Das Forum wurde auf die aktuellsten Server und Datenbankversionen aktualisert und auf einen schnelleren Server verlegt.
Solltet Ihr auf technische Probleme stossen bitte um Info entweder an admin@pulverdampf.com oder telefonisch an 0043 676 5145029 (gewo), danke.

Neuer "Psychotest" ab 2026, erste Mutmassungen und Publikationen

Was ist erlaubt, was ist verboten und wie kommt man eigentlich zu einer WBK?
Forumsregeln
Jeder User in diesem Unterforum ist verpflichtet, seine waffenrechtlich relevanten Aussagen nach bestem Wissen und Gewissen zu tätigen und diese soweit möglich sorgfältig mit entsprechender Judikatur, Paragrafen und/oder sonstigen brauchbaren Quellen zu untermauern. Dieses Unterforum gibt ausschließlich Rechtsmeinungen einzelner User wieder. Daher wird von Seiten des Forums keine Haftung für getätigte Aussagen übernommen. Es besteht keine Gewähr auf die Richtigkeit der veröffentlichten Aussagen. Dieses Unterforum kann eine persönliche Beratung durch Rechtsexperten niemals ersetzen. Aus den wiedergegebenen Rechtsmeinungen erwachsen Dritten weder Rechte noch Pflichten.
Benutzeravatar
rider650
.50 BMG
.50 BMG
Beiträge: 1049
Registriert: Sa 22. Feb 2014, 14:21

Re: Neuer "Psychotest" ab 2026, erste Mutmassungen und Publikationen

Beitrag von rider650 » Di 16. Jun 2026, 20:35

Grimar hat geschrieben: Di 16. Jun 2026, 17:21 ...
Bei ungeschicktem Lügen → sehr leicht zu erkennen. Die Profile sehen dann oft unrealistisch aus.
Bei sehr geschicktem Vorgehen (z. B. mit Vorwissen oder Coaching) → gelingt es manchen Personen, die Validitätsskalen nicht zu stark zu erhöhen. Allerdings bleibt das Risiko hoch, dass das Gesamtprofil trotzdem unglaubwürdig wirkt oder von erfahrenen Auswertern als manipuliert eingestuft wird.
In forensischen oder klinischen Kontexten (z. B. Gutachten) wird besonders streng auf Validität geachtet. Ein ungültiges Protokoll wird oft gar nicht interpretiert.

Fazit: Der MMPI-2 gehört zu den Tests, die am schwersten zu fälschen sind. Die Validitätsskalen machen eine erfolgreiche, unauffällige Manipulation für die meisten Menschen unwahrscheinlich.
Und wieviele Leute, die einfach nur ehrlich antworten, erkennt dieser Test als vermeintliche Lügner? Wenn ich schon geringe Abweichungen von vermeintlichen 'Normen' schon als Lüge bezeichne, kriege ich automatisch viele falsche Alarme, das lässt sich garnicht vermeiden. Wenn ich sowas lese bin ich echt froh das ich das nicht mehr erdulden muss, ein Psychofuzzi der dasitzt mit seinen hypersensiblen 'Messinstrumenten', bereit bei der geringsten Abweichung die Leute als Lügner oder Psychos abzustempeln.
XToni hat geschrieben: Di 16. Jun 2026, 16:34 Zum Psychotest vielleicht noch einen Test mit einem erstklassigen Polygraphen durchführen, um diverse Märchenerzähler, die dem Psychologen Blödsinn auftischen, aufzudecken.
Der Durchschlupf von psychisch auffälligen Personen könnte dadurch möglicherweise vermindert werden.
Das kann man aber noch verbessern: Es gibt gewisse psychoaktive Substanzen, deren Verabreichung die Wirksamkeit von Polygraphen noch massiv steigern. Und wer das Privileg des Waffenbesitzes anstrebt, der sollte so eine kleine Spritze Wahrheitsserum in die Vene begrüßen, geht ja schließlich um unsere 'Sicherheit'.

raptor
.50 BMG
.50 BMG
Beiträge: 2496
Registriert: Do 17. Mär 2011, 18:06

Re: Neuer "Psychotest" ab 2026, erste Mutmassungen und Publikationen

Beitrag von raptor » Di 16. Jun 2026, 20:53

Was bei der ganzen Diskussion unter den Tisch fällt sind Täter, die schreckliche Taten begehen, aber psychisch zumindest so gesund sind, dass sie bei keiner Testung, egal wie gut auch immer diese gestaltet ist, auffallen würden. Eine Psychiaterin, die sie im ORF zum Grazer Attentat interviewt haben, hat gemeint, nur die Hälfte der "Amokläufer" sei geisteskrank oder im klinischen Sinn persönlichkeitsgestört. Das ist für mich als Laien schwer zu verstehen und akzeptieren, aber wie auch immer: Grob die Hälfte der Attentäter würde beim Psychotest schon mal von Haus aus nicht auffallen.

edi
.308 Win
.308 Win
Beiträge: 362
Registriert: Fr 6. Mai 2016, 01:40

Re: Neuer "Psychotest" ab 2026, erste Mutmassungen und Publikationen

Beitrag von edi » Di 16. Jun 2026, 22:07

Raptor - Sehr treffend!

Poirot
.50 BMG
.50 BMG
Beiträge: 1932
Registriert: Mi 8. Jul 2015, 13:11

Re: Neuer "Psychotest" ab 2026, erste Mutmassungen und Publikationen

Beitrag von Poirot » Di 16. Jun 2026, 22:20

raptor hat geschrieben: Di 16. Jun 2026, 20:53 Grob die Hälfte der Attentäter würde beim Psychotest schon mal von Haus aus nicht auffallen.
Noch was: die politische Motivation ist es ja Morde zu verhindern.
Jetzt werden mit Legalwaffen aber nur wie viel % der Morde pro Jahr verübt ? Ich glaube um die 5%.
Will man wirklich was bewegen müsste man die Tests so ausweiten, dass man die restlichen 95% erwischt. Problematisch ist nur: Die große Mehrheit aller Tötungsdelikte wird mit anderen Tatmitteln wie Stichwaffen, Hiebwaffen oder durch stumpfe Gewalteinwirkung begangen. Wie will man jetzt die herausgefilterten Gefährder daran hindern mit nicht vom Waffengesetz erfassten Werkzeugen zu morden ? Präventiv Bürger einsperren weil der Psychotest nicht passt und die villeicht einen Mord begehen werden ?

Benutzeravatar
titan
.50 BMG
.50 BMG
Beiträge: 2037
Registriert: Do 29. Mär 2012, 21:57

Re: Neuer "Psychotest" ab 2026, erste Mutmassungen und Publikationen

Beitrag von titan » Di 16. Jun 2026, 22:49

Man kann Morde in Beziehungen durch Waffenzugangsbeschränkungen nicht wirklich verhindern. Das ist so gut wie ausgeschlossen. Auch der Mord durch den Herrn Direktorstellvertreter im aktuellen Mordfall (Lehrermord mit anschließendem Selbstmord) war nicht zu verhindern. Der Täter hat die Tat geplant und weiters einen Dolch verwendet. Die legale Schusswaffe ist nur sehr bedingt deliktrelevant. Auch der Täter in Graz hat sich im Fall A im Bombenbau versucht bzw Fall B verwendete ein Auto. Solche Individuen finden immer einen Weg.

Wenn wir als LWB jede Art von Verhinderungsphantasie argumentativ gelten lassen, dann kann man seine Legalwaffen gleich abgeben. Sippenhaftung ist nicht ohne Grund verboten.

FdH22
.50 BMG
.50 BMG
Beiträge: 2185
Registriert: Mo 2. Mai 2022, 21:28

Re: Neuer "Psychotest" ab 2026, erste Mutmassungen und Publikationen

Beitrag von FdH22 » Mi 17. Jun 2026, 00:59

Poirot hat geschrieben: Di 16. Jun 2026, 22:20
Noch was: die politische Motivation ist es ja Morde zu verhindern.
Jetzt werden mit Legalwaffen aber nur wie viel % der Morde pro Jahr verübt ? Ich glaube um die 5%.
Nicht 5 Prozent sondern 5 Promille wenn es ich um legal besessene Waffen handelt.
Der Prozentbereich könnte auf illegale Waffen zutreffen.

Die Zahlen lassen sich iwo sicher finden, aber das ist dein Job :D da bist da tüchtiger wie ich :)

twin2000
.50 BMG
.50 BMG
Beiträge: 536
Registriert: Mi 17. Aug 2022, 13:30

Re: Neuer "Psychotest" ab 2026, erste Mutmassungen und Publikationen

Beitrag von twin2000 » Mi 17. Jun 2026, 01:07

Der MMPI-2 generiert 80-85% False positives. Generell unbrauchbar.

Benutzeravatar
Joewood
.50 BMG
.50 BMG
Beiträge: 1541
Registriert: Mo 23. Okt 2017, 11:07
Wohnort: Wien

Re: Neuer "Psychotest" ab 2026, erste Mutmassungen und Publikationen

Beitrag von Joewood » Mi 17. Jun 2026, 10:57

Poirot hat geschrieben: Di 16. Jun 2026, 18:41
Grimar hat geschrieben: Di 16. Jun 2026, 17:21
Fazit: Der MMPI-2 gehört zu den Tests, die am schwersten zu fälschen sind. Die Validitätsskalen machen eine erfolgreiche, unauffällige Manipulation für die meisten Menschen unwahrscheinlich.
Such mal im Netz nach falsch positiv / negativ Ergebnissen. Die scheint es nämlich zu geben weshalb das Gespräch mit dem Psychologen diese Fehlinterpretationen wieder ausbügeln soll.
Stutzig macht mich auch die Tatsache, dass jeder anders sein darf (und soll) aber Legalwaffenbesitzer will man in ein sehr enges psychologisches Profil quetschen das kaum Abweichungen erlaubt. :headslap:
Ich glaube, du vermischt hier 2 unterschiedliche Dinge.
1) Fälschung. Ich glaube durchaus, dass man den Test nicht bzw. nicht leicht absichtlich fälschen bzw. in eine gewünschte Richtung lenken kann
2) false positive/negative: das ist nicht das Ergebnis einer geschickten Fälschung, sondern das Ergebnis von unpassend gewählten Fragen/supoptimaler Auswertung/etc,...

Dazu ein Beispiel aus meinem eigenen Test vor 10 Jahren oder so: der Test hat bei mir eine gewisse Risikoaffinität angezeigt. Was eigentlich nicht wirklich FÜR ein positives Gutachten spricht. Möglicherweise (das weiß ich nicht genau, habe ich auch nicht weiter hinterfragt, nachdem mir die Psychologin das offenbart hat) wäre ich nur mit dem elektronischen Test alleine durchgefallen (false negtive). Ich habe zu dem Zeitpunkt allerdings leistungs- bzw. bewerbsmäßig einen wirklich nicht ungefährlichen Sport ausgeübt (sind in der Vergangenheit Leute dabei gestorben oder haben sich schwer verletzt), wodurch "Risiko" quasi mein Lebensalltag und das Ergebnis somit stimmig (= positiv) war.

Poirot
.50 BMG
.50 BMG
Beiträge: 1932
Registriert: Mi 8. Jul 2015, 13:11

Re: Neuer "Psychotest" ab 2026, erste Mutmassungen und Publikationen

Beitrag von Poirot » Mi 17. Jun 2026, 14:32

raptor hat geschrieben: Di 16. Jun 2026, 19:30 BTW, die Polizeigewerkschaft hat verhindert, dass Polizisten den MMPI machen müssen. Lt. deren Meinung diskriminierend.
Stellt sich die Frage ob man durch die Tests solche Morde durch Polizisten verhindern hätte können ;)

https://www.justiz.gv.at/olg-graz/oberl ... 1d.de.html


Bei dem nachfolgenden Mord durch einen Polizisten ist auch interessant: "Der psychiatrische Gerichtssachverständige Karl Dantendorfer stellte beim Angeklagten keine psychische Erkrankung fest. „Eine verminderte Impulskontrollsituation war gegeben, das mag schon sein.“"
Zeigt: ein Psychotest wird nie 100% alle Mörder filtern können. Jeder kann zum Mörder werden.

https://wien.orf.at/v2/news/stories/2853155/


Auch Ausraster nach langem Dienst können vorkommen. Ohne Anzeichen.

https://www.krone.at/4076462


Und selbst Elite Cops femizieren:

https://www.sn.at/panorama/oesterreich/ ... art-629707

Bei dem Fall auch pikant: "Am Dienstag wurde ebenso bekannt, dass der Cobra-Polizist eine Dienstwaffe der Marke Glock 17, die von einem seiner Kollegen als gestohlen gemeldet worden war, bei sich zu Hause im Safe versteckt hatte, ebenso wie eine größere Menge Munition."

Grimar
.357 Magnum
.357 Magnum
Beiträge: 113
Registriert: Mi 29. Mär 2023, 19:00

Re: Neuer "Psychotest" ab 2026, erste Mutmassungen und Publikationen

Beitrag von Grimar » Sa 20. Jun 2026, 16:11

twin2000 hat geschrieben: Mi 17. Jun 2026, 01:07 Der MMPI-2 generiert 80-85% False positives. Generell unbrauchbar.
Oh ist das so? Dann verlinke uns doch die Quelle als Beleg für deine Behauptungen.

Poirot
.50 BMG
.50 BMG
Beiträge: 1932
Registriert: Mi 8. Jul 2015, 13:11

Re: Neuer "Psychotest" ab 2026, erste Mutmassungen und Publikationen

Beitrag von Poirot » Sa 20. Jun 2026, 16:26

Grimar hat geschrieben: Sa 20. Jun 2026, 16:11
twin2000 hat geschrieben: Mi 17. Jun 2026, 01:07 Der MMPI-2 generiert 80-85% False positives. Generell unbrauchbar.
Oh ist das so? Dann verlinke uns doch die Quelle als Beleg für deine Behauptungen.
Ich habe mal nach dieser Behauptung die Google KI befragt und die hat in der Quelle Researchgate folgendes gefunden:

Wenn ein Gutachter oder Kliniker sich bei der Beurteilung der Beschwerden allein auf diese Schwellenwerte des MMPI-2 verlässt, kann die Rate an falsch-positiven Klassifikationen (fälschlicherweise als Simulanten abgestempelte Patienten) in bestimmten medizinischen Gruppen auf bis zu 80 % ansteigen.
Aufgrund dieser hohen Falsch-Positiv-Rate warnen Experten, wie auch die Studien der ResearchGate Publikation zur FBS-Skala belegen, davor, den MMPI-2 als alleiniges Beweismittel für Simulation oder Aggravation heranzuziehen. In der modernen psychologisch-neurologischen Diagnostik wird stattdessen ein multimodaler Ansatz gefordert, bei dem Fragebögen durch objektive, computergestützte Beschwerdevalidierungstests (PVTs wie z.B. der TOMM) ergänzt werden.

Weiters wurde gefunden:

Das Testkuratorium hat bei Dr. Petra Hank und Prof. Dr. Peter Schwenkmezger von der Uni Trier eine Testbesprechung des Minnesota Personality Inventory-2 in Auftrag gegeben. Die beiden Wissenschaftler kommen in ihrer kritischen Wertung zu dem Ergebnis, dass das Verfahren, das seit mehreren Jahrzehnten in Deutschland angewendet wird, unvertretbar sei. In einer Stellungnahme reagiert Prof. Dr. Rolf R. Engel, Klinikum der Uni München und Mitherausgeber einer revidierten, deutschsprachigen Fassung des MMPI-2, auf diese Einschätzung.

Antworten