Liebe Nutzer
TapaTalk hat vor einigen Tagen seine PrivacyTerms zur Erfüllung der DSGVO Bestimmungen geändert. Nach Prüfung durch unsere Anwälte sind diese Änderungen nicht ausreichend, wir mussten TapaTalk daher deaktivieren und ersuchen um Euer Verständnis. Euer PULVERDAMPF-Team

Kaufberatung Lee Enfield

Alles was sonst nirgends wirklich reinpasst! Tabu sind: Politik und Religion (sofern kein Waffenbezug)
Porscheman77
.357 Magnum
.357 Magnum
Beiträge: 56
Registriert: Fr 23. Dez 2016, 12:22
Wohnort: Tirol

Kaufberatung Lee Enfield

Beitragvon Porscheman77 » Fr 20. Jul 2018, 09:53

Servus Servus

ich bin im Begriff bzw. hab mir eine Lee Enfield mit Kunststoffschaft und montierter Picantini Schiene vom Dealer meines Vertrauens reservieren lassen. Es ist ne No4 MK1 von 1941 recht ordentlicher Zustand.
Wurde wohl Jagdlich geführt und für die Jahre recht gut behandelt aber nicht perfekt.

Wer hat sone Enfield und kann mir sagen auf was ich bei einem Kauf unbedingt achten muss um nachher nicht in Rep. investieren zu müssen. Der Abschlag geht sehr leicht und Waffe lässt sich recht Butterweich laden. etc

Den KuststoffSchaft lassen wir mal außen vor.

Benutzeravatar
>Michael<
Supporter 8x57IS
Supporter 8x57IS
Beiträge: 9122
Registriert: So 9. Mai 2010, 13:32
Wohnort: Icewind Dale

Re: Kaufberatung Lee Enfield

Beitragvon >Michael< » Fr 20. Jul 2018, 12:00

Beim Enfield ist es besonders wichtig vorher den Verschlussabstand prüfen zu lassen!
Quemadmodum gladius neminem occidit: occidentis telum est. - Seneca

-> Suche Unterhebelrepetierer in .22 Magnum / .38 / .357 / 44-40 / 45LC, <-

Porscheman77
.357 Magnum
.357 Magnum
Beiträge: 56
Registriert: Fr 23. Dez 2016, 12:22
Wohnort: Tirol

Re: Kaufberatung Lee Enfield

Beitragvon Porscheman77 » Sa 21. Jul 2018, 20:51

OK Das heißt was genau? Gibts da besondere Probleme damit ?
Was meinst du genau mit Verschlussabstand?

Porscheman77
.357 Magnum
.357 Magnum
Beiträge: 56
Registriert: Fr 23. Dez 2016, 12:22
Wohnort: Tirol

Re: Kaufberatung Lee Enfield

Beitragvon Porscheman77 » So 12. Aug 2018, 22:38

So meine Lee Enfield liegt hier vor mir.

Anbei nen paar Bilder.

Hoffe die gefällt wenn auch nicht mehr ganz original.
Ich hab keine Ahnung woher die Schäftung stammt und die Aufnahme des Zielfernrohres. Vieleicht kennt sich da einer aus und kann mir weiter helfen
Ist zumindest alles sehr sauber und passgenau. Wie Selbstbau schauts nicht aus. Zumal die Schäftung aus Kunststoff besteht

Der Lauf ist innen schön blank und die 6 Züge scharf.
Der Kammerstengel läuft Spielfrei und Butterweich. Der Stoßboden schaut aus wie neu. Ohne erkennbare Spuren
Und es wurde schonmal professionell am Abzug/Kammerstengel gearbeitet/poliert damit der leicht geht.
Zumindest das konnte ich über die Website Lee Enfieldteile.de (Modifizierung) herausfinden.

Alles in allem ne Waffe mit leichter Patina und guter Brünnierung.
auf 50m Entfernung beim ersten Probeschießen mit der Klapvisierung auf Anhieb 3x in die 12


[url]Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild
[/url]

Benutzeravatar
>Michael<
Supporter 8x57IS
Supporter 8x57IS
Beiträge: 9122
Registriert: So 9. Mai 2010, 13:32
Wohnort: Icewind Dale

Re: Kaufberatung Lee Enfield

Beitragvon >Michael< » So 12. Aug 2018, 23:26

Porscheman77 hat geschrieben:OK Das heißt was genau? Gibts da besondere Probleme damit ?
Was meinst du genau mit Verschlussabstand?


Verschlussabstand sehr grob gesagt: wenn der Verschluss verriegelt und eine Patrone in der Kammer ist, ist bei Randpatronen der Verschlussabstand der Freiraum der zwischen dem Rand der Patrone und der Kammer und folglich der Abstand der zwischen dem Rand der Patrone und dem Verschluss existiert.

Also sehr vereinfacht gesagt wie viel Freiraum die Patrone in der horizontalen hat wenn sie in der Kammer sitzt und der Verschluss verriegelt ist. Ideal ist natürlich ein ganz geringer Freiraum so dass die Patrone fast saugend in der Kammer sitzt und sich nicht bewegt, aber nicht so wenig dass der Verschluss kaum mehr zugeht und die Patrone reingepresst wird wie in eine Form, das wäre ein zu geringer Verschlussabstand.

Im Endeffekt wird der Verschlussabstand durch viele Faktoren beeinflusst, einer davon ist die Schussbelastung. Wenn du schiesst wirken die Kräfte so dass der Verschluss zurück und der Lauf nach vorne will, nach vielen vielen tausend Schuss kann es sein dass sich die Verschlusswarzen langsam nach hinten setzen und so bildlich gesprochen der Verschluss vom Lauf wegwächst.

Bei einem zu grossen Abstand kann es Hülsenreisser geben da die Hülse beim Abschuss sehr viel wächst, und an manchen Stellen mehr als an anderen, und das kann bei mehreren tausend BAR sehr gefährlich sein.

Gerade bei der Enfield ist das ein Faktor da der Verschlussabstand bei der Produktion durch den Verschlusskopf der tauschbar ist, eingestellt wurde. Wenn dieser jetzt mit einer anderen Enfield getauscht wurde stimmt der Abstand höchstwarscheinlich nicht mehr, da kann es zu gefährlichem Verschlussabstand kommen. Dazu kommt noch die Schussbelastung und Fertigungstoleranzen aus Kriegszeiten - und keiner weiss was mit dem Gewehr in den letzten 80 Jahren passiert ist.

Ich will dir jetzt keine Angst machen, so ein Abstand ist schnell ermittelt und kann im schlimmsten Fall einen Unfall verhindern. Ist wie wennst dir einen Oldtimer kaufst und du alle Sicherheitsrelevanten Dinge prüfst bevor du losfährst.
Quemadmodum gladius neminem occidit: occidentis telum est. - Seneca

-> Suche Unterhebelrepetierer in .22 Magnum / .38 / .357 / 44-40 / 45LC, <-

Porscheman77
.357 Magnum
.357 Magnum
Beiträge: 56
Registriert: Fr 23. Dez 2016, 12:22
Wohnort: Tirol

Re: Kaufberatung Lee Enfield

Beitragvon Porscheman77 » Mo 13. Aug 2018, 22:40

Gibts irgendwo ne Verständliche Anleitung wie man den Verschluabstand misst?

Benutzeravatar
Hane
.50 BMG
.50 BMG
Beiträge: 1733
Registriert: Fr 11. Jan 2013, 17:13
Wohnort:

Re: Kaufberatung Lee Enfield

Beitragvon Hane » Mo 13. Aug 2018, 22:56

Patronen ins Lager, und mit Papierstreifen, die Ringlochverstärker von den Bene-Ordnern o.ä. Hinten die Patrone so weit aufdoppeln, bis der Verschluss nicht mehr zu geht.
Umherstreifen messen=Verschlussabstand.
Besser wäre statt Papier oder Ringlochverstärker, wenn man Stücke einer Fühlerblattleere beilegt.

Porscheman77
.357 Magnum
.357 Magnum
Beiträge: 56
Registriert: Fr 23. Dez 2016, 12:22
Wohnort: Tirol

Re: Kaufberatung Lee Enfield

Beitragvon Porscheman77 » Di 14. Aug 2018, 08:46

Ah ok muss ich schauen ob ich das hin bekomm.

Was für Maße soll denn der Verschluss haben bzw. bei welchem Maß ist der Verschlissen ?

Benutzeravatar
Hane
.50 BMG
.50 BMG
Beiträge: 1733
Registriert: Fr 11. Jan 2013, 17:13
Wohnort:

Re: Kaufberatung Lee Enfield

Beitragvon Hane » Di 14. Aug 2018, 09:28

Ich würde sagen 1/10mm sollte okay sein, aber kenne mich mit Ordonanzler nicht aus.

Benutzeravatar
tiberius
.50 BMG
.50 BMG
Beiträge: 872
Registriert: So 20. Sep 2015, 13:42

Re: Kaufberatung Lee Enfield

Beitragvon tiberius » Di 14. Aug 2018, 11:30

Hi,

bist aus Wien?

Geh damit aufs Beschussamt. Alles andere ist raten,
kaum ein Büchser hierzulande hat die go- oder no-go Gauges zum schnellen überprüfen.

Üblicherweise hat ein Enfield mit gültigem Chip Beschuss keine Probleme.

Zum Ringlochverstärkung/Schusspflaster Test: wenn mehr als 2-3 übereinander hinten auf der Hülse
kleben hast, und der Verschluss geht noch immer ohne nennenswerten Wiederstand zu,
würd ich einen Fachmann draufschauen lassen.

Enfields haben tauschbare Verschlussköpfe in versch. Größen da ganze System ein bisschen mehr flexibel als gut ist.,
mit einem größeren Verschlusskopf kann man einem gedehnten System entgegenwirken...wenn man vom Fach ist.

Was sagt Dein Händler ders Dir verkauft hat?

mfg tiberius
Bild

suche:
G96/11
Mauser 1895 bzw. 1893 Kavalleriekarabiner für Spanien

Porscheman77
.357 Magnum
.357 Magnum
Beiträge: 56
Registriert: Fr 23. Dez 2016, 12:22
Wohnort: Tirol

Re: Kaufberatung Lee Enfield

Beitragvon Porscheman77 » Di 14. Aug 2018, 16:38

Iss nen Kommisionsverkauf.

Mich interessiert das nur so für mich.
Wo gibt's denn andere Verschlussköpfe zu kaufen?
Hab zum Spass mal geschaut im WWW. aber da gibt's garnix. Steht auch nix von anderen Größen.

Da ich kein Wiederlader bin heben's die Patronenhülsen schon das einmalige abschießen.
Muss doch verlässliche Infos irgendwo geben zu den erlaubten Maßen

Porscheman77
.357 Magnum
.357 Magnum
Beiträge: 56
Registriert: Fr 23. Dez 2016, 12:22
Wohnort: Tirol

Re: Kaufberatung Lee Enfield

Beitragvon Porscheman77 » Di 14. Aug 2018, 16:42

50Schuss sind locker jetzt durch. Alle fehlerfrei

Nur am unteren Patronenrand bildet sich nen Ring.
Also eigentlich genauso wie bei fast allen Lee Enfield wie ich im WWW gelesen habe.

Was ich auf jeden Fall sagen kann.

Wenn ich die Patrone mit Kraft bis Anschlag Patronenlager einsetzte und bisserl draufklopfe zum setzen und dann den Verschluss verriegle liegt der Patronenboden sauber am Verschluss an.

Benutzeravatar
woolf
.50 BMG
.50 BMG
Beiträge: 2579
Registriert: Sa 12. Mai 2012, 21:27
Wohnort: OÖ & Graz

Re: Kaufberatung Lee Enfield

Beitragvon woolf » Di 14. Aug 2018, 17:46

Porscheman77 hat geschrieben:Muss doch verlässliche Infos irgendwo geben zu den erlaubten Maßen

Findest du hier: http://www.cip-bobp.org/de unter dem Punkt "TDCC"

Bei Randpatronen lässt sich der VA auch selbst recht leicht prüfen: Du pickst so viele Pickerl hinten auf eine Hülse drauf, bis der Verschluss spürbar nicht mehr leicht zugeht. Dann misst du die Dicke des Randes inkl. der Kleber. Der gemessene Wert sollte nicht größer als 1,78mm sein (Maß "R" des Lagers + "Fe" aus dem CIP-Datenblatt der .303 British). In der Realität wird er möglicherweise etwas darüber sein. Das ist nicht unbedingt weiter schlimm, solange es sich im Rahmen hält (+1/10). Wenns deutlich darüber ist, solltest mal einen Fachmann drüber schauen lassen (BA!).

Wenn er aber einen halbwegs aktuellen Beschuss hat wird höchstwahrscheinlich alles passen, aber sicher weiß man das natürlich nie, man weiß ja nicht was das Gewehr seit dem Beschuss alles ertragen musste. Die maßliche Prüfung beim BA ist ja auch immer nur eine Momentaufnahme.

Benutzeravatar
Maggo
Moderator
Moderator
Beiträge: 2990
Registriert: So 9. Mai 2010, 11:09
Wohnort: Dort wo das kleinwüchsige Wilde und hinterlistige Bergvolk in den Alpen wohnt

Re: Kaufberatung Lee Enfield

Beitragvon Maggo » Di 14. Aug 2018, 18:43

Wenn du bei jeden Enfield den verschlussabstand messen würdest kann ich dir versichern das jeder Enfield einen viel zu großen verschlussabstand haben und somit nie durch den beschuss kommen würden. Kein einziger!
Die abstände betragen meist um die 0.3 - 0.4 mm oft auch mehr.
Die C.I.P schreibt bei randpatronen 0.2 mm max. Abstand vor.
Die großen abstände waren von den Briten absicht um Schwankungen bei der Patronenproduktion aus allen ländern des commonwealth ausgleichen zu können.
So lange der Schütze nicht wiederladet gibt es bei den Enfields keine Probleme.
Spannend wird es wenn der Schütze beabsichtigt wiederzuladen.
Der Verschlussabstand ist aber nur die halbe wahrheit bei den erfahrenen und Wiederladenden Enfieldschützen, es kommt noch der dünne Verschluss mit der mickrigen verschlusswarze und dem federnden system dazu,und das ist meines erachtens eher das Problem als der oftmals brutale Verschlussabstand. Ich habe einen im kasten mit 0,6mm Abstand,trägt aber einen deutschen beschuss. :?
Wer mit Halbautomaten Schießt ist zu faul zum Repetieren! :D


Obacht vor dem bösen Mod! ;-)
Bild

Benutzeravatar
woolf
.50 BMG
.50 BMG
Beiträge: 2579
Registriert: Sa 12. Mai 2012, 21:27
Wohnort: OÖ & Graz

Re: Kaufberatung Lee Enfield

Beitragvon woolf » Di 14. Aug 2018, 18:54

Sie kamen aber durch den Beschuss, alle ;-)
Gerade als Wiederlader kann man sich beim VA helfen (ja ich weiß Randpatronen bilden den VA über den Rand...geht trotzdem)


Zurück zu „Sonstiges“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Streubombe und 4 Gäste