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DAS PROJEKT - Rolling Block high-end

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McMonkey
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DAS PROJEKT - Rolling Block high-end

Beitrag von McMonkey » Mo 29. Jul 2019, 22:42

Einleitung:
Der Schießsport ist für mich schon lange kein Hobby mehr. Er ist meine Passion, ein Hingabe die im wahrste Sinne des Wortes "Leiden schafft". Eine Leidenschaft die antreibt, die aus der Niederlage ein neues Fundament schafft. Der Grundstein für den Perfekten Schuss. Aus dieser besagten Passion entstehen manchmal Projekte, die rational nicht zu erklären sind. Wer jetzt schon genug hat von meinem Pathos,... es ist ein ausführlicher, ein langer, vielleicht sogar der längste Bericht im Forum. Aber erstmal von Anfang an.

Die Vorgeschichte:
Nachdem ich in die Welt der Vorderlader eingetaucht und damit zu meinen Wurzeln des Sportes - das einhändige Präzisionsschiessen - zurückgekehrt war ---> Vorderlader Pistole, streifte mich auch die Welt des Long Range Schießen in seiner ursprünglichen Form...angetrieben durch Schwarzpulver. Das Schießen mit Schwarzpulver ist nicht nur nostalgisch, es ist eine Art "Heimweh". Man schwimmt förmlich in der "Ursuppe" des Schießens, die einen trägt und auch mit fast krankhaften Ideen und Projekten ansteckt. Die "Inkubationszeit" ist relativ kurz. Die Symptome sind intensiv und drängen ganz klar in Richtung mehr. Mit zunehmenden Alter verspüre ich auch den Drang zum Langsamen. Meine Taktfrequenz ist merklich gesunken und das spiegelt sich auch in meiner Leidenschaft dem Schießsport wider. Und es wird noch langsamer, den das Laden einer Schwarzpulverpatrone, das Schießen und der Rest drum herum schreit förmlich nach "Ohmmmmmmm" - für mich zumindest.

Nach einem Testschießen wurde aus dem Gedanken ein konkretes Projekt.

Das Kaliber:
Angetrieben von meiner Vorstellung und dem Umstand, den geeigneten Büchsenmacher auch als Schützenkollegen an der Hand zu haben, ging es an die Auswahl des Kalibers. Das Kaliber 45-90 bot sich für Long Range förmlich an. Nun wie oft komme ich zum Schießen auf 300+ Meter, also das Kaliber mit Bedacht abwägen. Ein Test auf 100m hat mir die Augen geöffnet. Der Rückstoß war mit mir noch nicht mal fertig, da ist die Bleimurmel schon auf der Scheibe eingeschlagen. Zu stark für den "kleinen Monkey", zerstörerisch, unangenehm. Der Test mit der Patrone 10,3x60R (.450/400 2⅜-inch BPE Black Powder Express) war dann schon das, was ich mir vorgestellt hatte. In vielen Gesprächen mit meinem Büchsenmacher - unter Berücksichtigung, dass ich die meiste Zeit zwischen 100-300 Meter schießen werde - fiel das Kaliber 40-65. Eine noch immer beliebte Mid-Range Patrone vor allem in der USA. Der Nachteil auf 500-800m war offenkundig aber nicht unmöglich. Ein präzises Kaliber und der Spagat den ich gesucht hatte. Die Patrone 45-70 war eigentlich nie eine Option, da ich auf der Suche nach etwas Ausgefallenem war. Auch wenn die 45-70 eine Fülle an verschiedenen Geschossen liefert, das Individuelle war der Reiz und Vater des Gedankens, zumal ich die Geschosse ja auch selbst produzieren werde und hier im Punkto Kokille auch dieser Gedanke Platz greifen sollte. Nach einem neuerlichen Testschießen war die Entscheidung gefallen und ich hatte mir das Thema endgültig "eingetreten". Ein außergewöhnliches Gewehr im - für unser Breiten - außergewöhnlichen Kaliber 40-65 Winchester.

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Das System:
Text orig. Wikipedia
Der „Rolling Block“-Verschluss oder auch Drehblockverschluß ist ein Verschluss-System für Waffen, das 1863 von der Firma Remington zum Patent angemeldet wurde. Es wurde von Leonard M. Geiger entwickelt und 1867 auf der Pariser Weltausstellung mit einer Silbermedaille ausgezeichnet.
Die Funktionsweise des Drehblockverschlusses ist relativ einfach. Ein achsgelagerter Block wird, bei gespanntem Hahn, nach hinten abgekippt und so das Patronenlager freigegeben. Nachdem die Waffe geladen wurde, kippt man den Block wieder hoch, um das Patronenlager zu schließen. Sobald man den Abzug betätigt, wird der Block durch den vorschnellenden Hahn verriegelt und die Patrone kann gefahrlos zünden. Nachdem die Patrone abgefeuert ist, spannt man erneut den Hahn, öffnet den entriegelten Block und kann die Hülse entnehmen, um die Waffe wieder zu laden.
Bei meiner Rolling Block handelt es sich nicht um ein Replik/Nachbau ala Pedersoli & Co, sondern um einen Neubau auf Basis eines original Remington M1867 Systems.


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Das System wurde 1872 in der "Carl Gustafs stads Gevärsfaktori" hergestellt. Die Krone mit dem C und die Jahreszahl ist ein "Hingucker". Auch die "Inspector marks" auf der anderen Seite zieren das gute alte Stück. Der große Ladelöffel macht sich nicht nur schön, sondern vereinfacht auch das "Hingreifen" zum Landen. Bei dieser Produktionsreihe wurden an der linken Seite des Systems, Sicherungsschrauben angebracht. Ein weiteres Detail das mir an dieser Systemvariante sehr gefiel. Einige Jahre später stellte man dann auch in der "Carl Gustafs stads Gevärsfaktori" die Produktion um und ersetzte die Sicherungsschrauben gegen die bekannte Platte die eigentlich jede Rolling Block ziert.
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Der Lauf:
Um diesen historischen Rolling-Block-System Leben einzuhauchen, brauchte es auch einen Lauf. Nicht irgendeinen Lauf. Er sollte dem Projekt gerecht werden und es war klar, dass Historie und höchste Präzision sich hier nahtlos anschließen sollten. Einen solchen wertvollen Lauf darf ich ja schon mein Eigen nennen. (siehe Link ganz oben Vorderlader Pistole). Ganz klar, dass nur Ueli Eichelberger (Schweiz) hier Hand anlegen sollte. Büchsenmacher Andreas Baumkircher und Ueli Eichelberger, "kongeniale" Profis auf diesem Gebiet. Die Weltmeister wissen um diese Qualität und die Rekorde geben ihnen recht. Der Lauf wurde nach alter Methode spanabhebend gezogen. Das spanabhebende Laufziehen ist die zeitaufwändigste, individuellste, präziseste, schonendste und auch die teuerste Technik die Züge in den Lauf zu bringen.

Extras:
Bei der Laufkontur habe ich mich für 1/3 Kant und 2/3 Rund entschieden. Der Schaft, aus Wurzelmaserholz mit Schaftbacke. Eine Fischhaut, Handarbeit am Vorder- und Hinterschaft. Ein passend angefertigter, kugelgelagerter Putzstock. Der Diopter aus der Fertigung meines Büchsenmachers plus ein Hardley Eye, also eine verstellbare Augenmuschel mit 8 Öffnungen. Eine grüne Libelle ist im Korntunnel verbaut. Und damit sich das Ganze noch individueller gestaltet, sollte der Abzug, der Verschlussblock mit Löffel und der Hahn titan-nitriert werden.

Wer nun meint, dass es mit der Bestellung dann auch finanziell ein Ende hatte, der irrt sich gewaltig. Bei keiner meiner Neuanschaffungen, war die Zubehörbeschaffung so umfangreich und ebenso kostspielig. Ich möchte erwähnen, dass beim Zubehör auch auf gebrauchte Teile zurückgegriffen wurde und auch auf die Marke Eigenbau - also wer bastelt mit - gesetzt wurde. Und trotzdem, das summiert sich.

Zubehör:
Tja wo am besten anfangen, ...
Geschosse, damit ich vor dem "selber gießen" schon mal was zu tun habe. Natürlich sind die ungefettet, also kommen auch hier noch Materialien und und und dazu. Für die künftige Herstellung der Geschosse wurde eine Maß-Kokille von Hensel geordert und ein genialer Kokillengriff aus der USA. Das Blei in der richtigen Legierung kaufte ich laufend zu. Selber legieren kommt vielleicht später.
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Für das gießen der Geschoße, habe ich mich für einen Lyman Big-Dipper nebst Schöpfkelle entschieden. Warum kein Gießofen mit Auslassventil? Der jährliche Geschossverbrauch wird überschaubar sein und ich wollte diesen Vorgang so "ursprünglich" wie möglich halten. Wenn es mich juckt, dann kann ich immer noch auf ein anderes Gerät umsteigen. Um als Anfänger ein Gefühl für die Temperatur zu bekommen, kaufte ich auch noch ein elektronisches Thermometer. Es wird mit der Erfahrung wohl überflüssig werden, für das anfängliche Controlling reicht dies jedoch aus.

Die Geschosse müssen ja auch noch kalibriert werden, also ein entsprechender Kalibriereinsatz und ein passender Setzstempel. Fehlte nur noch die Fettpresse und die viel mir im gebrauchten aber guten Zustand in den Hände. Nach der Reinigung vom alten Fett und Co, war sie dann auch fertig für die neue Bestimmung.
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Matrizensatz und Hülsen, sind wesentliche Bestandteile um das Gerät zu Laufen zu bringen. Die Auswahl des Matrizensatz gestaltete sich doch etwas schwieriger. Dazu muss man verstehen, dass die .40-65 Winchester keine SAAMI-Standardpatrone ist. SAAMI (Sporting Arms and Munition Manufacturing Institute). Also gibt es hier verschiedenste Abmessungen, vor allem beim Aufweiter. Da reicht die Bandbreite von .406 bis .409. Da ich jedoch einen Diameter von .410 benötige, wurde von meinem Büchsenmacher ein entsprechender Aufweiter angefertigt. Zum Verständnis,... das Geschoß wird nicht gecrimpt - wie es für einen Unterhebelrepetierer notwendig wäre - sondern die Hülse wird auf das Geschoßmaß aufgeweitet, somit lässt sich die "Murmel" fast mit der Hand setzen. Warum? Ich meine es verstanden zu haben bitte aber um Verständnis, dass diese "Welt" des Schwarzpulver Schießen für mich komplett neu ist und ich noch immer Leute mit Fragen bombardiere und in entsprechender Lektüre stöbere. Also möchte ich hier nicht unbedingt mit Halbwissen glänzen.
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Eine Schwarzpulverpatrone wird nicht wiedergeladen, sie wird im wahrsten Sinne des Wortes gestopft.
Um so viel wie möglich Schwarzpulver in die Hülse zu bekommen, hilft man sich mit einem "Drop-Tube". Über ein 60-80m langes Fallrohr wird das Pulver langsam in die Hülse getrickelt. Der Unterschied ist merklich (kommt auf die Pulversorte an). Durch das langsame "eintrickeln" verdichtet sich die Pulverladung und somit bleibt mehr Platz für Mehr. In einem späteren Arbeitsvorgang, wird die Ladung nochmals - mit Gefühl - weiter komprimiert. Der "Drop Tube" war schnell gebaut und macht genau das was er soll. Für eine grobe Erstaufnahme der gewünschten Pulvermenge, habe ich mir ein entsprechendes Schöpfmaß machen lassen. Der Rest auf ca. 52grain wird über die Waage ermittelt. Da ich aus Zeitgründen das Patronen Stopfen aufteilen werde, habe ich mir Pulverröhrchen angeschafft. Damit kann ich die Ladungen schon mal vorbereiten. Die Glasröhrchen Halterungen war eine schöne meditative Urlaubsarbeit. Die kleine Halterung dient zum Abfüllen, damit nichts umfällt. Wer Zeit hat, dem fallen auch solche Dinge ein :D Als Ladebrett dienen die bereits vorhandenen, handgemachten für das Kaliber 7,62x54R. Passen perfekt.
Ergänzung zum Schöpfmaß:
Wenn ich schon so ausgefallene Sachen mache, dann gehe ich oftmals ins Detail. In der Zwischenzeit gibt es ein neues Griffstück für das Schöpfmaß, ein Griffstück der Extraklasse. Es handelt sich dabei um eine Daube eines Barrique Weinfasses aus Bordeaux. Französiche Steineiche von der Atlantikküste. Die Einfärbung des "edlen Tropfen" ist noch gut zu erkennen. Das Fass wurde 1860 hergestellt und passt somit perfekt zum Jahrgang der Rolling Block! (Und zu einem anderen Projekt - das läuft noch und ich werde euch ebenfalls damit beglücken)
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Auf die Ladung kommt noch eine Scheibe Milchkarton oder stärkeres Papier. Hierzu habe ich mich für eine Stanzmatrize entschieden.
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Zwischen Geschoß und Milchkarton findet ein Fett Cookie Platz. Für die Produktion der Fettplatten habe ich mir diese Vorrichtung gebaut. Mit einer Bratenspritze bringe ich das flüssige Fett ein und schabe - nach dem Erkalten - den Überschuss weg. Übrig bleibt eine Fettplatte mit einer Höhe von knapp 3mm. Ein Backpapier zwischen Fettplatte und Holz hilft, diese fertige Fettplatte problemlos zu lösen. Die Cookies können mit einem selbstgebauten Ausstecher ausgestochen werden oder ich verwende gleich die Hülse mit Ladung und Milchkarton. Das wird sich alles im laufenden Betrieb zeigen. Und weil ich so gar nichts im Urlaub zu tun hatte, baute ich aus Resten noch eine "Hülsentrocken-Station". Das Backrohr oder die Sonne macht den Rest.
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Beim Schießen mit Schwarzpulver ist es wichtig, die Pulverreste weich und geschmeidig zu halten. Hierfür verwendet man seine "Atemluft". Über einen sogenannten "Blow Tube" wird die Atemluft über den Schlauch in den Lauf eingeblasen. Ein paar kräftige Atemstöße, die Feuchtigkeit der Atemluft verbindet sich mit den Schwarzpulverresten und verhindert, dass diese sich verkrusten. Hier wirkt auch das schon erwähnte Fett-Cookie zwischen Geschoss und Milchkarton. Verkrustete Rückstände beeinflussen die Präzision - erheblich. Natürlich könnte man auch nach jedem Schuss Zwischenwischen, aber das ist nicht präzisionsfördernd. Also ihr seht schon das ist etwas komplett anderes als das Schießen, das man lang läufig so kennt. Das Mundstück ist aus Olivenholz gefertigt. Der Teil der in das Patronenlager kommt, ist aus Kunsstoff und hat die Maße einer kalibrierten Hülse.
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Obwohl Standard Korneinsätze bei der Bestellung dabei waren, habe ich noch einen zusätzlichen von MVA (Montana Vintage Arms) geordert. Passende Patronenboxen und das angeblich beste Fett für diese Zwecke von SPG sind auch mit von der Partie. Die Sticks werden für die Fettpresse gebraucht und der Block für die Herstellung der Cookies. Wenn einmal alles in Fleisch und Blut übergegangen ist, dann werde ich mich auch an einem Eigenrezept versuchen.
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Der Transport, ein Ding das mich lange beschäftigt hatte. Sollte es ein gut gepolstertes Futteral sein oder doch ein Koffer? Geeignete Koffer für diese Länge, sind rar und teuer. Nun nach vielem Hin und Her entschied ich mich für eine "gescheite" stabile Lösung, einen Koffer. Ein massives Teil mit Transportrollen und Rasterschaumeinlage. Teuer aber im Vergleich zu den gesamten Ausgaben, Kleinkram. Ein schwerer Koffer, nun die Rolling Block ist auch kein Leichtgewicht. Außerdem helfen mir die Transportrollen beim Einladen in den Kofferraum. Mein Leid geprüftes Kreuz wird es mir danken. Einen Träger würde ich halt noch brauchen :-)
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Viele andere Dinge sind noch in Planung und Arbeit. Eine Range-Box aus Holz, eine Sitzkiste und eine Gewehrauflage (Holz-Sticks) für das Longerange Schießen etc.

JA JA, Bla Bla ... ich komm eh schon zum Wesentlichen. Wer bis jetzt durchgehalten hat, wird nicht enttäuscht.

Die Rolling Block

Eckdaten:
Hersteller: Andreas Baumkircher
Kaliber: 40-65 Win.
Gewicht: rund 5.500 Gramm
Gesamtlänge: 120cm
Lauflänge: 76cm/30Zoll
Lieferzeit: 20Monate

... diese Rolling Block gibt es so nicht mehr. Es ist eine der Letzten - wenn nicht die Letzte, die in Zusammenarbeit zwischen Ueli Eichelberger und Andreas Baumkircher hergestellt wurden. Beide genießen den Ruhestand.


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Diopter aus der Werkstatt "Baumkircher" mit 8fach verstellbarer Augenmuschel. Die Libelle/Wasserwaage ist im Korntunnel verbaut und demontierbar.
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Der Diopter ist selbstverständlich umlegbar (ist aber nicht notwendig beim Laden) und arretiert in aufrechter Stellung
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Ausgesprochen schönes Wurzelmaserholz
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Einer meiner Sonderwünsche die Laufkontur - 1/3 Achtkant und 2/3 Rund
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Titan-Nitrierung
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Die andere Seite - Sicherungsschrauben und die "Inspector marks"
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Fischhaut auch am Vorderschaft und eine Vorbereitung für eine Gurtmontage
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Auf Maß angefertigter, kugelgelagerter Putzstock. Griff abschraubbar
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Eingepackt
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Danke "Andreas" für das tolle Projekt und diese wunderschöne Arbeit.
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Schlusswort:

Einer meiner ersten Waffen war eine Rolling Block Kaliber 45-70 von Pedersoli. Aufgrund der teuren Munition und der damaligen Verfügbarkeit, habe ich mit dem Wiederladen begonnen. Blutiger Anfänger ohne jede Hilfe und gleich dieses Kaliber. Ein gutes Buch und einen Dremel um die Hülsen zu polieren,… na was soll ich euch sagen :lol: eine wilde Zeit. Lang ist es her und wie meistens im Leben, schließt sich der Kreis. Ich bin wieder zum Ursprung zurückgekommen. Jetzt aber mit viel Wissen, Erfahrung und als ausgezeichneter Schütze. Auf dieser Basis ist die neue Herausforderung ein wenig einfacher zu meistern, wenngleich ich nie ohne Fragen sein möchte.

Ein wunderbares Projekt, dass mich fast jeden Tag - an dem ich darauf gewartet habe - geistig und handwerklich beschäftigt hat. Und das Projekt ist noch lange nicht abgeschlossen. Es warten aufwendige Tests, Geschoß, Fett und Ladung...Temperatur und Fett, Geschosse gießen etc. ganz zu schweigen vom Long Range Schießen bis 800m. Und damit mir nicht langweilig wird, ist das Ende der Fahnenstange dann auch noch nicht erreicht. Am Ende steht das Schießen mit papierumwickelten Geschoßen (Paperpatch) und die entsprechende Präzision. Eine Herausforderung, nochmal eine andere Nummer in diesem fantastischen Segment des Schießens. "Aus meiner Sicht" - die Königsklasse. Das Projekt ist also nicht zu Ende, es hat gerade erst begonnen.

Ich habe mir viel vorgenommen tja aber ... Was man nicht tut, geschieht auch nicht.

kollegialer Gruß
Eurer McMonkey

Am Rande:
Du hast bis hier durchgehalten, Danke dafür. Ich hab mir viel Mühe und Zeit für den Bericht genommen, also ... Anregungen und Fragen erwünscht. Auch wenn das Thema nicht für alle interessant ist (um es auszuüben) hoffe ich dennoch, ein wenig Wissen verteilt zu haben.
Was man nicht tut, geschieht auch nicht.

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Re: DAS PROJEKT - Rolling Block high-end

Beitrag von Tagnor » Mo 29. Jul 2019, 23:18

Danke, dass du dieses interessante Projekt hier vorstellst!
Tolle Arbeit! :clap:

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Re: DAS PROJEKT - Rolling Block high-end

Beitrag von woolf » Mo 29. Jul 2019, 23:47

Einfach Wunderbar! :clap:
Man sieht dass das Schießen bei dir eine wahre Leidenschaft ist.
Eine Frage drängt sich aber geradezu auf: Warum denn die TiN Teile? Ich meine, blau oder gelb angelassen wäre da ja eher das was einem als erstes in den Sinn kommt.

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Re: DAS PROJEKT - Rolling Block high-end

Beitrag von baetmaen » Di 30. Jul 2019, 06:03

Ein wahnsinns Teil, gute Story, vielen Dank. :clap:
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Re: DAS PROJEKT - Rolling Block high-end

Beitrag von Nordi » Di 30. Jul 2019, 07:42

Auf soviel Leidenschaft und Liebe zum Hobby kann man ja fast schon neidisch sein :) Respekt :)
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Re: DAS PROJEKT - Rolling Block high-end

Beitrag von Ares » Di 30. Jul 2019, 07:45

Servus!
Ist von der Ästhetik wohl gleichauf mit diesem Thread zu sehen:
viewtopic.php?f=27&t=35619&p=576920&hil ... er#p576920
Einfach tolle Beiträge! :)
lg & thx
Ares
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Re: DAS PROJEKT - Rolling Block high-end

Beitrag von yoda » Di 30. Jul 2019, 07:53

Eine wunderbare Waffe, Vielen Dank fürs zeigen!

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Re: DAS PROJEKT - Rolling Block high-end

Beitrag von Radetz » Di 30. Jul 2019, 08:25

Super Bericht, danke dafür!

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Re: DAS PROJEKT - Rolling Block high-end

Beitrag von tousibaer » Di 30. Jul 2019, 08:31

Voll der Porno!!! :clap: :clap: :clap:

Dasnke & Grüße

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Re: DAS PROJEKT - Rolling Block high-end

Beitrag von AUG-andy » Di 30. Jul 2019, 08:45

Super Bericht , Hut ab !
Da steckt viel Zeit , Leidenschaft und Geld in dem Projekt.
Was mich , und sicher viele andre User brennend interessieren würde ist ,
wieviel kostet so eine tolle Büchse die in Handarbeit hergestellt wurde .
Eine ungefähre Angabe wäre toll. Mein Bauchgefühl würde es im oberen 4 stelligen Bereich ansiedeln. ;)
MfG
0.22LR , 223Rem , 308Win , 9mm Para , 38/357 , 44Mag , 45ACP

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Re: DAS PROJEKT - Rolling Block high-end

Beitrag von MauserM03 » Di 30. Jul 2019, 09:02

Tolles Projekt und Bericht. Die Leidenschaft ist deutlich bemerkbar!
Vielen Dank dafür und viel Freude damit!
Ich kenn mich in dem Bereich Schwarzpulver ja gar nicht aus, mich würde interessieren wie schwer die Geschosse sind und welche V0 erreicht wird. Praktisch wäre es schön sehr interessant das Schussgefühl damit zu erleben.

LG MauserM03

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Re: DAS PROJEKT - Rolling Block high-end

Beitrag von McMonkey » Di 30. Jul 2019, 12:24

woolf hat geschrieben:
Mo 29. Jul 2019, 23:47
Eine Frage drängt sich aber geradezu auf: Warum denn die TiN Teile? Ich meine, blau oder gelb angelassen wäre da ja eher das was einem als erstes in den Sinn kommt.
Die Beschichtung ist nicht nur der Optik geschuldet (macht sich sehr gut bei dem dunklen Schaft), sondern es macht insofern - aus meiner Sicht - Sinn, dass diese glatte, harte und beständige Oberfläche genau richtig für Hahn und Abzug ist. Den Verschlussblock mit Löffel dann grau zu lassen, hätte mir nicht gefallen. Also alles TiN.
AUG-andy hat geschrieben:
Di 30. Jul 2019, 08:45
Super Bericht , Hut ab !
Da steckt viel Zeit , Leidenschaft und Geld in dem Projekt.
Was mich , und sicher viele andre User brennend interessieren würde ist ,
wieviel kostet so eine tolle Büchse die in Handarbeit hergestellt wurde .
Eine ungefähre Angabe wäre toll. Mein Bauchgefühl würde es im oberen 4 stelligen Bereich ansiedeln. ;)
Mit dem maßgeblichen Zubehör für den ordentlichen Gebrauch der Rolling Block und den Extras am Gerät, liegst du mit deiner Einschätzung sehr gut. Nach oben ist mehr Luft als nach unten ;)
MauserM03 hat geschrieben:
Di 30. Jul 2019, 09:02
Tolles Projekt und Bericht. Die Leidenschaft ist deutlich bemerkbar!
Vielen Dank dafür und viel Freude damit!
Ich kenn mich in dem Bereich Schwarzpulver ja gar nicht aus, mich würde interessieren wie schwer die Geschosse sind und welche V0 erreicht wird. Praktisch wäre es schön sehr interessant das Schussgefühl damit zu erleben.
Die Geschosse haben 430grain, Reinblei. Die V0 (keine eigenen Messungen) wird sich bei dieser Gewichtsklasse um die 1.200fps/365m/s bewegen.
Zuletzt geändert von McMonkey am Mi 31. Jul 2019, 19:31, insgesamt 1-mal geändert.
Was man nicht tut, geschieht auch nicht.

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Re: DAS PROJEKT - Rolling Block high-end

Beitrag von sauersigi » Di 30. Jul 2019, 13:06

Grandioses Projekt, vor allem dass der Hr. Baumkirchner noch daran Hand angelegt hat. Der wollte doch aufhören?...
Ich habe ein paar Pistolen von ihm gesehen, wenn dein Rolling Block nur annähernd so gefertigt wurde, Bravo....
„Ich dulde es nicht, dass mir Unrecht getan wird. Ich dulde es nicht, dass ich beleidigt werde. Und ich dulde es nicht, dass man mir zu nahe tritt. Ich bin anderen gegenüber gerecht und fordere auch von diesen Gerechtigkeit.“
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Re: DAS PROJEKT - Rolling Block high-end

Beitrag von Hane » Di 30. Jul 2019, 22:17

Echt geiles Projekt und tolles Review!

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Re: DAS PROJEKT - Rolling Block high-end

Beitrag von gynta » Di 30. Jul 2019, 22:36

Hab mir den Beitrag beinahe ehrfürchtig angesehen. Tolles Projekt. Gratuliere!
Gesucht: Colt SAA .45 7,5" buntgehärtert - Schießstätten WU

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