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Sportliches Präzisionsgewehr im jagdlichen Einsatz/Ansitz

Verfasst: Mi 28. Jan 2026, 10:08
von Shooter24+
Hallo an alle, ich möchte gerne das Wissen und die Erfahrung des Forums nutzen, um folgendes Thema aus dem Blickwinkel der Jäger zu behandeln.
Einsatz eines Präzisionsgewehres – das aus dem Sportlichen Hintergrund vorhanden ist, oder dafür genutzt werden soll – auch für die Jagd.
Dem Grundsatz folgend, der Schuss macht nur einen sehr, sehr geringen Teil der jagdlichen Tätigkeit aus. Benötigt man ein spezielles Jagdgewehr für den Ansitz, oder eben nicht?
Ohne Kaliber Diskussion, hier gängige Vertreter beliebter Büchsen im Sportlichen Kontext
_ CZ 600 Range
_ Bergara B14 Wilderness HMR (oder Vorgänger)
_ Tikka T3x CTR oder ACE Target (erst ab 2025, neu)

Es gibt zu der Auswahl an Gewehren bereits mehrere Diskussionen, aber nicht so konkret auf den dualen Einsatz, z.B.:
Bergara B14 HMR vs. Tikka T3X - PULVERDAMPF
Büchse für Jagd und Sportschießen - PULVERDAMPF

Mich interessieren zwei grundlegende Punkte, die sich nicht aus Tests der Büchsen selbst ergeben:
1) Wie sieht es damit aus, dass man mit solchen Büchsen (Extrembeispiel ACE Target), die Klassisch/Traditionelle Schaftform und das Material Holz verlässt. Also ins Brauchtum gehend. Wird so etwas ggf. abgelehnt von der Jägerschaft? Das wäre ein No-Go-Kriterium.
2) Thema Gewicht und Führigkeit, ist das im Ansitz wirklich ein so großes Thema?
Zusätzlicher Input aus der Erfahrung ist gerne gesehen, bitte nur keine Grundsatzdiskussion über Kaliber, Hersteller und Typen, es geht um den grundlegenden Punkt, meiner Fragestellung.

Danke an alle für die Teilnahme am Austausch.

Re: Sportliches Präzisionsgewehr im jagdlichen Einsatz/Ansitz

Verfasst: Mi 28. Jan 2026, 10:46
von gewo
Shooter24+ hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 10:08 1) Wie sieht es damit aus, dass man mit solchen Büchsen (Extrembeispiel ACE Target), die Klassisch/Traditionelle Schaftform und das Material Holz verlässt. Also ins Brauchtum gehend. Wird so etwas ggf. abgelehnt von der Jägerschaft? Das wäre ein No-Go-Kriterium.
Kommt auf Deinen Jagdleiter und auf die Kollegen an mit denen Du ausgehst im Revier.
Da gibt alles von "Ar-15 kein Problem" bis "keine schwarzen Schäfte, und keine militärischen Kaliber, wir sind nicht im Krieg"
In der Praxis sind Kunststoffschaefte aber durchaus schon in der Jägerschaft angekommen.
Grün oder Braun lieber als schwarz, aber auch schwarz wird toleriert.

Bei der Gesellschaftsjagd sieht es anders aus.
Dort wird vorausgesetzt das die Jagdgäste "ordentlich angezogen" sind.
Da sollte es schon in Richtung Holzschaft gehen.
Ansonsten brauchst Dich nicht wundern wenn Du im nächsten Jahr keine Einladung mehr bekommst

Shooter24+ hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 10:08 2) Thema Gewicht und Führigkeit, ist das im Ansitz wirklich ein so großes Thema?
Das kommt drauf an wie weit vom Ansitz aus du das Fahrzeug parkst.
Und wie das gelände beschaffen ist.
Wenn Du im Nationalpark Kalkalpen 2,5km vom Parkplatz bis zur Kanzel hast, dazwischen 400 Höhenmeter und es liegt Schnee, dann wirdst Du den Unterschied zwischen einer 2kg leichten Jagdbüchse und einer 6,5kg Matchkanone sehr schmerzhaft wahrnehmen ...

Im sonstigen wirdst Du mit üblichen Zieloptiken für Präzisionsgewehre jagdlich immer Kompromissen finden müssen.
Die auf 10-fach runtergedrehte 30-fach Optik im 50iger Tubus ist einer jadlichen 3-12x56 oder so hoffnungslos unterlegen, vom Thema Nachtsicht, ohne die es heute eigentlich nicht mehr geht, komplett zu schweigen ...

Re: Sportliches Präzisionsgewehr im jagdlichen Einsatz/Ansitz

Verfasst: Mi 28. Jan 2026, 12:17
von Evilcannibal79
Ich bin gerade dabei, was das Thema Jagd angeht, mich ein wenig zu verändern.
Die letzten Jahre bin ich sehr gut mit Blaser gefahren, hab da eine in 308 und eine in 223.
Da sich aber im sportlichen Bereich ein wenig was geändert hat, vor allem Kaliber, bin ich aktuell dabei die beiden Blaser zu verkaufen und eine bestehende 6,5 creedmoor jagdlich umzurüsten.
die 6,5er reicht für alles im Revier locker aus und fürs Raubwild hab ich auch noch einen Repetierer in 223 der jetzt noch in einem Oryx Chassis steckt, der org. Hogue Schaft ist aber noch vorhanden.
Das heisst, für die 5-7 x die ich ausschließlich auf Fuchs ansitze werde ich die 223er Matchknarre nehmen wie sie ist.
Das bisschen mehr Gewicht ist mir am Ansitz egal und ich hab auch keine soooo engen Kanzeln das ich damit nicht mehr hantieren könnte.
ABER,.....das Thema was eher interessant ist, ist das Thema Sicherung.
Die meisten Matchgewehre haben normalerweise nur eine Abzugsicherung da die Waffe ja ohnehin nur am Stand und vor der Schussabgabe geladen wird.
Meine Jagdbüchsen hab ich allerdings ganz gerne mit Handspanner.
Da muss ich mich jetzt ein wenig umgewöhnen und wirklich erst vor der Schussabgabe durchladen......
Mal schauen

Re: Sportliches Präzisionsgewehr im jagdlichen Einsatz/Ansitz

Verfasst: Mi 28. Jan 2026, 12:26
von Shooter24+
Evilcannibal79 hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 12:17 ...
ABER,.....das Thema was eher interessant ist, ist das Thema Sicherung.
Die meisten Matchgewehre haben normalerweise nur eine Abzugsicherung da die Waffe ja ohnehin nur am Stand und vor der Schussabgabe geladen wird.
Meine Jagdbüchsen hab ich allerdings ganz gerne mit Handspanner.
Da muss ich mich jetzt ein wenig umgewöhnen und wirklich erst vor der Schussabgabe durchladen......
Mal schauen
Das ist ein sehr guter Punkt, die Sicherheit darf nicht ausser Acht gelassen werden. Wie sind hier ggf. Erfahrungen von Jägern die auch ohne Schlagbolzensicherung unterwegs sind?

Re: Sportliches Präzisionsgewehr im jagdlichen Einsatz/Ansitz

Verfasst: Mi 28. Jan 2026, 12:51
von Evilcannibal79
Da ich selten auf Pirschgang gehe ist das für mich zu vernachlässigen, bzw werd ich da dann einfach die Browning BLR 308 nehmen die ich im Schrank stehen hab.
Ich hab auch noch eine ältere Jagdbüchse in 243 mit Handspanner, ist mir aber den Fuchs und Reh zu rasant.
Mal schauen wo die Reise hingeht.
Die Blaser kommen jetzt jedenfalls mal weg.

Am Ansitz ist das Thema nicht so gravierend.
Wennst allerdings viel durchs Gemüse musst wär Handspanner oder Schlabo Sicherung sicher ein Musthave für mich.

Warscheinlich gehts bei mir in Richtung 6dasher.
Die schieße ich auch beim PRS.
Da werde ich halt dann eine Safequeen jagdlich umrüsten.
Das Carbon Chassis von MDT macht da eine gute Figur.
Muss halt dann mit fehlender Schlabo-Sicherung klarkommen.

Im Umkehrschluss hab ich mein erstes Jagdgewehr, Bergara B14 timber, später sportlich umgebaut, hat auch gut funktioniert.
Die neuen Bergaras sind anscheinend aber nicht mehr so gut wie die am Anfang....

Re: Sportliches Präzisionsgewehr im jagdlichen Einsatz/Ansitz

Verfasst: Mi 28. Jan 2026, 13:37
von Coolhand1980
Eine sportliche Büchse ist aufgrund ihrer Länge und ihres Gewichts wenig für das heimische Jagen vom Ansitz geeignet.
In einem Hochstand hat man meist beengte Platzverhältnisse, was das leise In Anschlag bringen nicht gerade erleichtert, wenn man einen 24 Zoll Lauf mit SD hat. Das höhere Gewicht macht das Tragen der Waffe auch nicht zum Vergnügen, auch wenn der Weg nicht so weit sein sollte.
Abgesehen davon sind die sportlichen Pic Rails nicht so wiederholgenau wie jagdliche verwendetet Optikmontagen. Und das ist wichtig, da man zwischen ZFR für den Tag, LPVO bzw. RD für die Drückjagd und Wärmebild-ZFR für die Nacht, oft wechseln muss.
Auch ist es wichtig, für das Auflegen der Waffe auf der Brüstung des Hochstands einen glatten Vorderschaft zu haben, wo kein Mag oder sonstiger Bauteil vorsteht.
Ich habe mich mit ARs im Hochstand abgemüht, und meinen ersten Bock mit einer knapp 6kg schweren Howa Varminter erlegt.
Funktionieren tut es, aber man macht sich das Leben nur unnötig schwer damit.
Ich würde mir also an deiner Stelle einen günstigen 308er Repetierer nur für die jagdliche Verwendung zulegen.

Re: Sportliches Präzisionsgewehr im jagdlichen Einsatz/Ansitz

Verfasst: Do 29. Jan 2026, 08:19
von Shooter24+
Coolhand1980 hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 13:37 Eine sportliche Büchse ist aufgrund ihrer Länge und ihres Gewichts wenig für das heimische Jagen vom Ansitz geeignet.
In einem Hochstand hat man meist beengte Platzverhältnisse, was das leise In Anschlag bringen nicht gerade erleichtert, wenn man einen 24 Zoll Lauf mit SD hat. Das höhere Gewicht macht das Tragen der Waffe auch nicht zum Vergnügen, auch wenn der Weg nicht so weit sein sollte.
Abgesehen davon sind die sportlichen Pic Rails nicht so wiederholgenau wie jagdliche verwendetet Optikmontagen. Und das ist wichtig, da man zwischen ZFR für den Tag, LPVO bzw. RD für die Drückjagd und Wärmebild-ZFR für die Nacht, oft wechseln muss.
Auch ist es wichtig, für das Auflegen der Waffe auf der Brüstung des Hochstands einen glatten Vorderschaft zu haben, wo kein Mag oder sonstiger Bauteil vorsteht.
Ich habe mich mit ARs im Hochstand abgemüht, und meinen ersten Bock mit einer knapp 6kg schweren Howa Varminter erlegt.
Funktionieren tut es, aber man macht sich das Leben nur unnötig schwer damit.
Ich würde mir also an deiner Stelle einen günstigen 308er Repetierer nur für die jagdliche Verwendung zulegen.
Das mit dem Gewicht bis zum Ansitz würde ich ehrlich gesagt jetzt zweitrangig sehen, ich trage täglich 10kg "zu viel" mit... anderes Thema. Die Länge 24Zoll Lauf plus SD muss natürlich ausprobiert werden, ich sehe aber ein worauf es hinausläuft in der Praxis.
Ist es so das man dann immer die Optik wechselt und ein Allround-Gewehr verwendet? Wird es nicht Mittel-Langfristig sein, das man mehrere Kaliber für die unterschiedlichen Einsatzzwecke hat. von .222rem bis 9,3x62...

Re: Sportliches Präzisionsgewehr im jagdlichen Einsatz/Ansitz

Verfasst: Do 29. Jan 2026, 08:21
von Shooter24+
Evilcannibal79 hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 12:51 ...
Warscheinlich gehts bei mir in Richtung 6dasher.
...
Im Umkehrschluss hab ich mein erstes Jagdgewehr, Bergara B14 timber, später sportlich umgebaut, hat auch gut funktioniert.
Die neuen Bergaras sind anscheinend aber nicht mehr so gut wie die am Anfang....
Die Dasher dann auch zum jagen?

Eigentlich off-topic: Was genau wären hier Punkte die bei Bergara mutmasslich schlechter geworden sind?

Re: Sportliches Präzisionsgewehr im jagdlichen Einsatz/Ansitz

Verfasst: Do 29. Jan 2026, 08:27
von Shooter24+
gewo hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 10:46 Bei der Gesellschaftsjagd sieht es anders aus.
Dort wird vorausgesetzt das die Jagdgäste "ordentlich angezogen" sind.
..
Das trifft den Punkt, wieso ich auf die Fragestellung komme. Es wurde schon gesagt, Kappen statt Hut sind mancherorts bereits tabu.
Kleidung angepasst, keine Tarnmuster, etc. Privat am solo Ansitz wird es dann etwas lockerer sein, werde das Gespräch suchen.
gewo hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 10:46 Im sonstigen wirdst Du mit üblichen Zieloptiken für Präzisionsgewehre jagdlich immer Kompromissen finden müssen.
Die auf 10-fach runtergedrehte 30-fach Optik im 50iger Tubus ist einer jadlichen 3-12x56 oder so hoffnungslos unterlegen, vom Thema Nachtsicht, ohne die es heute eigentlich nicht mehr geht, komplett zu schweigen ...
Nachtsicht ist völlig klar, aber sollte nicht ein gutes Long-Range-Glas zumindest für den Tagansitz bis in die frühe Dämmerung genügen (können). Damit werde ich mich noch beschäftigen. Danke

Re: Sportliches Präzisionsgewehr im jagdlichen Einsatz/Ansitz

Verfasst: Do 29. Jan 2026, 10:19
von Evilcannibal79
Shooter24+ hat geschrieben: Do 29. Jan 2026, 08:21
Evilcannibal79 hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 12:51 ...
Warscheinlich gehts bei mir in Richtung 6dasher.
...
Im Umkehrschluss hab ich mein erstes Jagdgewehr, Bergara B14 timber, später sportlich umgebaut, hat auch gut funktioniert.
Die neuen Bergaras sind anscheinend aber nicht mehr so gut wie die am Anfang....
Die Dasher dann auch zum jagen?

Eigentlich off-topic: Was genau wären hier Punkte die bei Bergara mutmasslich schlechter geworden sind?
2 meiner Teamkollegen haben sich Jagdwaffen in 6 dasher aufgebaut und sind sehr zufrieden damit.
Wir schießen Wettkampfmässig alle das Berger Hybridgeschoss, funktioniert jagdlich auch sehr gut.

Ich hatte meine Bergara vor 5-6 Jahren gekauft.
Die hat geschossen wie Gift und auch nach mehreren 100 Schuss war die Präzision immer noch wie am ersten tag.
Klar, etwas Munitionsfühlig wie halt alle günstigen Gewehre.
Ein guter Freund ist Büchsenmacher, der hatte später noch einige Bergaras verkauft und die Qualitätsstreuung war immens.
Wird halt so gewesen sein wie überall wenn die Zahlen steigen und der Gewinn maximiert werden soll dann wird irgendwo eingespart.

Re: Sportliches Präzisionsgewehr im jagdlichen Einsatz/Ansitz

Verfasst: Do 29. Jan 2026, 10:34
von Coolhand1980
Shooter24+ hat geschrieben: Do 29. Jan 2026, 08:19
Coolhand1980 hat geschrieben: Mi 28. Jan 2026, 13:37 Eine sportliche Büchse ist aufgrund ihrer Länge und ihres Gewichts wenig für das heimische Jagen vom Ansitz geeignet.
In einem Hochstand hat man meist beengte Platzverhältnisse, was das leise In Anschlag bringen nicht gerade erleichtert, wenn man einen 24 Zoll Lauf mit SD hat. Das höhere Gewicht macht das Tragen der Waffe auch nicht zum Vergnügen, auch wenn der Weg nicht so weit sein sollte.
Abgesehen davon sind die sportlichen Pic Rails nicht so wiederholgenau wie jagdliche verwendetet Optikmontagen. Und das ist wichtig, da man zwischen ZFR für den Tag, LPVO bzw. RD für die Drückjagd und Wärmebild-ZFR für die Nacht, oft wechseln muss.
Auch ist es wichtig, für das Auflegen der Waffe auf der Brüstung des Hochstands einen glatten Vorderschaft zu haben, wo kein Mag oder sonstiger Bauteil vorsteht.
Ich habe mich mit ARs im Hochstand abgemüht, und meinen ersten Bock mit einer knapp 6kg schweren Howa Varminter erlegt.
Funktionieren tut es, aber man macht sich das Leben nur unnötig schwer damit.
Ich würde mir also an deiner Stelle einen günstigen 308er Repetierer nur für die jagdliche Verwendung zulegen.
Das mit dem Gewicht bis zum Ansitz würde ich ehrlich gesagt jetzt zweitrangig sehen, ich trage täglich 10kg "zu viel" mit... anderes Thema. Die Länge 24Zoll Lauf plus SD muss natürlich ausprobiert werden, ich sehe aber ein worauf es hinausläuft in der Praxis.
Ist es so das man dann immer die Optik wechselt und ein Allround-Gewehr verwendet? Wird es nicht Mittel-Langfristig sein, das man mehrere Kaliber für die unterschiedlichen Einsatzzwecke hat. von .222rem bis 9,3x62...
Ja wennst vorher 10kg sinnlos rumgeschleppt hast, müssens nachher nicht 12 kg sein, oder? :idea:
Bei den meisten Jägern ist es so, dass sich im Laufe der Jahre die Anzahl der Jagdbüchsen durchwegs erhöht. Tatsächlich notwendig ist das aber nur, wenn man spezielle Jagdarten ausübt, wie zB Bergjagd auf weite Distanzen. Ansitz, Pirsch und DJ geht mit der gleichen Waffe auch, wenn man die Optik wechselt. Tag/Nacht/DJ. Also zumindest auf Wild, wie es bei uns vorkommt.
Wovon ich kein Freund bin, ist unterschiedliche Systeme zu verwenden. Gerade wenn es schnell gehen muss, ist es hilfreich, nicht über die Position der Sicherung oder des Spannschiebers nachdenken zu müssen.
Abgesehen davon führe ich auf der Jagd ausschließlich Handspanner aus Sicherheitsgründen.
Sollte man heute verschiedene Kaliber haben wollen, geht das auch bei vielen Jagdwaffen mit Wechselläufen. Da kann dann die Optik gleich auf dem Lauf montiert bleiben und man spart sich die Anschaffung einer weiteren Waffe.

Re: Sportliches Präzisionsgewehr im jagdlichen Einsatz/Ansitz

Verfasst: Do 29. Jan 2026, 14:39
von Shooter24+
Coolhand1980 hat geschrieben: Do 29. Jan 2026, 10:34 Sollte man heute verschiedene Kaliber haben wollen, geht das auch bei vielen Jagdwaffen mit Wechselläufen. Da kann dann die Optik gleich auf dem Lauf montiert bleiben und man spart sich die Anschaffung einer weiteren Waffe.
Was wäre hier empfehlenswert, hinsichtlich Ausrüstung? Konkret als Benchmark

Re: Sportliches Präzisionsgewehr im jagdlichen Einsatz/Ansitz

Verfasst: Fr 30. Jan 2026, 10:05
von Coolhand1980
Es kommt drauf an, wo du hauptsächlich jagen gehst. Hast du ein Bergrevier, wo es keine Sauen gibt, kannst dir die 9,3er mit Nachtsicht sparen, wirst aber vielleicht eine schnelle 6mm für Murmel brauchen, welche eine starkes ZFR benötigt. Kleines Ziel, sehr weit weg...
Der Standard, mit dem jeder Jäger beginnt, ist eine normale Büchse, 308, 30-06, 7x64 u. dgl. mit einem Tageslicht ZFR im Bereich von 3-15x50 als grober Anhaltspunkt. 56er für die Dämmerung nimmt auch nicht mehr jeder. Damit bist für so gut wie alles an Wild bei uns bestens gerüstet.
Die 3. Variante ist eine Büchse für die Drückjagd. Meist nimmt man dafür größere, langsamere Kaliber mit einem ZFR im Bereich von 1-6x oder ein Red Dot. Das geht aber auch sehr gut mit den normalen Kalibern wie .308. Dass du dort nicht mit einem großen ZFR auftauchst, ist aber essentiell, da du mit 3x Vergr. schwer auf schnelle bewegte Ziele schießen kannst. Da ist weniger besser auf unter 50m.
Ich persönlich nutze eine R8 in 308 für Ansitz auf Reh mit normalem ZFR 3-12x56 und eine Wechseloptik mit Wärmebild für den Ansitz auf Sau auf der gleichen Waffe in der Nacht. Ein Aimpoint habe ich auch dafür für die Drückjagd. Für die Bergjagd hätte ich noch eine R8 in 6,5CM, aber kein Revier mehr dafür...vermutlich werde ich mich auch von der Waffe trennen...
Was brauchst du also? Eine Büchse in .308 mit dem besten Glas, dass du dir leisten willst, (besser eine billige Büchse mit Swaro Glas, als eine R8 mit Tasco Glas), und ein Wärmebild ZFR wobei die einfachen da auch schon gut sind für 70m im Wald.

Re: Sportliches Präzisionsgewehr im jagdlichen Einsatz/Ansitz

Verfasst: Fr 30. Jan 2026, 18:43
von Pozzo
Servus,

Viele wichtige Dinge sind schon genannt worden:

- was als Brauchtum gesehn wird hängt von deiner Jagdgesellschaft ab. Wenn du in einer Eigenjagd mitgehst wirds zum Ausreden sein, in einer Jagdgesellschaft oder bei Einladungen hängts von jedem Einzelnen ab was er davon hält. Kunststoffschäfte oder ergonomische Schäfte sind mMn schon zu 90% akzeptiert.

- Bedenke dass du anders als beim Sport das Gewehr auch wirklich tragen musst - und sei es bei der Bergung eines Stückes nach der Nachsuche etc in der Nacht usw. Das Schiessen selbst ist so ein kleiner Bruchteil der Jagd und als Sportschütze wirst kein Problem haben auf die üblichen Distanzen.

- Von Wechselläufen würde ich absehen. Ist aber nur meine Meinung. Die Blaser Läufe kosten (fast) soviel wie eine cz600 und dann hab ich lieber ein ganzes Gewehr dass ich ausm Schrank nehme und fertig. 8-)

- Die Empfehlung, dass man bei einem Sytem bleibt ist ebenfalls gut. Zb könntest eine T3X lite zusätzlich zur Ace Target kaufen (im gleichen Kaliber) und hast ein super Gewehr für Wind und Wetter mit dem du auch sofort klarkommst.

- Bedenke dass zum Gewehr noch das Glas, die Montage, ein SD und Zweibein dazukommen. ( ca 1,5kg je nachdem)

Meine Empfehlung: leichtes , "jagdliches" Gewehr ist fast immer von Vorteil. Im Gebirge auf 300m ist das Ansprechen und deine Auflage das grössere Problem als ein jagdlicher Schaft und ein leichter Lauf. Da machst eh nur einen, vl zwei Schuss hintereinander.

LG und wmh

Edit: kenne noch niemanden der sich ein schwereres, längeres Gewehr gewünscht hätte bei der Jagd :mrgreen: