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Terzerole

Vom Vorderlader bis zum Cowboy Action Shooting - Hauptsache es kracht und raucht!

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cowroper
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Terzerole

Beitragvon cowroper » Do 4. Aug 2011, 11:22

Mit so einem feinen Gerät wie Greenhorn kann ich nicht aufwarten, meine neueste Erwerbung ist aber auch ganz nett und vor allem niedlich.
Es ist eine Percussionsterzerole ( Terzerole = Taschenpistole) die immerhin Kaliber 11 mm hat.

Bild

Gebaut worden ist mein gutes Stück irgenwann zwischen 1865 und 1870, hat also auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel.

Sie ist ziemlich gut erhalten, Holz ist super, Lauf (außen) und Hahn gehört etwas aufgearbeitet. Die Innenseite des Laufes muß ich mit einem passendem Gerät noch genau anschauen, er ist übrigens glatt und nicht gezogen.

Demnächst, also spätestens in Haag wird sie auch ausprobiert. Mit Schrot und, falls ich passendes Futter finde, auch mit Kugeln.

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Re: Terzerole

Beitragvon tonto » Fr 5. Aug 2011, 08:35

Gratulation cowroper zur erfolgreichen Dorotheumauktion..... das ist imho eine sogenannte Weinbergpistole zum Vergrämen von lieben hungrigen Vogerln. Ich glaub da kannst von Kieselsteinen bis ? alles Greifbare einfüllen - wird vor über 100 Jahren nicht anders gemacht worden sein und dafür ist sie gebaut.

Gruß
Werner

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Re: Terzerole

Beitragvon Charles » Fr 5. Aug 2011, 16:03

Hallo Cowroper,

da hast Du in der Tat ein sehr interessantes ernstzunehmendes und auch spaßmachendes Spielzeug zugelegt!

Ich kann es kaum noch erwarten, die Terzerole in Haag bellen zu hören und zu sehen :dance:

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Re: Terzerole

Beitragvon Salem » Fr 5. Aug 2011, 19:32

Sauber, ein Kleinod der ballistischen Art...
(Ach wie gut dass ich gegen den gemeinen Neidfraß immun bin, meistens jedenfalls. :mrgreen: )
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Re: Terzerole

Beitragvon GSchoenbauer » Fr 5. Aug 2011, 20:34

dem Neidfraß wäre hier aber auch leicht zu entkommen;
die Dinger gibt's zuhauf und relativ billg, und eine WBK-Platz belegen sie auch nicht, weil sie in der Regel vor 1871 gefertigt wurden.

Eins, zwei, drei .... los!

Bauli
(bin auch schon gespannt, das Dingelchen sprechen zu hören)

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Re: Terzerole

Beitragvon BigBen » Fr 5. Aug 2011, 20:38

GSchoenbauer hat geschrieben: und eine WBK-Platz belegen sie auch nicht, weil sie in der Regel vor 1871 gefertigt wurden.


ist das jetzt auch schon so, oder erst nach inkraftreten der novelle?
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Re: Terzerole

Beitragvon GSchoenbauer » Fr 5. Aug 2011, 22:46

ist bisher auch schon so.
brauchst auch gar keine WBK dazu.(§45 des Waffengesetzes)

z.B hier um 29 Euro Sofortkauf; mußt aber wahrscheinlich die Pistons auswechseln, so wie's aussieht

http://www.egun.de/market/item.php?id=3390167

bauli

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Re: Terzerole

Beitragvon tonto » Fr 5. Aug 2011, 23:12

GSchoenbauer hat geschrieben:brauchst auch gar keine WBK dazu.(§45 des Waffengesetzes)

Seh ich leider anders...... FFW + Perkussionszündung = B und ob das "vor 1871"-Argument zählen könnte, wag ich zu bezweifeln. Die Kracherln waren stets nur Werkzeuge, die von fahrenden Händlern zwischen Mausefallen und Rebstockscheren verhöckert wurden und damit haben sie auch keinerlei "Biographie". Tut mir leid, aber das Ding kann aus 1850 genauso wie aus 1890 stammen weil gestempelt ist da ganz sicher nix. Trotzdem gaaanz lieb und viel Spaß damit :clap:

Gruß
Werner

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Re: Terzerole

Beitragvon GSchoenbauer » Fr 5. Aug 2011, 23:31

FFW + Perkussionszündung = B


so isses für Replikas.

Wenn Du Dir z.B einen orginalen Colt 1860 Army leisten kannst, dann brauchst Du keine WBK.
Und für eine originale alte Reiterpistole mit Pekussionszündung auch nicht.

Wenn derartige Perkussionsterzerole WBK-pflichtig wären, dann wäre wohl das Dorotheum der größte Waffenschieber Östereichs ;)

http://www.dorotheum.com/auktion-detail/auktion-8991-sammlerwaffen-des-17-20-jahrhunderts-militaria-und-patriotika/lot-1154432-perkussionsterzerol.html

Dieses Ding z.B ging ohne WKB weg, sonst wäre es im Katalog mit "W" gekennzeichnet.
Kannst im gleichen und in anderen Katalogen noch hunderte gleichartige Fälle ansehen.
Bauli

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Re: Terzerole

Beitragvon tonto » Fr 5. Aug 2011, 23:49

Jo aber für Reiterpistolen oder orginale Colts gibts auch Expertisen, Gutachten und was weiss ich was.... für eine (gschissene) Weinbergpistole gibts halt gar nix und dem Pfandl wirds auch wurscht sein. Bleibt letztlich eh am "User" hängen.
Gemma lieber schlafen Herr GSchoenbauer

Gruß
Werner

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Re: Terzerole

Beitragvon Greenhorn » Sa 6. Aug 2011, 09:54

Gutachten sind nicht erforderlich!

Ein im Jahr 1872 in der der Colt-Fabrik vom Band gelaufener Colt 180 Army gilt als "vor 1871 gefertigt", weil seit 1860 unverändert produziert, einziger unterschied ist die aufgestempelte Seriennummer.

Für eine Terzerole, wie man sie seit - sagen wir - 1850 baut, gilt das selbe.

Replikas werden ja nur deshalb anders bewertet, weil es einen "Massenmarkt" gibt.

Eine Gesetzänderung nach amerikanischem Muster, von der EU durchaus akzeptiert, wonach Waffen die bis inkl. 1899 gefertigt wurden als Antik gelten, ist hierzulande überfällig, leider derzeit auch chancenlos.

Die US-Regelung berücksichtigt das Fertigungsjahr des originalen ersten Serienmodells allerdings nicht! Eine Winchester 1894 produziert 1898 ist frei, eine die 1901 gefertigt wurde unterliegt den FLL Regeln.

besten Gruß

Werner
Wenn Schusswaffen die Ursache für Gewalt und Leid sind, muss die Menschheit vor dem 13. Jahrhundert friedlich und glücklich gewesen sein.

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Re: Terzerole

Beitragvon GSchoenbauer » Sa 6. Aug 2011, 10:15

Jo aber für Reiterpistolen oder orginale Colts gibts auch Expertisen, Gutachten und was weiss ich was.... für eine (gschissene) Weinbergpistole gibts halt gar nix und dem Pfandl wirds auch wurscht sein. Bleibt letztlich eh am "User" hängen.


Du wirst es nicht gesehen haben, aber ich hab soeben mit der Schulter gezuckt.
Lassen wir es also dabei bewenden.
Ich bin kein Missionar, daher kannst Du gerne nach Deinen eigenen, selbstgemachten Regeln leben. Und in so einem Fall drauf bestehen, daß das Ding in deine WBK eingetragen wird ... ich hab damit kein Problem. :)

bauli
(ja, geschlafen hab ich gut) ;)

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Re: Terzerole

Beitragvon Salem » Sa 6. Aug 2011, 15:02

Bei einem wiener Händler wird Ropers Modell (laut Doro. von ca. 1860) als "WBK pflichtig"
verkauft, für mich kein Zeichen dafür dass @tonto Recht hat, eher der Beweis dafür dass
der Waffen"Fach"Handel ganz genau NULL Ahnung hat, Ausnahmen gibts, aber eher selten...
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Re: Terzerole

Beitragvon cowroper » Mo 8. Aug 2011, 09:50

Keine Angst lieber Tonto, die Tante Dorothee ist christlicher als der Papst, als langjähriger Kunde weiß ich das. Die folgen einem nichteinmal C Waffen ohne WBK aus.
Diese, meine Terzerole ist laut amtl. beeidetem Gutachter zwischen 1865 und 1870 gebaut worden und die liebe Tante hat diesmal nichteinmal einen Ausweis verlangt. Ich bin sicherheitshalber mit dem kompletten WG hingegangen, war aber nciht notwendig.
Die wissen schon wo es lang geht.
_______________________________

Habe am Samstag damit geschossen. Zuerst nur ein Zündhütchen (zu Sicherheit), dann ungefähr 10 grain BP, nur verdämmt und, nachdem das Ding nicht auseinandergeflogen ist, ca 18 grain und eine halbe Füllung (einer NSI). Hat ganz schön gerummst und geraucht und mir ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert.

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Re: Terzerole

Beitragvon mgritsch » Mo 8. Aug 2011, 11:10

cowroper hat geschrieben:Habe am Samstag damit geschossen. Zuerst nur ein Zündhütchen (zu Sicherheit), dann ungefähr 10 grain BP, nur verdämmt und, nachdem das Ding nicht auseinandergeflogen ist, ca 18 grain und eine halbe Füllung (einer NSI). Hat ganz schön gerummst und geraucht und mir ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert.


das wollt ich schon fragen - wie betreibt man denn so ein ding richtig?
wie einen gewöhnlichen vorderlader, also pulver reinstopfen und dann einfach gepflastertes gefettetes geschoss drauf?
wie funktioniert das mit schrot?
was kann so ein ding in etwa, mit wieviel streuung ist zu rechnen? trifft man damit ein scheunentor auf 10m?
wie ist das mit beschuss, ich nehme an es hat keinen?
wie sehr vertraust du so einem historischen stück bzgl mechanischer stabilität, würdest du es auch regelmäßiger mit gebrauchsladungen schießen?

lg
Martin
“From birth, man carries the weight of gravity on his shoulders. He is bolted to earth. But man has only to sink beneath the surface and he is free.” (Jaques Custeau)


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