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Fragen von Nichtjäger an Jäger.

Weidmannsheil! Jagdprüfung, Jagderlebnisse, Ausrüstung und alles was sonst zur Jagd gehört.
Simon80
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Re: Fragen von Nichtjäger an Jäger.

Beitrag von Simon80 » So 24. Mai 2020, 10:20

Ich versuche noch auf den unteren Teil einzugehen,
ja wir hier in OÖ müssen eine im Abschussplan vorgegebene Anzahl X von Wild Y erlegen. Nein die meisten Jäger haben keine "Arbeitszeiten" da nur sehr wenige Berufsjäger sind und die Mehrheit die Jagd in ihrer Freizeit ausübt. Ja der Jäger darf sich in seinem Revier uneingeschränkt mit einer Waffe bewegen und ja du könntest auch mal einem begegnen. (kenne "die Lobau" nicht) Ob sich 2 Jäger untereinander im Revier begegnen können ist unterschiedlich geregelt. Nein man bekommt kein Geld dafür, weder für Abschüsse noch für alles andere. Einen "geldschei***" benötigt man nicht aber zumindest einer Erwerbstätigkeit gehen alle Jäger die ich kenne nach bzw. sind sie es einmal. Die Jagd ist aber definitiv KEINE Leidenschaft der nur "die Reichen" nachgehen wie es oft behauptet wird! Ich hoffe ich konnte noch ein paar Infos liefern.

Ich sehe gerade noch deinen neuen Beitrag auch dazu ein paar Worte:

Ja es finden sich trotzdem genug Leute, immerhin ist die Jagd eine Passion und da ändern auch die Zahlungen nichts daran.
Man kann es eben gar nicht verhindern das auf den Waldwegen gefahren wird, darum sind manche Jäger nicht gut auf die Mountainbiker zu sprechen, was angesichts der Massen an Bikern absolut verständlich ist.
Nein man muss nicht berichten wie viel Wild man im Revier hat.
Ja der Jäger muss (zumindest in OÖ) für die Notzeitfütterung im Winter Sorge tragen, im Sommer wird nicht gefüttert. Die Fütterung hilft nicht nur dem Wild sondern verhindert auch, dass das Wild stattdessen Bäume oder Setzlinge verbeisst und massiven Schaden anrichtet.
Wechselt Wild aus welchem Grund auch immer in das Revier eines anderen Jägers kann dieser es erlegen, Wild ist nicht Ortsgebunden und "gehört" auch niemanden. Ich habe noch nicht gehört, dass jemand Wild in ein anderes Revier treibt aber schwarze Schafe kann es immer geben. Bei uns und überall wo ich schon war, ist das Verhältnis unter den Jägern gut und kameradschaftlich gewesen.

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Re: Fragen von Nichtjäger an Jäger.

Beitrag von Hane » So 24. Mai 2020, 10:28

rotation hat geschrieben:
So 24. Mai 2020, 09:45
Wenn ein Jäger für sämtliche Vergehen geradestehen muss, welche von allen möglichen Vollpfosten begangen werden, finden sich dann überhaupt noch Leute, die ein Jagdgebiet haben wollen?ja, aber einige kommen drauf, dass es ein teures Hobby ist

Wie wollen diejenigen dann verhindern, dass ein Städter sich ein Mountainbike kauft, mit dem Auto irgendwo hinfährt, MB auslädt und durchs Jagdgebiet fährt und das Wild verschreckt und Schaden für den Jäger anrichtet?Es gibt beeidete Jagdaufsichtsorgane die dafür sorgen sollten das so etwas nicht passiert, leider wissen die wenigsten Bürger über deren wirkliche Kompetenzen und Rechte und ignorieren sie oder schlimmer, die wenigsten Aufseher tun sich dann die Anzeigen an, aber es kann schon teuer werden. Leider gibt es unter den Aufsehern auch welche mit Kommunikationsdeffiziten

Muss ein Jäger berichten, wieviel und welches Wild sich in seinem Revier befindet? Macht er das durch Wildkameras? nein, er muss den verordneten Abschussplan erfüllen und kann alle drei Jahre begründet um Änderung des Planes ersuchen

Muss der Jäger in seinem Revier Futterstände für "sein" Wild aufstellen und das Wild pflegen?er muss für einen artgerechten Wildbestand sorgen, oft muss man da auch füttern, besonders bei der heutigen Landwirtschaft nach der Ernte. Salzleckstellen und Wasser ist für alle Lebewesen im Revier oft nötig Was passiert, wenn (durch welche Vorgänge auch immer) das Wild von seinem Revier verschreckt wird, ins Nachbar Revier läuft und dort geschossen wird?dann hat der Nachbar eine Freude Gibt es "Nachbar"jäger, welche durch andere Reviere wandern und sowas machen?eher nicht, aber es gibt schon so einige Tricks wie man dem Nachbar das Wild entlockt und sobald s über die Grenze schaut erlegt, da ist gute Nachbarschaftspflege wichtig

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Re: Fragen von Nichtjäger an Jäger.

Beitrag von rotation » So 24. Mai 2020, 10:47

Wie akkurat ist denn so ein Abschussplan, bzw. was soll der bezwecken? Soll der bezwecken, dass das Wild nicht zuviel wird? Woher weiß der Abschussplanmacher, wieviel Wild pro Jahr geschossen werden darf, dazu muss doch bekannt sein, wieviel Wild in welchem Revier wo ist und wie alt das ist. Wer zählt das Wild, wer macht die Statistik so und so ist die Alterspyramide eines bestimmten Wild in einem Revier?

Sind Abschusspläne öffentlich einsehbar pro Revier? Sind die Pläne ein gehütetes Geheimnis unter Jägern? Was ist denn beispielsweise ein Abschussplan in einem Revier, wie groß wäre das Revier dieses Beispielreviers?

Wie leicht ist der Abschussplan zu erfüllen? Muss man sich anstrengen um genug Wild zu finden oder hat man den Abschussplan schon im Frühjahr erreicht wenn man sich nicht zusammenreißt?

Wie sagt der Jäger zu Wild? Viech, Viechzeug? Gibt es Termini, die man nicht verwenden soll, weil es abwertend gegenüber dem Wild ist?

Nachdem Schalldämpfer mittlerweile für Jäger erlaubt sind, ist es mittlerweile "Pflicht" einen zur Jagd zu verwenden damit der Rest des Wilds nicht verschreckt wird? Wieviel Prozent der Jäger verwenden Schallis, wieviele laufen trotz Erlaubnis mit Gehörschutz rum? Wieviel Prozent verwenden passiven Gehörschutz, wieviele aktiven Gehörschutz?

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Re: Fragen von Nichtjäger an Jäger.

Beitrag von Hane » So 24. Mai 2020, 11:10

rotation hat geschrieben:
So 24. Mai 2020, 10:47
Wie akkurat ist denn so ein Abschussplan, bzw. was soll der bezwecken? Soll der bezwecken, dass das Wild nicht zuviel wird? Woher weiß der Abschussplanmacher, wieviel Wild pro Jahr geschossen werden darf, dazu muss doch bekannt sein, wieviel Wild in welchem Revier wo ist und wie alt das ist. Wer zählt das Wild, wer macht die Statistik so und so ist die Alterspyramide eines bestimmten Wild in einem Revier?viel Erfahrung über Jahrzehnte, wenn dir viel Wild auf der Straße verloren geht, hast du zu viel Wild und musst den Abschussplan erhöhen, wenn du viel Verbiss an Pflanzen oder anderen Wildschaden hast, musst du erhöhen, wenn du es nicht schaffst den Abschussplan zu erfüllen, weil kein Wild da ist, musst du runter mit dem Plan. Der Abschussplan wird gemeinsam mit dem Pächter und der Behörde alle drei Jahre erstellt. Auch die Nachbarreviere könne mit einbezogen werden, die Alterspyramide wird durch einen passenden Abschussplan erreicht, viele junge Stücke, wenige aus dem Mittelfeld, einige Alte

Sind Abschusspläne öffentlich einsehbar pro Revier? Sind die Pläne ein gehütetes Geheimnis unter Jägern? Was ist denn beispielsweise ein Abschussplan in einem Revier, wie groß wäre das Revier dieses Beispielreviers?sind kein Geheimnis, als Beispiel für ein 1500ha Revier mit Rehwild kann ich dir ca. 100 Rehe nennen, das kann aber je nach Revier komplett anders aussehen. Sau, Hase und Fasan etc. Müssen nur eingetragen werden, sind aber nicht reglementiert, wenn du zu wenig Sauen schießt, bekommst eh Probleme mit den Grundeigentümern

Wie leicht ist der Abschussplan zu erfüllen? Muss man sich anstrengen um genug Wild zu finden oder hat man den Abschussplan schon im Frühjahr erreicht wenn man sich nicht zusammenreißt?je nach dem, oft ist es gut, den Abschussplan Recht schnell zu erfüllen, umsoweniger kann auf der Straße landen und es ist am Beginn der Jagdzeit leichter das Wild richtig zu erkennen, auch ist es nicht gut über das gesamte Jahr einen Jagddruck zu erzeugen oder erst in den Letzten Wochen mit allen Mitteln den Abschussplan zu erfüllen

Wie sagt der Jäger zu Wild? Viech, Viechzeug? Gibt es Termini, die man nicht verwenden soll, weil es abwertend gegenüber dem Wild ist?ja, Respekt ist sehr wichtig, Jägersprache sehr umfangreich. Das Stück oder das Tier ist sicher besser als das Mistviech oder so.

Nachdem Schalldämpfer mittlerweile für Jäger erlaubt sind, ist es mittlerweile "Pflicht" einen zur Jagd zu verwenden damit der Rest des Wilds nicht verschreckt wird? Wieviel Prozent der Jäger verwenden Schallis, wieviele laufen trotz Erlaubnis mit Gehörschutz rum? Wieviel Prozent verwenden passiven Gehörschutz, wieviele aktiven Gehörschutz?keine Pflicht, es werden immer mehr, die einen Schalli verwenden, bei den älteren Jägern eher nicht. Diese verwenden auch oft keinen Gehörschutz, ich vergesse ihn leider auch oft. Aber es gibt auch viele die Schallis, aktiven oder passiven Gehörschutz verwenden. Ich würde sagen ein Drittel

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Re: Fragen von Nichtjäger an Jäger.

Beitrag von MauserM03 » So 24. Mai 2020, 11:12

rotation hat geschrieben:
So 24. Mai 2020, 10:47
Wie akkurat ist denn so ein Abschussplan, bzw. was soll der bezwecken? Soll der bezwecken, dass das Wild nicht zuviel wird? Woher weiß der Abschussplanmacher, wieviel Wild pro Jahr geschossen werden darf, dazu muss doch bekannt sein, wieviel Wild in welchem Revier wo ist und wie alt das ist. Wer zählt das Wild, wer macht die Statistik so und so ist die Alterspyramide eines bestimmten Wild in einem Revier?
Abschusspläne gibts nur für Schalenwild ausgenommen Schwarzwild. Im Grunde wird der Zuwachs der Populationabgeschöpft. Der Wildbestand wird geschätzt. Der getätigte und geplante Abschuss wird von Jagdausübungsberechigten an die BH gemeldet. Diese stellt dann einen Bescheid aus. Damit ist dieser grundsätzlich bindend und muss eingehalten werden. Wenn große Abweichungen (Nichterfüllung) vorkommen, kann auch ein Zwangsabschuss von der Behörde verfügt werden und Strafen ausgebrochen...

Sind Abschusspläne öffentlich einsehbar pro Revier? Sind die Pläne ein gehütetes Geheimnis unter Jägern? Was ist denn beispielsweise ein Abschussplan in einem Revier, wie groß wäre das Revier dieses Beispielreviers?
Öffentlich nicht. Abschussplan ist individuell und Revier/Populationabhängig. Bei Rehen können zB.zwischen 5-6 Stk/100 ha erlegt werden je nach Biotop auch weniger oder mehr


Wie leicht ist der Abschussplan zu erfüllen? Muss man sich anstrengen um genug Wild zu finden oder hat man den Abschussplan schon im Frühjahr erreicht wenn man sich nicht zusammenreißt?
Hängt sehr von Revier ab, auch wie stark die Beunruhigung ist und vom Jagddruck und wie bejagt wird. Rotwild reagiert sehr sensibel auf Beunruhigung und wird dann "unsichtbar"

Wie sagt der Jäger zu Wild? Viech, Viechzeug? Gibt es Termini, die man nicht verwenden soll, weil es abwertend gegenüber dem Wild ist?
Es gibt eine Jägersprachen mit speziellen begriffen für jede wildert usw.
Nachdem Schalldämpfer mittlerweile für Jäger erlaubt sind, ist es mittlerweile "Pflicht" einen zur Jagd zu verwenden damit der Rest des Wilds nicht verschreckt wird? Wieviel Prozent der Jäger verwenden Schallis, wieviele laufen trotz Erlaubnis mit Gehörschutz rum? Wieviel Prozent verwenden passiven Gehörschutz, wieviele aktiven Gehörschutz?
keine Schalldämpfer Pflicht. Denke is nach wi Eva reine Minderheit die SD einsetzen. In meinem Revier verwendet keiner einen. Altbestand Umrüsten ist rel. teuer

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Re: Fragen von Nichtjäger an Jäger.

Beitrag von rotation » So 24. Mai 2020, 12:00

Abschusspläne gibts nur für Schalenwild ausgenommen Schwarzwild. Ein Wildschwein ist Schwarzwild. Woher weiß der Jäger, wieviel Wild, das nicht am Abschussplan steht, er schießen darf?
Oder darf er nur das Schießen, was am Plan steht? Hasen werden derzeit nicht gejagt habe ich gelesen, was ist mit anderem Wild, das sich vermehrt und Schaden anrichten kann, woher weiß der Jäger wieviel er davon schießen darf?

Kann/Darf man als Nichtjäger mit einem Jäger mit Schein und Bewilligung mitgehen, ein Wild läuft vors Visier. Darf der Jäger dem Nichtjäger das Gewehr geben und ihm erlauben dieses zu Schießen, wenn er es selber geschossen hätte? Und der Jäger nimmt es dann auf "seine Kappe"?

Wie wichtig sind Beziehungen um ein Jagdrevier zu bekommen?

Wieviel % der Jäger jagen nur im Inland, wieviel % gehen auch im Ausland auf die Jagd?

Wie oft ist man als Jäger in einem Revier zu zweit oder mehr unterwegs, wenn es keine Treibjagd ist?

Wird dabei geredet, wenn man durchs Revier zieht? Wird am Hochstand miteinander gesprochen? Wie laut? Oder ist es wichtiger absolut geräuschlos zu sein?

Wie weit hört das Wild ein Rascheln oder einen Zweig unter dem Schuh knacksen und ist es dann automatisch verschreckt?

hat ein Jäger spezielle Schuhe, welche leiser sind als normale Schuhe?

Wie nimmt Wild Farben wahr? Verschreckt ein Radfahrer oder Spaziergänger in Knallgelb das Wild, auch wenn der leise ist? Nimmt das Wild einen Jäger in Schwarzer Taktischer Kleidung stärker wahr als in grüner (traditioneller oder taktischer) Kleidung?

Wie leicht kann das Wild den Jäger riechen?

Wenn eine Jagd länger andauert, was isst ein Jäger und wo? Nur einen Energieriegel oder wird auch ein MRE mitgenommen mit chemischer Heizung?

Wieviele Gewehre hat ein Jäger dabei? Eines in z.B. 308 und eines in 223 (223 ist ja schließlich nicht ungeeignet, nur halt wenig geeignet), sollte sich eine Gelegenheit ergeben oder werden eher Gewehre verwendet, welche mehrere Läufe (Schrot, 7x57R, 308 etc.) verwendet?

Welche Hilfsmittel verwendet ein Jäger um Wild (schneller) zu orten? Wärmebildkameras (sehr teuer)? Infrarotkameras (würden die überhaupt was nützen oder völlig sinnlos)? Infrarotscheinwerfer?
Mikrofone im Wald verteilt, welche bei einem lauten Geräusch ein Funksignal an den Jäger abgeben oder der gleich Lauschen kann und erkennt, dass in diese und jene Richtung etwas unterwegs ist?

Welche Waffen werden verwendet, bzw. was sollte (nicht) verwendet werden um nicht sozial ausgeschlossen zu werden?
Eine Ruger Precision Rifle? Tikka T3x CTR in Komplett Schwarz mit Zielfernrohr auf der Rail, Schalli und Zweibein?

Mit Niederwildjagd ist die typische Gesellschaftsjagd mit Schrotgewehren gemeint. Welche Gewehre kann/sollte/muss man da benutzen um nicht ausgeschlossen zu werden?
Beretta 1301?

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Re: Fragen von Nichtjäger an Jäger.

Beitrag von Hane » So 24. Mai 2020, 12:28

rotation hat geschrieben:
So 24. Mai 2020, 12:00
Abschusspläne gibts nur für Schalenwild ausgenommen Schwarzwild. Ein Wildschwein ist Schwarzwild. Woher weiß der Jäger, wieviel Wild, das nicht am Abschussplan steht, er schießen darf?Bei Hasen durch Hasenzählungen, Fasanhahnen kannst normalerweise alle schießen, die du erwischst, Wildschwein sieht man am Wildschaden und ob man welche erwischt
Oder darf er nur das Schießen, was am Plan steht? Hasen werden derzeit nicht gejagt habe ich gelesen, was ist mit anderem Wild, das sich vermehrt und Schaden anrichten kann, woher weiß der Jäger wieviel er davon schießen darf? Hasen werden je nach Revier bejagd, wir jagen auch jedes Jahr noch Hasen, aber wenn sie dir niemand abnimmt bringt das nichts

Kann/Darf man als Nichtjäger mit einem Jäger mit Schein und Bewilligung mitgehen, ein Wild läuft vors Visier. Darf der Jäger dem Nichtjäger das Gewehr geben und ihm erlauben dieses zu Schießen, wenn er es selber geschossen hätte? Und der Jäger nimmt es dann auf "seine Kappe"?nein

Wie wichtig sind Beziehungen um ein Jagdrevier zu bekommen?Beziehungen, Geld und Arbeitswilligkeit können in unterschiedlichen Anteilen nützlich sein

Wieviel % der Jäger jagen nur im Inland, wieviel % gehen auch im Ausland auf die Jagd?ich schätze 10 Prozent fahren auch mal ins Ausland. Es gibt einige, die jagen nur im Ausland, kaufen sich dort einen Abschuss oder nehmen an einer Niederwildjagd teil weil sie bei uns nicht die Zeit und das Geld in ein Revier investieren möchten.

Wie oft ist man als Jäger in einem Revier zu zweit oder mehr unterwegs, wenn es keine Treibjagd ist?bei Revierarbeiten sind manchmal mehr Personen nötig, manchmal sitzten auch zwei Jäger am Hochstand, wenn einer einen Gast hat dem er beim richtigen Abschuss helfen möchte, manchmal geht man auch zu zweit oder dritt auf Krähenjagd oder Enten

Wird dabei geredet, wenn man durchs Revier zieht? Wird am Hochstand miteinander gesprochen? Wie laut? Oder ist es wichtiger absolut geräuschlos zu sein?kommt ganz aufs Wild drauf an, Fuchs und Sau sind hellhörig, ein Reh verträgt schon was

Wie weit hört das Wild ein Rascheln oder einen Zweig unter dem Schuh knacksen und ist es dann automatisch verschreckt?siehe oben

hat ein Jäger spezielle Schuhe, welche leiser sind als normale Schuhe?nein, aber eventuell gibt es Pirschwege, die man sauber hält um keinen Lärm zu machen

Wie nimmt Wild Farben wahr? Verschreckt ein Radfahrer oder Spaziergänger in Knallgelb das Wild, auch wenn der leise ist? Nimmt das Wild einen Jäger in Schwarzer Taktischer Kleidung stärker wahr als in grüner (traditioneller oder taktischer) Kleidung?wiederum unterschiedlich nach Wildart, grün ist oft gar nicht mal so gut

Wie leicht kann das Wild den Jäger riechen?auch wieder Wildabhängig, aber normalerweise sehr gut, man muss auf die Windrichtung achten

Wenn eine Jagd länger andauert, was isst ein Jäger und wo? Nur einen Energieriegel oder wird auch ein MRE mitgenommen mit chemischer Heizung?bei länger dauernden Gesellschaftsjagden gibt es Pause mit warmer oder kalter Verpflegung, ein Ansitz dauert normalerweise 2-3 Stunden, wenn man irgendwo in der Wildnis für mehrere Tage in einer Jagdhütte ist, kann man sich dort versorgen

Wieviele Gewehre hat ein Jäger dabei? Eines in z.B. 308 und eines in 223 (223 ist ja schließlich nicht ungeeignet, nur halt wenig geeignet), sollte sich eine Gelegenheit ergeben oder werden eher Gewehre verwendet, welche mehrere Läufe (Schrot, 7x57R, 308 etc.) verwendet?normalerweise nur ein Gewehr, manchmal Kombinierte mit großer und kleiner Kugel oder Schrot und Kugel kombiniert. Man weiß ja worauf man sich ansetzt und rüstet sich entsprechend aus oder lässt den Schuss bleiben

Welche Hilfsmittel verwendet ein Jäger um Wild (schneller) zu orten? Wärmebildkameras (sehr teuer)?ja Infrarotkameras (würden die überhaupt was nützen oder völlig sinnlos)? Infrarotscheinwerfer?ja
Mikrofone im Wald verteilt, welche bei einem lauten Geräusch ein Funksignal an den Jäger abgeben oder der gleich Lauschen kann und erkennt, dass in diese und jene Richtung etwas unterwegs ist?nein, höchstens den aktiven Gehörschutz

Welche Waffen werden verwendet, bzw. was sollte (nicht) verwendet werden um nicht sozial ausgeschlossen zu werden?unterschiedlich, Kunststoffschaft normalerweise kein Problem, zu militärisches Aussehen oft nicht erwünscht
Eine Ruger Precision Rifle? Tikka T3x CTR in Komplett Schwarz mit Zielfernrohr auf der Rail, Schalli und Zweibein?mir wäre es egal

Mit Niederwildjagd ist die typische Gesellschaftsjagd mit Schrotgewehren gemeint. Welche Gewehre kann/sollte/muss man da benutzen um nicht ausgeschlossen zu werden?
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Re: Fragen von Nichtjäger an Jäger.

Beitrag von Alaskan454 » So 24. Mai 2020, 23:21

Hörts auf jetzt,sonst mach ich wirklich noch den Jagdschein.

Echt für mich als Laien hört sich das wirklich interessant an das ganze Thema.

Nur die jagd würde ich für mich nie als Hobby in Betracht ziehen weil es für mich finanziell eine zu große Belastung wäre.
Rugerianer und stolz darauf

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Re: Fragen von Nichtjäger an Jäger.

Beitrag von Jungjäger1997 » Mo 25. Mai 2020, 06:30

Ich kann es dir nur ans Herz legen den Jagdkurs zu besuchen.
Man lernt mehr über die Natur und die Zusammenhänge als man denkt.. Und man sieht die Natur mit ganz anderen Augen.

Auch ich dachte anfangs das es zu teuer wird ich mir das alles nie leisten kann...

Klar gibt es billigere Freizeitaktivitäten... Aber.. Man kann auch hier am Gebrauchtmarkt gut sparen und eventuell gibt's ja auch mal eine Jagdeinladung....
Ich merke jetzt erst je länger ich die Jagdkarte habe umso mehr Möglichkeiten tun sich auf... Man muss nur dranbleiben und wenn es dich einmal gepackt hat.. Dann gibt es ohnehin kein Leben ohne Jagd mehr...

Auch der Zugewinn der Lebensqualität durch selbst erlegtes Wildbret darf nicht ausser Acht gelassen werden.

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Re: Fragen von Nichtjäger an Jäger.

Beitrag von Hane » Mo 25. Mai 2020, 06:45

Alaskan454 hat geschrieben: Hörts auf jetzt,sonst mach ich wirklich noch den Jagdschein.

Echt für mich als Laien hört sich das wirklich interessant an das ganze Thema.

Nur die jagd würde ich für mich nie als Hobby in Betracht ziehen weil es für mich finanziell eine zu große Belastung wäre.
Die finanzielle Belastungen kann es sein, muss es aber nicht.
Manchmal wird jemand gesucht, der auch anpacken kann oder der regelmäßige Revierarbeiten verrichtet, dann kostet dich die Jagd eventuell gar nichts.
Aber das ist nicht der Regelfall.

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Re: Fragen von Nichtjäger an Jäger.

Beitrag von Lindenwirt » Mo 25. Mai 2020, 08:02

Habs eh schon öfters geschrieben.
Die Jagd ist teuer wenn du dir deine eigene Jagd leistest. Wenn du in deiner Heimatgemeinde in der Genossenschaftsjagd unterkommst, kann das Ganze sehr günstig sein. Bei uns kosten die Beiträge für Ausgeher zwischen € 50 bis € 200 im Jahr. Und wir haben sogar Gamswild in der Genossenschaftsjagd. Der Schießsport ist da wesentlich teurer.
Und wegen der Ausrüstung, am Anfang tuts mit Sicherheit das Lagerhaussortiment (Poke Jeans € 20, grünes Shirt, grüner Pullover, etc.).
Fedstecher muss kein Swarovski sein, mit einem Nikon Prostaff 7x42 wirst kein Stück weniger erlegen. Spektiv würde ich allerdings schon Markenware nehmen (ca. € 1.000, hast dann wahrscheinlich ein Leben lang). Eine gebrauchter Repetierer um € 1.500 und es kann losgehen. Das Kleinzeug (Wildwanne, Messer, Entfernungsmesser, etc.) geht eh so mit.
Mit der Zeit kommt dann natürlich viel Zeug dazu, ob man das alles braucht, sei mal dahingestellt.
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Re: Fragen von Nichtjäger an Jäger.

Beitrag von rotation » Mo 25. Mai 2020, 08:34

Wenn der Jäger ein Stück Wild geschossen hat, was macht der damit? An Ort und Stelle Ausweiden und die Gedärme vergraben, darf man das? Oder wird das Wild ins Auto eingeladen, zum Fleischer gebracht und ausgenommen (heißt das so?)? Was macht ein Jäger mit einem Stück Wild, das schlecht geschossen wurde, viel Wildbretverlust? Bringt er das noch zum Fleischer?

Nehmen Jäger das Wild selber aus, zuhause? Wieviel % machen das? Darf man das überhaupt?

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Re: Fragen von Nichtjäger an Jäger.

Beitrag von Lindenwirt » Mo 25. Mai 2020, 08:48

Kommt darauf an, schieße ich in der Genossenschaftsjagd (dort haben wir hauptsächlich Rehwild), transportiere ich das zum Auto und fahre die 15min nach Hause. Dort habe ich einen gefliesten Zerwirkraum und eine Kühlung.
Schieße ich in der gepachteten Jagd (Anreise ca. 45min, hauptsächlich Rowtwild), so breche ich normalerweise an Ort und Stelle auf. Ersten verringert dies das Gewicht des zu bergenden Stücks (Rotwild kann auch über 100kg haben, Rehwild vielleicht max. 20kg, eher darunter) und zweitens dauert es mir zu lange bis ich damit zu Hause bin. Ich muss damit ja erstmal zum Auto, das kann Stunden dauern. Natürlich darf man den Aufbruch liegen lassen, man sollte es halt nicht mitten oder neben einem Wanderweg machen. Fuchs und Co. freuen sich.
Zu Hause wird dann sauber ausgewaschen und weiter versorgt.
Schlecht geschossen bedeutet mehr Arbeit und weniger Wildbret, alles was "grün" ist wird großräumig weggeschärft (ausgeschnitten). Die Bakterienanzahl im Pansen (Magen) ist enorm, das will man nirgends am Wildbret haben.

PS: Wie immer spreche ich aus meiner Erfahrung, hier gibts aber genug erfahrenere Jäger, wenn wer anderer Meinung ist bitte um Info.
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Re: Fragen von Nichtjäger an Jäger.

Beitrag von MauserM03 » Mo 25. Mai 2020, 09:00

Das wird Revierabhängig sein. Wichtig ist, dass das erlegte Wild rasch versorgt wird und gekühlt wird.
Oft wird das Schalenwild im Revier aufgebrochen.. z.B: bei Gams im Gebirge ws immer. Der Aufbruch verbleibt im Revier, Fuchs & Co entsorgen das.

In meinem Revier (Rehe, SW, RW) bringen wir das Wild zur Wildkammer, dort haben wir einen Aufbrechplatz mit Wasser gutem Licht und Aufzug etc. Das möchte ich nicht mehr missen. Der Aufbruch wird gesammelt und ins Revier am Luderplatz gebracht. Der Aufbruch vom SW wird entsorgt. (ASP)

Der #wildkörper/ Aufbruch wird von einer kundigen Person beschaut. Diese die muss auch bei schlecht geschossenem Wild entscheiden ob Verwertung möglich ist.

fresh
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Re: Fragen von Nichtjäger an Jäger.

Beitrag von fresh » Mo 25. Mai 2020, 12:18

Lindenwirt hat geschrieben:
Mo 25. Mai 2020, 08:02
Habs eh schon öfters geschrieben.
Die Jagd ist teuer wenn du dir deine eigene Jagd leistest. Wenn du in deiner Heimatgemeinde in der Genossenschaftsjagd unterkommst, kann das Ganze sehr günstig sein. Bei uns kosten die Beiträge für Ausgeher zwischen € 50 bis € 200 im Jahr. Und wir haben sogar Gamswild in der Genossenschaftsjagd. Der Schießsport ist da wesentlich teurer.
Als Tiroler packt mich da wirklich der Neid.
Bei uns sind solche Beträge leider unvorstellbar, fast jede Jagd wird zu Fantasiepreisen (zumindest für Normalsterbliche) versteigert. Häufig sind die Pächter inzwischen schon von weit her, beauftragen für alle Arbeiten einen Berufsjäger und kommen selbst nur zum Schießen mit den Jagdgästen vorbei...
Auch bei Gemeinschaftsjagden ist es nur schwer reinzukommen für normale Beträge... wenige Gemeinden versuchen das zwar wieder in die Richtung "die Jagd soll für die Anrainer erschwinglich ausübbar sein" zu bekommen, das ist aber noch eine Rarität.

Schön, dass das (noch) nicht überall so krass ist :handgestures-thumbup:

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