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.308 Sierra 168 grain HPBT Matchking nicht zu empfehlen?

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.308 Sierra 168 grain HPBT Matchking nicht zu empfehlen?

Beitrag von r4ptor » Mi 29. Mai 2019, 18:37

Hi,

ich bin gerade über eine interessante Anekdote gestoßen. Diese lautet wie folgt:
Long Gun Training LLC does not recommend the use of Sierra 168 grain HPBT Matchking bullets in .30 caliber rifle systems (primarily .308 Winchester). This bullet’s stability at extended ranges can become degraded and produces inconsistent results.
Quelle: longrangetraining.com

Ok ins Internet schreiben kann man schnell was, aber die Typen dürften ja doch ihr Handwerk verstehen, wenn sie teure Trainierstunden anbieten können.

Ich war eigentlich der Ansicht, dass das 168gr Sierra Matchking ein sehr gutes Geschoß ist? Ich verblase es derzeit mit meiner GGG Match Muni und bin eigentlich zufrieden. Hatte es auch vor zu laden, sobald ich mit Wiederladen beginne.

Hat jemand von euch Erfahrungen diesbezüglich? Erzählen die Mist? Stimmt das schon? :shifty:

Incite
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Re: .308 Sierra 168 grain HPBT Matchking nicht zu empfehlen?

Beitrag von Incite » Mi 29. Mai 2019, 19:04

Fakt 1: Preis sagt nichts über Qualität aus.

zum 2: sie schreiben ja "extended ranges" - auf die 100-300 Meter Ständen ist das meiner Erfahrung nach mit Nosler und Sierra 168 gr HPBT komplett wurscht, wenn du viel weiter schießen willst gibt es optimaleres.

Die GGG gibts ja auch noch mit anderen Geschossgewichten in 308 Win ;)

lg
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Re: .308 Sierra 168 grain HPBT Matchking nicht zu empfehlen?

Beitrag von Steirer » Mi 29. Mai 2019, 19:18

Incite hat geschrieben:
Mi 29. Mai 2019, 19:04
Fakt 1: Preis sagt nichts über Qualität aus.

zum 2: sie schreiben ja "extended ranges" - auf die 100-300 Meter Ständen ist das meiner Erfahrung nach mit Nosler und Sierra 168 gr HPBT komplett wurscht, wenn du viel weiter schießen willst gibt es optimaleres.

Die GGG gibts ja auch noch mit anderen Geschossgewichten in 308 Win ;)

lg
Kommt vor allem auf dein Gewehr bzw. deinen Lauf an, ob die Geschosse daraus präzise fliegen und wie Incite richtig anmerkt, gibt's für viel weiter raus als 300m geeigneteres.
Zuletzt geändert von Steirer am Mi 29. Mai 2019, 22:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: .308 Sierra 168 grain HPBT Matchking nicht zu empfehlen?

Beitrag von r4ptor » Mi 29. Mai 2019, 20:23

Ok danke, war nur verwirrt, vielleicht fassen sie ja 300 Meter auch bereits als extended ranges auf. Wobei, rückblickend betrachtet ist 300 Meter in Amerika sicher nicht extended.

Hab bis jetzt erst die 155, 168 und 175gr getestet da schnitt die 168er am besten ab gefühlt. Da meine Howa 1 in 10" Drall hat, sollte sie ja eigentlich alles gängige verdauen können. Was am besten fliegt muss ich wirklich erst rausfinden.

Weiter als 300m bin ich auch noch nicht raus, kommt vielleicht noch.
Wenn wir schon dabei sind: sagen wir mal 800 Meter. Tendenziell schweres oder leichteres Geschoß? Schwerer stabiler, leicher schneller. Oder ist da wieder ein "muss man ausprobieren, kann man pauschal nicht sagen?"

DerDaniel
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Re: .308 Sierra 168 grain HPBT Matchking nicht zu empfehlen?

Beitrag von DerDaniel » Mi 29. Mai 2019, 20:44

Muss man ausprobieren, kann man pauschal nicht sagen. ;)

Ist aber wirklich so. Wie Lange ist der Lauf, wie willig bist du an die Druckgrenze zu gehen, wie weit solls wirklich sein?
Die Tendenz ist schon eher Richtung schwer, aber eben nur so schwer, dass du auf der gewünschten Entfernung noch einen guten Sicherheitsabstand zum transsonischen Bereich hast.
Für Geschosse solltest du dann in Richtung Lapua oder Berger schauen.

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Re: .308 Sierra 168 grain HPBT Matchking nicht zu empfehlen?

Beitrag von r4ptor » Mi 29. Mai 2019, 20:46

Eieiei das wird was :D

Danke auf jeden Fall schon mal.

LTE
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Re: .308 Sierra 168 grain HPBT Matchking nicht zu empfehlen?

Beitrag von LTE » Mi 29. Mai 2019, 20:49

Also, ich verlade die in Haushaltsunüblichen Mengen zu je 500 per Patronen charge, geh mit den Geschossen auch auf LR (1000m) und kann die Aussage in Englisch nur bestätigen. Aber das ist nichts neues sondern schon sehr lange bekannt.
Um genau zu sein sind die SMK 168 so ziemlich eines der Besterforschten Geschosse!

Worum gehts? Es geht um den Transsonischen bereich, bei dem das Geschoss von Überschall in Unterschall geht. Das ist dann bitte ein Geschwindigkeitsbereich und kein genauer Punkt. In diesem Übergang, geschehen dinge, die bis heute nicht wirklich erforscht sind und hängen von X Parametern ab. Was aber ist, bis zum Transsonischen Bereich fliegen die SMK absolut Top, sind nicht so empfindlich in sachen Setztiefe und werden von diversen Herstellern für ihre Fabriksladungen genutzt.

Leider sind sie eben im Transsonischen bereich absolut zum vergessen. Ich konnte die effekte selber beobachten. 700m und ich nagel Stahl wie eine alte Holztüre, 800m und du kannst zusehen wie die Geschosse überal einschlagen, halber Meter Links, halber Meter Rechts, oben, unten oder on Target, kompleter Mist. Wie von Strelok auch angezeigt. Für LR im Transsonischen Bereich gibt es besseres, Berger VLD oder Sierra TMK. Besser allerdings ist, aus dem Transsonischen Bereich raus zu bleiben.

Wo der anfängt hängt übrigens von V0, Luftdruck und Luftfeuchte ab, nicht von „über 300m gibts besseres“.
Meine Ladung fliegt mit 816m/s bei 17°C Pulvertemperatur, heute bei 10°C, 971,5mBar Luftdruck und 93% Luftfeuchte, komm ich bis 775m mit 372,8m/s raus, bei 800 bin ich mit 361,5m/s schon im Übergangsbereich. Kann gut gehen aber die chance idt groß, dass ich nicht mehr zuverlässig treffe.

Du siehst, Komplexe fragen haben Komplexe antworten. Nicht einfach nur sagen, ja gibt bessere nach 300m oder muss man probieren. Denn die SMK sind immer noch Top Geschosse die ich wenn ich den will und auch das Pulver änder, unter einhaltung des Max. Druck von -20 bis + 30°C sicher auf 800m raus bringe. Unter top Vorraussetzungen auch bis 1000m, unter allen Vorraussetzungen jedoch sind 800m die Grenze (Matchlager, 26“ Lauf, 1-12 Drall).
Bei einem 20“ Lauf ist die Grenze natürlich früher erreicht.

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Re: .308 Sierra 168 grain HPBT Matchking nicht zu empfehlen?

Beitrag von LTE » Mi 29. Mai 2019, 20:52

DerDaniel hat geschrieben:
Mi 29. Mai 2019, 20:44
Muss man ausprobieren, kann man pauschal nicht sagen. ;)

Ist aber wirklich so. Wie Lange ist der Lauf, wie willig bist du an die Druckgrenze zu gehen, wie weit solls wirklich sein?
Die Tendenz ist schon eher Richtung schwer, aber eben nur so schwer, dass du auf der gewünschten Entfernung noch einen guten Sicherheitsabstand zum transsonischen Bereich hast.
Für Geschosse solltest du dann in Richtung Lapua oder Berger schauen.
Herr Daniel,

Kannst nicht warten, bis ich fertig geschrieben hab ;)

Daniel hat es schwer abgekürzt, ich eben die lange Version geliefert, sorry wenn da jetzt was doppelt vorkommt.

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Re: .308 Sierra 168 grain HPBT Matchking nicht zu empfehlen?

Beitrag von DerDaniel » Mi 29. Mai 2019, 20:57

LTE hat geschrieben:
Mi 29. Mai 2019, 20:52
Herr Daniel,

Kannst nicht warten, bis ich fertig geschrieben hab ;)

Daniel hat es schwer abgekürzt, ich eben die lange Version geliefert, sorry wenn da jetzt was doppelt vorkommt.
Sorry. :?

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Re: .308 Sierra 168 grain HPBT Matchking nicht zu empfehlen?

Beitrag von r4ptor » Mi 29. Mai 2019, 21:00

Dank dir für die ausführliche Erklärung :)

Dass der Überschallübergang(komisches Wort) das Hauptproblem ist dachte ich mir bereits. Nur eben war mir die schwammige Formulierung auf der Website etwas unklar. Sind die Dinger schon bei 600 Metern mit knapp 500m/s Mist? Meinen die so weite Distanzen dass wir schon wieder Unterschall sind etc. Naja jetzt bin ich gscheiter.

Mit den GGG bin ich laut Strelok bei 800m noch bei 394m/s, happig wirds 875m.

Aber im Endeffekt muss ich mir das dann sowieso anschauen wenn ich zum Wiederladen beginne. Jetzt werden die GGG eigentlich nur verheizt, da sie ganz gut fliegen bis zu den 300 Metern auf die ich derzeit schießen kann, die Hülsen ok sind und der Peng nur 1,3€ kostet.
Quasi Lernmunition.

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Re: .308 Sierra 168 grain HPBT Matchking nicht zu empfehlen?

Beitrag von LTE » Mi 29. Mai 2019, 21:27

Kein ding, weil ich schon aus dem Nähkästchen plaudre hier noch ein paar dinge, die auch alte Hasen eventuell nicht wissen.

Die Sierra Geschosse, da dann egal welche messen nicht das was Strelok oder Datenblätter sagen. Die haben zwar im Los selbst nur minimalste Abweichungen, sind aber z.b. bei meinen Aktuellen TMK 175gr geschossen mal eben 0,66mm bzw. 0.026" länger als angegeben, dass wiederum hat Auswirkungen bei Quickload und beim BC.

Die Geschwindigkeitsangaben auf den Patronenpackungen sind für deren Messlauf, je nach dem welchen Lauf du hast, Länge usw. hast du die selbe, mehr oder weniger V0, hier musst du immer messen und Strelok mit realen Daten füttern.

Bei so langen Flugzeiten macht auch der Coriolis Effekt und der Spin drift schon was aus, bitte ein Schägflug und 3 Klicks oder 24cm nach links/rechts sind nicht nix.

Coriolis ist insofern ein spannendes Thema, da es davon abhängt, wo du stehst und in welche Himmelsrichtung du schießt. Im besten fall kommt die Scheibe deiner Kugel entgegen, im Schlechtesten entfernt sie sich und dreht sich nach links oder rechts weg von ihr.

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Re: .308 Sierra 168 grain HPBT Matchking nicht zu empfehlen?

Beitrag von Flolito » Mi 29. Mai 2019, 22:20

Das wird sich wohl eher darauf beziehen das man die 168SMK nicht vernünftig im Überschallbereich halten kann mit einer .308 auf z,b 1000m .....wäre jetzt meine Interpretation.

Auf 100-300m ist die 168er sicher ein spitzen Geschoss .....liefert bei meinen Waffen Top Ergebnisse. Für Long Range verwende ich 175SMK oder 178gn ELD-M

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Re: .308 Sierra 168 grain HPBT Matchking nicht zu empfehlen?

Beitrag von r4ptor » Mi 29. Mai 2019, 22:30

Deshalb liebe ich dieses Forum, danke für die kompetenten Antworten Leute :)

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Re: .308 Sierra 168 grain HPBT Matchking nicht zu empfehlen?

Beitrag von LTE » Mi 29. Mai 2019, 22:34

Flolito hat geschrieben:
Mi 29. Mai 2019, 22:20
Das wird sich wohl eher darauf beziehen das man die 168SMK nicht vernünftig im Überschallbereich halten kann mit einer .308 auf z,b 1000m .....wäre jetzt meine Interpretation.

Auf 100-300m ist die 168er sicher ein spitzen Geschoss .....liefert bei meinen Waffen Top Ergebnisse. Für Long Range verwende ich 175SMK oder 178gn ELD-M
Siehe meine Erläuterung oben, wenn du einen 30" hat, kannst das ding auch bis 1000m raus Jagen, das Problem ist der Transsonische Bereich, da kannst die Dinger komplett vergessen. Die Berger VLD hingegen Funktionieren BEI MIR ordentlich auch im Übergang von Über auf Unterschall...


BTW, TMK haben nochden besseren BC, da geht dann och mehr ;)

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Re: .308 Sierra 168 grain HPBT Matchking nicht zu empfehlen?

Beitrag von DerDaniel » Mi 29. Mai 2019, 23:40

LTE hat geschrieben:
Mi 29. Mai 2019, 21:27
Kein ding, weil ich schon aus dem Nähkästchen plaudre hier noch ein paar dinge, die auch alte Hasen eventuell nicht wissen.

Die Sierra Geschosse, da dann egal welche messen nicht das was Strelok oder Datenblätter sagen. Die haben zwar im Los selbst nur minimalste Abweichungen, sind aber z.b. bei meinen Aktuellen TMK 175gr geschossen mal eben 0,66mm bzw. 0.026" länger als angegeben, dass wiederum hat Auswirkungen bei Quickload und beim BC.

Die Geschwindigkeitsangaben auf den Patronenpackungen sind für deren Messlauf, je nach dem welchen Lauf du hast, Länge usw. hast du die selbe, mehr oder weniger V0, hier musst du immer messen und Strelok mit realen Daten füttern.
Naja, alles über 500m kannst du die Angaben zu Geschossen und Ladungen eh kübeln. Da hilft nichts mehr außer die echten Werte seiner Muni und Waffe in Testreihen selbst zu ermitteln.
Ich würde jetzt aus Erfahrung behaupten bis der erste Schuss einer Ladung auf >500m zuverlässig und wiederholbar sitzt muss man mind. 50 Schuss anderweitig verwenden. Und da ist die Ladungsentwicklung bzgl. Präzision und Konsistenz nicht mit dabei. Aber genau das ist der Reiz an LR Schießen wie ich finde, den Weg auf die Scheibe muss man sich erarbeiten...

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