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.45 ACP Geschoßgewicht - Frage

Verfasst: Mi 11. Feb 2026, 10:35
von CCNIRVANA
Liebes Pulverdampf Forum!

Mir tut sich schon länger eine Frage auf bezüglich .45 ACP Pistolen und dem Geschoßgewicht.
Ich lade schon sehr lange selbst diverse Kaliber und hatte etliche Pistolen (diverse 1911er, Ruger P90, S&W 4506-1, ...) und irgendwann stellen sich nun mal bestimmte Muster heraus... zB: Handelsübliche Munition in .45 ACP wird mit einem üblichen 230gn Projektil verkauft, aber ich hatte noch keine einzige Pistole, welche das Gewicht mochte. Bisher schoss JEDE (!) Kanone in meinem Besitz weit besser mit einem selbstgestopften 200gn Projektilen ungeachtet der Geschoßform. Wenige aber doch ein paar mochten sogar die 185gn. Aber die 230gn lieferten noch nie zufriedenstellende Gruppen. Mit 200gn trau ich mir zu von mir zu behaupten 50/50 in 5 Schussgruppen auf 15m konstant abzuliefern.

Woran liegt das?

Ich bin kein Spezialist bezüglich der Historie, aber vielleicht liegt es an der Herstellung der Läufe (Dralllänge) zur vorangegangenen Jahrhundertwende. Sind da irgendwann die Dralllängen von eher kurz für schwerere auf eher lang für leichtere Geschoße umgestellt worden?

Bei 9mm merke ich Ähnliches.... 115gn scheint so der Sweet Spot zu sein.... Glock 17, Sig P226, CZ75B.... die wollen auch alle eher die leichteren Geschoße als die 124gn oder schwerer... ebenso .38/.357 da performen die 125gn ebenfalls merklich besser als die 158gn Geschoße...... zumindest meine Waffen. Vielleicht bin ich ja die Ausnahme und habe von jedem Hersteller das Montagsmodell erwischt. Einzig die USP in .40S&W liebt ihre standard 180gn, wobei in dem Fall leichter oder schwerer keinen merklichen Unterschied bringen (Vielleicht die Ausnahme?). Von den .22lr Pistolen/Revolver will gar nicht erst anfangen, denn die sind Kraut und Rüben durcheinander, völlig unabhängig von allem anderen.... da muss man einfach probieren und das Richtige für jede einzelne herausfinden.

Aber zurück zur .45 ACP..... bin ich der Einzige bei dem gilt.... leichtere Geschoße performen besser?

Danke im Voraus für die Antworten.

mfg
Chris

Re: .45 ACP Geschoßgewicht - Frage

Verfasst: Mi 11. Feb 2026, 10:48
von Evilcannibal79
In meinen 45ern laufen die leichteren Geschosse auch besser.
Allerdings mögen meine 9para die 124gr lieber, die 115gr streuen aus meiner Glock wie eine Gieskanne....

Re: .45 ACP Geschoßgewicht - Frage

Verfasst: Mi 11. Feb 2026, 12:19
von AndyA
Evilcannibal79 hat geschrieben: Mi 11. Feb 2026, 10:48 In meinen 45ern laufen die leichteren Geschosse auch besser.
Allerdings mögen meine 9para die 124gr lieber, die 115gr streuen aus meiner Glock wie eine Gieskanne....
Leichter Geschosse kommen normalerweise mit schneller Pulver. Das bedeutet besser ein Kick, wann abgeschossen. Schwerere Geschosse kommen mit langsamer "Magnum" Pulver, und damit machen sie besser einen Druck, wann abgeschossen.

Alles zusammen der Anstoß wird mit dem schwereren Geschoss stärker - natürlich, seit Newton. :-)

IPSC Leute mögen deswegen besser die 147gr Geschosse für 9mm - nach dem Schuss schneller wieder aufs Ziel.

Scheibenschießer kann mit einem leichteren Geschoss/Anstoß besser sein.

Re: .45 ACP Geschoßgewicht - Frage

Verfasst: Mi 11. Feb 2026, 13:07
von Hauzi
Ich habe derzeit eine Taurus 1911 und eine S&W 4506 in Verwendung.
Bei mir laufen die 45er aus beiden Waffen nahezu ident.
Allerdings ist bei den 230gn-RN LOS Geschossen im Vergleich zu den 200gn-SWC LOS eine Trefferpunktverlagerung von ca. 7 cm in horizontaler Richtung zu beobachten(bei BEIDEN Waffen), wobei die 230 gn Geschosse nach links driften (oder die 200gn nach rechts).
Die Schussgruppen waren meist im großräumigen 9er Bereich (mit Ausreissern), was aber meinem Unvermögen und limitierter Trainingszeit geschuldet ist.
Die 200 gn Geschosse habe ich allerdings etwas kürzer gesetzt, um den Brennraum der Hülse konstant zu haben.
Als Pulver verwende ich Hodgdon Titegroup.

Re: .45 ACP Geschoßgewicht - Frage

Verfasst: Do 12. Feb 2026, 08:17
von karl255
Gerade bei der .45ACP in 1911er Modellen ist meines Erachtens nach weniger das Gewicht entscheidend sondern viel mehr die Form des Geschosses und die OAL, entscheidend. Wenn das nicht passt, dann hast du schnell laufende Nose Dives und damit Hemmungen.

Ich muss sagen ich verwende in der 45iger (und das waren bisher Kimber 5", S&W 25-2 in 6" und Tangfolio 1911 5") immer die Los 200 grs SWC Geschosse mit dem N320. Die Geschosse relativ kurz gesetzt und das läuft aus allen Waffen einwandfrei mit sehr guter Trefferlage.

Re: .45 ACP Geschoßgewicht - Frage

Verfasst: Do 12. Feb 2026, 09:54
von Evilcannibal79
Ich hatte bei meiner 6" Peters Stahl lange die H&N SWC in 195gr verladen.
Präzision und Funktion top.
Als vor einigen Jahren nix mehr zu bekommen war hab ich begonnen die Geschosse selber zu gießen mit einer 200gr HG68 Kokille.
Seitdem benutze ich diese Geschosse.
Besser gehts aus meiner Matchkanone nicht.
Pulver nehm ich 5,5gr Accurate #2

Re: .45 ACP Geschoßgewicht - Frage

Verfasst: Do 12. Feb 2026, 11:05
von CCNIRVANA
Also um bis hierher mal kurz zusammenzufassen:

200gn laufen scheinbar besser als die "Standard" 230gn.
Gut, das deckt sich mit meinen Erfahrungen. Bin nicht allein *freu*

Bleibt allerdings die Frage, weshalb die Hersteller überwiegend an den 230 Grainern festhalten bzw. aus welcher Waffe laufen die besser als alles andere? Haben die Munitionshersteller alle ältere Testwaffen mit den "alten" Dralllängen und deshalb laufen die schwereren Murmeln besser? Hmmm... Fragen über Fragen