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Gehörschutz

Rund um den Schiesssport: Technik, Erfahrungen, Tipps und Tricks
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cas81
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Re: Gehörschutz

Beitrag von cas81 » Di 18. Feb 2020, 21:08

RcL hat geschrieben:
Di 18. Feb 2020, 20:35
cas81 hat geschrieben:
Di 18. Feb 2020, 19:14
Je länger das schädigende Ereignis einwirkt, desto schädlicher.
Naja, jain. Nicht direkt.

http://www.noiseandhealth.org/article.a ... ast=Murphy
High-level, short-duration impulses present a greater risk of noise-induced hearing loss than continuous noise of similar and equivalent energy levels.
Aber glaube so weit ist man noch nicht, dass man hier im Bereich von einigen ms unterscheiden kann. Da gehts eher um Knall vs. konstanter Lärm. Und da ist der Knall schädlicher.
Und wenn man nun 2 Knalle vergleicht? Die 45ACP ist schließlich kein konstanter Lärm. Es ist wie bei jeder Schädigung: je länger die schädliche Einwirkung dauert, desto schlechter. 2ms sind schlechter als 1ms, 2 mal ist schlechter als 1 mal, usw. Warum tun den Leuten die Ohren bei 223 schneller weh als bei 9mm, obwohl die 223 idR einen minimal geringeren Druck aufweist? Das sind ernstzunehmende Indizien, die weder du noch ich mit Halbwissen zu diskutieren brauchen. Führt zu nichts. Mir selbst und jedem Neuling, den ich bisher dabei hatte, der selbst ein "jungfräuliches" Gehör hatte und der noch nicht vom Schützendogma vergiftet war, tun die Ohren schneller weh von der 45ACP und jeder macht erst mal große Augen, wenn er das zum ersten mal am Nachbarstand hört. Indizien. Wenn es nicht so ist, dann auch gut, dann hat das wohl eine andere Ursache. Aber dass längere Schädigung vergleichbarer Intensität schädlicher ist als kürzere Schädigung, ist indiskutabel.
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Re: Gehörschutz

Beitrag von BR1 » Di 18. Feb 2020, 22:49

Ich denke ein weiterer Faktor ist die unmittelbare Umgebung.

Beispielweise, ein AUG auf freiem feld geschossen, kein Baum weit und breit, macht nur ein lautes POP.
Das gleiche im geschlossenen Stand macht ein BAMM.

Ist das ein unterschiedlicher Schalldruck oder nur eine andere Wirkdauer?

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Re: Gehörschutz

Beitrag von cas81 » Di 18. Feb 2020, 22:52

Das sind Reflexionen, da knallt es dann quasi mehrfach. Der Druck ist am größten, wenn der erste Knall passiert. Und bis die Reflexionen auf einen unkritischen Wert sinken, sind auch diese schädlich. Je nach Umgebung "schluckt" diese mal mehr und mal weniger davon. Nicht nur die Beschaffenheit der Umgebung, sondern auch die Distanz zu dieser spielt eine Rolle.
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Re: Gehörschutz

Beitrag von RcL » Di 18. Feb 2020, 22:55

Ich muss gestehen, Schmerzen in den Ohren hatte ich am Schießstand noch nie, dabei hab ich eigentlich ein sehr empfindliches Gehör und geh bei vielen Baustellen oder Kirchenglocken schon mit zugehaltenen Ohren vorbei.... Insofern nein, ich hab keine Erfahrung damit, wie sehr jemandem welche Schusswaffe in den Ohren weh tut, weil ich sowas einfach noch nicht erlebt habe. Weder bei mir, noch bei Leuten mit denen ich dort war.

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Re: Gehörschutz

Beitrag von cas81 » Di 18. Feb 2020, 22:59

Darum beneide ich dich. Mein Fledermausgehör ist leider super empfindlich. Detto jenes Gehör meiner Begleiter. Wo gehst du denn schießen? Ich spüre es beim Seidler, in der SRN etwas weniger, dafür umso mehr in Stammersdorf. Nur in Leobersdorf bin ich safe, dort wird richtig gut gedämmt.
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Re: Gehörschutz

Beitrag von RcL » Di 18. Feb 2020, 23:07

Ich war bisher beim Seidler, beim HSV (dort aber nur bei den Shooting Days), beim Springer im Schießkeller, beim Beschussamt und beim SKH (auch dort nur wenige Male). Bei FFW verwende ich aber immer Stöpsel + Peltor X5. Besser gehts imho nicht und die dicken Kapseln stören dabei auch nicht so wie beim Gewehr.

Der Schießkeller ist fies, dort ging ich als Neuling ohne Stöpsel rein und ja, die .45 ACP hab ich gespürt. Aber kein Schmerz, sondern ein dumpfes Gefühl und leichter Tinnitus. Meine Begleitung übrigens auch. Seitdem immer doppelter Schutz und keine Kapselschützer mehr, die Gummipads verwenden. Ich vermute, dass die Schießbrille hier die Dämpfung gemindert hat. Aber sowas erzählt einem natürlich keiner vorher....

Generell beneidest du mich aber vermutlich nicht, hab mir von einem Silvester-Knalltrauma vor ~15 Jahren Tinnitus eingefangen (weil ich Depp die Stöpsel rausgenommen hab und ein paar gute, alte Piraten nicht ordentlich weggeworfen hab) und der wird im Laufe der Zeit auch nicht besser.... Erst im Winter hab ich einen neuen linksseitigen bekommen. Dachte zuerst das wär die .308 mit dem Komp gewesen, tatsächlich hatte ichs aber schon davor (ist mir nur nicht bewusst aufgefallen bzw. hielt ichs für Straßengeräusche, falls du dich fragst wie man zuerst Tinnitus haben kann und dann die Ursachen suchen muss :D). War entweder eine Baustelle, oder ein zuknallender Kasten, oder als mir mal was runtergefallen ist.

Insofern geb ich durchaus auf die Ohren acht. Ist unlustig und unheilbar, sowas. Ich geh aber auch nicht übermäßig oft schießen, meine Standbesuche kann man jährlich wahrscheinlich an einer Hand abzählen.

Fun Fact am Rande, beim Hörtest im Sommer schnitt ich besser ab, als die junge Arzt-Assistentin die den Test mit mir gemacht hat :lol:

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Re: Gehörschutz

Beitrag von cas81 » Mi 19. Feb 2020, 07:16

Na gut, ich nehms zurück :? Tinnitus ist schlechter als Schmerzen. Bitter. Ich wünsch dir, dass es jetzt zumindest nicht noch schlimmer wird und du weiterhin gut damit klarkommst.

Peltor X5, den will ich auch schon längst haben. Da passen die Gelpads drauf? Cool, wird die nächste Anschaffung. Deine Story war jetzt mein Arschtritt, danke dafür.
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Re: Gehörschutz

Beitrag von Glock1768 » Mi 19. Feb 2020, 07:34

Der peltor x5a ist ein absolut toller Gehörschutz ... Verwende ihn schon seit vier Jahren ... Kenne keinen besseren
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Re: Gehörschutz

Beitrag von RcL » Mi 19. Feb 2020, 08:22

cas81 hat geschrieben:
Mi 19. Feb 2020, 07:16
Na gut, ich nehms zurück :? Tinnitus ist schlechter als Schmerzen. Bitter. Ich wünsch dir, dass es jetzt zumindest nicht noch schlimmer wird und du weiterhin gut damit klarkommst.

Peltor X5, den will ich auch schon längst haben. Da passen die Gelpads drauf? Cool, wird die nächste Anschaffung. Deine Story war jetzt mein Arschtritt, danke dafür.
Das mit den Gelpads weiß ich nicht. Der Gehörschutz im Schießkeller damals war ein Howard Leight (?) 2. Der hat richtige Gummipads. Der Schaumstoff von den Peltors ist vielleicht besser, aber habs nie ohne Stöpsel getestet.

Alternativ gehen auch die X4A, sind deutlich schmäler und der Unterschied ist sehr gering. Hab am Waffenschrank die beiden Peltors liegen und die Howard Leight irgendwo auf einem Kasten, falls mal 2 Leute mitkommen. Stöpsel drück ich aber trotzdem immer jedem aufs Aug (bzw. ins Ohr :P )
Zuletzt geändert von RcL am Mi 19. Feb 2020, 08:30, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Gehörschutz

Beitrag von cas81 » Mi 19. Feb 2020, 08:28

Danke für die Infos
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Re: Gehörschutz

Beitrag von Chris Kriss » Mi 19. Feb 2020, 17:59

Hab mir 2016 günstige elektronische Gehörschützer gekauft. Waren von MilTec oder so. Waren für 9mm eigentlich ausreichend. (Zumindest gefühlsmäßig)
Da jetzt bei Kal. 7,62x39 die Ohren zum klingeln anfangen, hab ich mir diese Woche die 3M Hunter gekauft. Hab sie heute zum ersten Mal aufgesetzt und bin schon vom Tragekomfort sehr beeindruckt.
Bin schon gespannt wie sie sich am Stand machen.

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Re: Gehörschutz

Beitrag von BR1 » Mi 19. Feb 2020, 18:30

Ich habe mir gerade den Peltor SportTac geholt. Die tonqualität ist beeindruckend. Allerdings ist die dämpfung relativ gering, im vergleich zu einem optime 3.

Kennt jemand den unterschied zum ProTac Shooter - der deutlich weniger kostet?

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Re: Gehörschutz

Beitrag von Balistix » Mi 19. Feb 2020, 19:14

BR1 hat geschrieben:
Mi 19. Feb 2020, 18:30
Ich habe mir gerade den Peltor SportTac geholt. Die tonqualität ist beeindruckend. Allerdings ist die dämpfung relativ gering, im vergleich zu einem optime 3.

Kennt jemand den unterschied zum ProTac Shooter - der deutlich weniger kostet?
Ich hab den SportTac und den ProTac III, quasi die Sportschützen-Version vom ProTac Shooter. Die Elektronik (und damit die Akustik) ist wesentlich schlechter als beim SportTac und die Verstärkung um ein Vielfaches geringer. Außerdem ist er nicht zusammenklappbar.

Müsste ich jetzt einen Gehörschützer kaufen, würde ich mir für Outdoor den SportTac und für Indoor den Tactical XP holen. Jeweils in Kombination mit Surefire EP4 Stöpseln drunter und dafür einfach die Lautstärke etwas höher aufdrehen.

--

Hier auch noch ein paar Meinungen zu den günstigen ProTac-Modellen: https://forum.waffen-online.de/topic/44 ... fahrungen/
Hier sieht man sehr schön den Vergleich: https://www.akah.de/akah/3M-Peltor-Verg ... r-2016.pdf

--

Edit: Ich war so frei und hab's noch als Übersicht hochgeladen, um es hier einzubinden (anklicken um in voller Auflösung anzuzeigen).

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Zuletzt geändert von Balistix am Do 20. Feb 2020, 09:30, insgesamt 6-mal geändert.
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Re: Gehörschutz

Beitrag von Balistix » Do 20. Feb 2020, 06:34

Auch nicht ganz uninteressant für die Entscheidungsfindung ist dieses Diagramm hier (anklicken um in voller Auflösung anzuzeigen):

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Re: Gehörschutz

Beitrag von thermite » Do 20. Feb 2020, 11:12

Mal eine andere Betrachtungsweise: Für mich war es ausschlaggebend, eine Schutzbrille zu nutzen, welche den Gehörschutz richtig dicht um die Ohren sitzen lässt. Die 3M SecureFit die ich aktuell nutze, haben wirklich hauchdünne Bügel, mit denen funktioniert das in Kombi mit dem ProTac III bislang einwandfrei. Mit "gewöhnlichen" Bügeln normaler Schutzbrillen war das Ohr merkbar schlechter abgedichtet.

Danke @Balistix für die Übersicht! Ich finde die Produktbeschreibungen, Serien, Produktnamen, usw von 3M generell eigentlich sehr unübersichtlich...

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