Steppenwolf hat geschrieben: Fr 25. Jul 2025, 19:50
Auslandsoester hat geschrieben: Fr 25. Jul 2025, 19:15
Anthem hat geschrieben: Fr 25. Jul 2025, 17:43
Erfahrung von mein WBK Psychotest in Wien vor kurzem (Juni 2025)
TLDR - Mach dir da nicht zu viele Gedanken, wenn du keine bestehenden psychischen Probleme hast, hab mich davor auch gefragt wie das Ganze ablaufen wird, war dann aber echt nicht schlimm und vorbereiten / lernen musst du dafür auch nichts.
Zuerst einen waffenfreundlichen Psychologen rausgesucht, ich nen jetzt keine Namen, aber es gibt einige die bereits auf ihrer Website haben, dass sie selbst Jäger / Sportschütze sind, manche bieten sogar Kombi Termine an wo man den Waffenführerschein gleich auf einmal dazu machen kann.
Termin war dann gleich ein paar Tage später.
Zuerst gab es zwei Tests am PC, dann ein ca 30min Gespräch
Test 1 war ca 70 Fragen auf die man immer mit "Trifft zu, Trifft eher zu, Trifft eher nicht zu, Trifft nicht zu" antworten konnte
Test 2 war kürzer ca 35 Fragen und man konnte nur mit Ja / Nein antworten
Hört sich viel an, aber der Psychologe meinte man soll nicht viel überlegen und ca 5-10 Sekunden pro Frage seien normal.
Grundsätzlich waren die Fragen über, Sozial Leben (Hast du viele Freunde), Wie du mit Problemen umgehst, Risikobereitschaft (aka gehst du Fallschirmspringen), Lebensumstände bzw ob du Probleme hast (Haben sie Geldsorgen etc). Bei vielen Sachen gibt es oft mehrere Fragen die das selbe aus verschiedenen Richtungen ansprechen. zB "In einem Raum mit vielen Menschen fühle ich mich wohl" und "Ich verbringe gerne Zeit mit anderen Menschen"
Das Gespräch war dann
Erzählen sie etwas über sich / Lebenslauf
Schule / Arbeit was machen sie derzeit
Einige Fragen zu meiner Untauglichkeit / Bundesheer (war damals zum Glück nichts psychisches)
Nochmal viele von den ja / nein fragen gestellt bekommen, waren sie schon mal beim Psychologen, wurde ihnen der Führerschein schon mal entzogen etc.
Warum wollen sie eine WBK (Sportschütze bei mir) dann kurze Unterhaltung welche Vereine / Bewerbe es gibt da der Psychologe selbst in dem Bereich aktiv ist. Hat auch gefragt auf welchen Ständen ich schon war und hat dann auch paar Details dazu gefragt (keine Ahnung ob rein aus Interesse oder um zu prüfen ob ich wirklich dort war oder so)
Dann was ich kaufen will bzw wie ich vorhabe die Waffen aufzubewahren bzw wie sichergestellt ist, dass keine anderen Personen dran kommen.
Was ich sonst für Hobbies hab. Hab da uA auch Videospiele erwähnt wo er direkt hellhörig wurde und gefragt hat welche Art.
Ist bei mir Anno / Strategie was dann auch gepasst hat.
Dann noch kurz über Aquarien & Haustiere geredet und das wars dann auch schon.
Positives Gutachten hab ich dann nach 30min Warten bekommen.
Hoffe das Hilft Anderen weiter
... also eigentlich jeden Lebensbereich abgeklappert.
Auch hier könnte man sich fragen, was bei jemand anderen passiert wäre, mit anderen Antworten.
Nehmen wir zum Beispiel die Frage: "Haben Sie Geldsorgen?".
Also, in den heute- und oe24-Gratiszeitungen gibt es regelmäßig Artikel, in denen Leute (z.B. Mindestpensionisten) über Geldsorgen klagen: "In der letzten Woche des Monats ist kein Geld mehr da" oder "Weiss nicht, wie ich über die Runden kommen soll, wenn die Waschmaschine kaputt geht".
Diese Leute müßten ja ehrlicherweise dann auf die Frage mit "Ja" antworten.
Und dann? Die kriegen dann keine WBK, weil Gefahr besteht, dass sie eine Bank ausrauben könnten?
Und vorher sollen die dann die Geldsorgen nach Art und Höhe noch genau beschreiben gegenüber dem Psychologen?
denkst du gibt es viele solcher Fälle die, wenn sie schon Geldsorgen haben dann noch eine Investition im 4 Stelligen Bereich leisten um eine WBK zu erlagen und anschließend eine Waffe inkl. Muni....
Aus einer anderen Perspektive betrachtet, sollte es so einen Fall geben, der all sein wenig Geld für eine WBK einsetzt um den Schießsport beizutreten....also so einem würde ich es sehr gerne die WBK geben denn solche Leute die für den Schießsport brennen, braucht es mehr!
Und gerade wenn er haushalten muss, mit eventuellem Ausgabeverzicht in den letzten Montastagen, so zeigt es mir überdies, er kann auch rechnen.
Im übrigen kann jeder Geldsorgen haben, auch einer der 6TEUR im Monat verdient. ...verrückte Welt
Tolles Beispiel, Danke!
... ich weiss nicht, warum Du das nur auf Schießsport beziehst.
Der Mindestpensionist in unserem fiktiven Beispiel aus den Tageszeitungsartikeln von Leuten mit "Geldsorgen", der die Psychotest-Frage nach "Haben Sie Geldsorgen?" wahrheitsgemäß ja eigentlich mit "ja" beantworten müßte, könnte sich ja trotzdem lediglich eine gebrauchte KK Pistole oder Revolver für SV anschaffen wollen und nicht gleich eine CZ75 für x tausend Euro, weil er dann auf Bewerben schießen und glänzen will. Da wird's doch gar nicht um 4-stellige Ausgaben gehen.
Und ansonsten würde er vielleicht einfach nur als Gast ab zu mal auf Schießständen schießen wollen weil er, z.B. bei den "Alltagsgeschichten" von den Leuten dort gehört hat, dass die das entspannend finden.
Das Packerl KK Munition und eine gebrauche KK Pistole inkl. Waffenführerschein und Co könnte er sich vielleicht grad so leisten. Oder er hat mal im 1k im Lotto oder bei den Rubbellosen gewonnen oder es geschenkt bekommen. Who knows? Und: Who cares? Wäre doch seine Sache.
Darum geht's irgendwie aber gar nicht, sondern um die (meiner Ansicht nach übergriffige, weil unpräzise gestellte) Psycho-Test-Frage "Haben Sie Geldsorgen?" (Erfahrungsbericht siehe oben).
Wie Du richtig schreibst: "Geldsorgen" sind ziemlich subjektiv.
Benko hat auch "Geldsorgen", wenn man den Presseartikel glauben darf und seine Ex-Investoren haben auch "Geldsorgen", wegen der ganzen Milliönchen, die nun irgendwie futsch sind. Trotzdem nagen sie nicht am Hungertuch.
Auf die "Geldsorgen" von ganz normalen Bürgern will der Psychologe bei der Frage ja wohl nicht hinaus.
Aber wie würde das dann konkret ablaufen, muss man sich mal überlegen?
P: "Haben Sie Geldsorgen?"
WBK-A: "Ja."
Etwa so?: P: "Naja, die hat ja jeder irgendwie. Nächste Frage."
Oder nicht eher so:
P: "Ach ja? Was für Geldsorgen haben Sie denn?"
Und dann muss unser fiktiver Mindestpensionist aus den Tageszeitungsartikel alle seine Geldsorgen darlegen? Könnte ja dann ziemlich entwürdigend für ihn werden, oder nicht?
Oder andersherum:
WBK-A: "Also wissen Sie Herr Psychologe, mein Crypto-Portfolio bereitet mir echt schlaflose Nächte. Ich habe beim Kurs von 10k gekauft, zwischenzeitlich ist der Kurs bei 40k, aber Analysten sagen, das wird demnächst auf 30k crashen. Das sind meine Geldsorgen."
=> Konsequenz nach meiner Voraussage: Psychologe wird sich getrollt fühlen.
Also dann ja lieber ehrliche Antwort: "Herr Psychologe, ob ich "Geldsorgen" habe oder nicht geht niemanden was an. Ich möchte die Frage nicht beantworten."
Nachdem hier aber live zu erfahren war (danke dafür), wie Foristen, unter denen sich anscheinend auch Psychologen befinden, allein darauf zu reagieren scheinen, wenn sich hier jemand bloss Gedanken darüber macht - geschweige denn eine Frage nicht beantworten möchte - dürfte klar sein: "Quasi-querulatorisches" Ablehnen von Fragen und "pathologisches Misstrauen" vielleicht?
Uiuiui...
Die Realität wird also wohl so aussehen: WBK-Aspiraten beantworten alle solche Wischi-Waschi-Unspezifische-Fragen wohl eher der Einfachheit halber unehrlich. Bei dem Beispiel: Man hat zwar "Geldsorgen" welcher Art auch immer (jeder hat subjektive, ausser vielleicht Buddha, der ist immer zufrieden), weiss aber, dass die wahrheitsgemäße Beantwortung nur zu unangenehmen Rückfragen seitens des Psychologen führen wird und antwortet deswegen: "Naaaa, ich hab keine Geldsorgen" auch wenn es gar nicht so ist und man insofern lügt.
Schon geht es problemlos weiter.
Dann doch lieber die direkte und spezifische Frage (anderswo hier aus einem Erfahrungsbericht gelesen): "Planen Sie einen Banküberfall?".
Und hier dann: Jemand der einen Banküberfall wirklich planen würde, würde das auch natürlich direkt zugeben
Jetzt warte ich nur darauf, dass ein Psychologe mit der Joker-Antwort kommt: "Da geht es gar nicht um die Geldsorgen an sich, sondern um die Reaktion auf die Frage. Es war bloß ein Test!"
Tja, damit kann man natürlich jede - auch jede eindeutig übergriffige Frage - im Nachhinein rechtfertigen.