den rechtlich definierten "Halter" gibt. Du kannst zwar den Jet kaufen, du kannst ihn auch besitzen im Sinne der Verfügungsgewalt, ihn aus dem Hangar zu schieben und wieder rein oder dich mal auf den Pilotensitz zu schwingen, aber du kannst über ihn nicht seiner Bestimmung gemäß verfügen - nicht mal das Triebwerk starten.

Auch nicht auf dem eigenen Grundstück. (Ein Gegensatz z.Bsp. zum Automobil. Das dürfte man am eigenen Grundstück sehr wohl ohne Führerschein fahren.)

Ich nehme aber an, dass alle hier schon davon ausgingen, die Waffen ihrem Konstruktionszweck entsprechend nutzen zu wollen, also zu schießen.

Hugh Thompson Jr.

Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von Hugh Thompson Jr. » Mi 16. Jun 2010, 22:47

pembino hat geschrieben:Ich lebe auch in Europa, aber unsere Polizei braucht auch gut ne 1/2 Stunde bis sie da ist! Das ist verdammt viel Zeit in einer Notwehrsituation.

Das ist verdammt lang, zugegeben! Ich denke aber nicht, dass das für die Mehrheit der Österreicher gilt. Für Wiener sicher nicht.

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Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von zela » Mi 16. Jun 2010, 22:50

Hugh Thompson Jr. hat geschrieben:
pembino hat geschrieben:Ich lebe auch in Europa, aber unsere Polizei braucht auch gut ne 1/2 Stunde bis sie da ist! Das ist verdammt viel Zeit in einer Notwehrsituation.

Das ist verdammt lang, zugegeben! Ich denke aber nicht, dass das für die Mehrheit der Österreicher gilt. Für Wiener sicher nicht.


und wenns für die Mehrheit gilt, hat die Minderheit halt einfach Pech gehabt. Tot, Pech.
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Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von kemira » Mi 16. Jun 2010, 22:52

Beispiel aus dem Jahr 2005: Einbruch, Täter gottlob verscheuchen können. Polizei gerufen.

Mit dem Auto auf den Posten fahren hätte 5 Minuten gedauert. Bis zum Eintreffen der Beamten vergingen fast 45 Minuten.

Fragen?

PS: ob ich "die Mehrheit aller Österreicher" bin, war mir in dem Moment so was von wurscht, echt... :whistle:
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Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von zela » Mi 16. Jun 2010, 22:54

mir ist nicht ganz klar inwiefern das eine Rolle spielt. Angenommen du wohnst direkt über der Polizei und sie könnte in 20 Sekunden an der (versperrten) Tür sein - welche Konsequenzen ergeben sich daraus für das elementare Recht auf Waffenbesitz? Ein wirklich dümmlicher non sequitur.
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Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von pembino » Mi 16. Jun 2010, 22:55

@ Hugh Thompson Jun.
Wenn du im Falle eines Überfalls eine Waffe bei dir hast, dann hast du wenigstens die Chance dich durch sie zu retten.
Host oba kane, donn host a ka Chance! (So hats mir mal einer erklärt ;) )


Es geht bei der ganzen Diskussion darum, dass man nicht einfach immer nachgeben sollte und buckerl machen und auf die PC achten. Wie weit das einen bringt sieht man ja in Deutschland. In den USA aber ist man stolz darauf, zeigt sich, versteckt sich nicht und kämpft auch lautstark um dieses Recht. Und wer hat das liberalere WaffG.
Ich finde es einfach nicht klug wenn man sich selbst den Kopf darüber zerbricht, wie man sich sein Hobby noch schwieriger machen kann. Die AWN haben selbst genug Ideen. Man hats eh schon schwer genug als Waffenbesitzer.

Dich versteh ich zeitenweise nicht: manchmal scheinst du total Begeistert von deinem Hobby zu sein und manchmal suchst du nach Möglichkeiten bzw. Begründungen warum der Waffenbesitz unnötig wäre. Wie jetzt?
Versteh das bitte nicht als Angriff oder Prügel oder sonstwas. Ich frage dich ernsthaft.

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Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von Charles » Mi 16. Jun 2010, 22:56

Hugh Thompson Jr. hat geschrieben:
pembino hat geschrieben:Ich lebe auch in Europa, aber unsere Polizei braucht auch gut ne 1/2 Stunde bis sie da ist! Das ist verdammt viel Zeit in einer Notwehrsituation.

Das ist verdammt lang, zugegeben! Ich denke aber nicht, dass das für die Mehrheit der Österreicher gilt. Für Wiener sicher nicht.



Haha, der größte Witz!

Auch in Wien wartest mindestens 30 Minuten auf die Polizei...am hellichten Tag! :naughty:
Vor 3 Wochen wurde eine Cousine überfallen und niedergeschlagen, die Rettung war nach ca. 25 Minuten da, die Polizei viel später...jede Menge Zeugen, keiner schritt ein, keiner half ihr...
Und das an der Hütteldorfer Straße...

Hugh Thompson Jr.

Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von Hugh Thompson Jr. » Mi 16. Jun 2010, 22:57

cobaltbomb hat geschrieben:hätte nur einer die eier gehabt den hitler umzunieten ,

Haben doch eh Mehrere versucht, oder? Schon von Stauffenberg, Ludwig Assner oder Georg Elser gehört?

Vom Überleben Hitler's der Stauffenberg'schen Bombe aus Glück mal abgesehen, der Sturz wäre auch erfolgreich gewesen, wenn nicht immer noch der Rückhalt für das NS Regime so groß gewesen wäre.

Hitler und der NS-Faschismus wurde durch Waffengewalt besiegt. Aber nicht durch die eines Einzelnen, sondern durch staatliche.
Leonardo hat geschrieben:Wenn der Staat in guten Zeiten deine Waffen einzieht und verbietet,woher nimmst du dann dieselben wenn du sie mal brauchst?
Um genau das geht es derzeit in Europa.

Sagt mal, rüstet ihr für einen Bürgerkrieg???

Und falls ja, würde ich das jetzt inhaltlich gar nicht kommentieren, aber in der Logik:
Wäre das schlau, sich mit legalen, registrierten Waffen auszustatten, um sie im Bürgerkriegsfall einzusetzen? Und damit im Häfn zu landen...

Wer sich dazu entschließt, "notfalls" (nach der eigenen Definition) auch gegen den Staat mit Waffen vorzugehen, müßte sich eigentlich logischerweise mit illegalen Waffen eindecken, oder?

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Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von schuhsepper » Mi 16. Jun 2010, 23:00

Erstaunliche Diskussion.

Es würde mich mal aus dem Mund anderer interessieren zu hören wie sie sich denn den Waffenbesitz vorstellen. Meine Vorstellungen sind ja derart unerträglich für die meisten, dass ich die Spottnamen schon gar nicht mehr aufzählen kann die sie mir geben.
Blöd für sie dass meine Sicht die Realität ist.

Weiters wäre es zu hinterfragen woher denn diese grosse Angst vor der Zukunft kommt? Es scheinen viele hier zu glauben, dass der Bürgerkrieg und das Chaos bevorsteht.

Ausserdem frage ich mich, warum viele aus ihren Waffen ableiten, dass sie dadurch im öffentlichen Diskurs eine bessere Position hätten.

Und zu guter letzt, habe ich jemals in Frage gestellt, dass freier Waffenbesitz möglich sein soll? Nein, aber jene, die glauben Waffen haben zu müssen, müssen eben die Eignung dafür nachweisen. Ist das zuviel verlangt? Das was wir in Ö haben sind doch Minimalanforderungen die jeder erfüllt der einigermaßen bei Trost ist. Und man kann sogar ein AUG haben wenn man will.

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Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von HS911 » Mi 16. Jun 2010, 23:01

Hab hier einige Seiten verpasst, mich 'quält' aber seit den ersten Seiten hier eine Frage:
Wenn vom (eingeforderten) uneingeschränkte Waffenbesitz gesprochen wird, sind da sämtliche sämtliche Waffensysteme gemeint, oder ist da bloß eine bestimmte Art von Waffen (z.B. Infanteriewaffen) gemeint?
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Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von zela » Mi 16. Jun 2010, 23:03

Hitler und der NS-Faschismus wurde durch Waffengewalt besiegt. Aber nicht durch die eines Einzelnen, sondern durch staatliche.


nachdem die Entwaffnung der Einzelnen den Aufstieg und die monströsen Verbrechen überhaupt erst ermöglichten und begünstigten


Sagt mal, rüstet ihr für einen Bürgerkrieg???


Ich, ja. Nicht weil ich glaub dass ein Bürgerkrieg vor der Tür steht, sondern weil Bürgerkrieg eine von vielen (unwahrscheinlichen) Szenarien ist, wo du ohne Waffe schlechte Karten hast.


Wer sich dazu entschließt, "notfalls" (nach der eigenen Definition) auch gegen den Staat mit Waffen vorzugehen, müßte sich eigentlich logischerweise mit illegalen Waffen eindecken, oder?


Kann sein, muß nicht sein. Es reicht wenn der Feind nichts davon weiß.

müssen eben die Eignung dafür nachweisen. Ist das zuviel verlangt?


Klares Ja. Ich bin Mensch und lebe. Das reicht als Nachweis. Jene Gestalten für die die Selbstverteidigung ein elitäres "Vorrecht" ist, das die Obrigkeit gefälligst "genehmigen" muß (auch wenn es sich gegen diese wendet!) sehen das in ihrer verqueren Sicht der Dinge vermutlich etwas anders. Nichts anderes als Mittäterschaft.
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Re: Verantwortungsvoller Waffenbesitz gestern und heute

Beitrag von zela » Mi 16. Jun 2010, 23:07

HS911 hat geschrieben:Hab hier einige Seiten verpasst, mich 'quält' aber seit den ersten Seiten hier eine Frage:
Wenn vom (eingeforderten) uneingeschränkte Waffenbesitz gesprochen wird, sind da sämtliche sämtliche Waffensysteme gemeint, oder ist da bloß eine bestimmte Art von Waffen (z.B. Infanteriewaffen) gemeint?


alles was für die Selbstverteidigung in Frage kommt. Atombombe also eher nicht.
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