Im letzten Weidwerk (?) wird berichtet, dass in NÖ im Jahr 2025 zwei Wölfe geschossen wurden. Im selben Zeitraum wurden lt. Presse in Kärnten mehr als 20 Wölfe geschossen.
Na Wumm, hab’ ich mir gedacht. Und das in einem Bundesland mit einer bewohnbaren Fläche so groß wie der Bezirk Gänserndorf. Dort wollen‘s die Wölfe offensichtlich wieder ausrotten. Vermutlich wegen den Touristen! Dann habe ich allerdings nachgedacht und vermute nun, dass die doch krass unterschiedliche Geografie und Landwirtschaft einen Einfluss haben könnte.
Liegen, abgesehen von den reinen Zahlenwerten, bereits Hintergründe, Untersuchungen oder Bearbeitungen von Management-Programmen zu Wolf-Abschüssen in Kärnten vor?
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Wolf-Abschüsse in Ö
Re: Wolf-Abschüsse in Ö
Was man so hört, ist das halt die offizielle Zahl ...
Aus meiner Sicht hat der Wolf in der Kulturlandschaft (fast) keinen Platz (mehr) - schon gar nicht, wenn dort auch extrem viele Touristen unterwegs sind. Von den hunderten dokumentierten Rissen von Nutztieren in meiner näheren Umgebung, den Bildern von qualvoll verendeten und verstümmelten Schafen, den wütenden Bauern, etc. mal abgesehen, ist das Argument mit den Herdenschutzhunden bei uns einfach ganz schwierig umsetzbar: ein ordentlicher Herdenschutzhund verteidigt nämlich gegen alles - also auch Fremde bzw. Touristen (die ja schon mit Kühen Probleme haben!) und deren Hunde. Wer wissen will, wie das in Praxis so abläuft, soll sich mal die Zahlen in Rumänien ansehen, wo Herdenschutzhunde gang und gäbe sind und dementsprechend viel passiert - und das bei nicht mal einem Bruchteil der italienischen Schwammerlsucher und deutschen "Alpinisten".mikonis hat geschrieben: So 4. Jan 2026, 17:29 Liegen, abgesehen von den reinen Zahlenwerten, bereits Hintergründe, Untersuchungen oder Bearbeitungen von Management-Programmen zu Wolf-Abschüssen in Kärnten vor?
Re: Wolf-Abschüsse in Ö
In Ö gibt es ca. 500.000 Schafe und Ziegen, wovon 50.000 in Kärnten gehalten werden. Wölfe reißen pro Jahr zwischen 500 und 1000 Stück Nutzvieh. Das Maximum waren im Jahr 2022 etwa 1800 Stück Nutzvieh und davon in Kärnten etwa 400 Stück. Nachdem das bloß ein Viertel aller Risse ist, hat es mich als vollkommener Laie interessiert, wieso die Anzahl der Wolfabschüsse in Kärnten so extrem hoch ist.
Gefunden habe ich dazu Interviews, in denen massive Risse durch Wölfe beschrieben werden, das Dilemma einer volks- und lebensnahen, manchmal populistischen Politik mit der fernab Kärntens gemachten Naturschutzpolitik, technische Karten mit den in Österreich vorhandenen Wolfs-Rudel, insgesamt etwa 7 bis 9 von denen 2 bis 3 in Kärnten sind und eine in Osttirol und im westlichen Kärnten ziemlich flächendeckende große Zahl an Einzelnachweisen von Wölfen. Durch den ständigen Nachschub an Tieren aus den Südalpen, Appenin und Balkan dürfte die Gefahr für die alpine Tierhaltung weiterhin gegeben sein.
Ich habe versucht das Herdenschutzhundewesen (die deutsche Sprache lässt solche Wortungetüme zu) von dem du schreibst, zu verstehen und vermute nun, dass es sowas in Ö kaum gibt. Also wenig Hunde, die wirklich gut mit Schafen können. Oder es braucht erfahrene Hundehalter, die Hunde mit Schafherden sozialisieren können. Einen großen, bissigen Hund anschaffen, dürfte zu wenig sein.
Und im Wesentlichen dürfte es in Kärnten eine recht liberale Wolfs-Verordnung und Bescheiderstellung geben, sodass Abschüsse präventiv möglich sein dürften. Es konnten scheinbar nicht mal alle Bescheide erfüllt werden.
Insgesamt ein komplexes Thema und für mich schwierig, dazu eine profunde Stellungnahme zu finden. Meine Meinung ist, dass die Erlegung von Wölfen zukünftig Bestandteil der Jagd sein wird, nachdem der Wolf wohl kaum mehr verschwinden wird. Es wäre wünschenswert, dabei ein Gleichgewicht zwischen Landwirtschaft und Naturschutz zu finden, nachdem Ausrotten nicht geht (3/4 der Bevölkerung begrüßt den Wolf) und die Bauern in unserer landwirtschaflich durchgehend genutzten Kulturlandschaft ein Anrecht auf ein ungestörtes Leben und Auskommen haben.
Gefunden habe ich dazu Interviews, in denen massive Risse durch Wölfe beschrieben werden, das Dilemma einer volks- und lebensnahen, manchmal populistischen Politik mit der fernab Kärntens gemachten Naturschutzpolitik, technische Karten mit den in Österreich vorhandenen Wolfs-Rudel, insgesamt etwa 7 bis 9 von denen 2 bis 3 in Kärnten sind und eine in Osttirol und im westlichen Kärnten ziemlich flächendeckende große Zahl an Einzelnachweisen von Wölfen. Durch den ständigen Nachschub an Tieren aus den Südalpen, Appenin und Balkan dürfte die Gefahr für die alpine Tierhaltung weiterhin gegeben sein.
Ich habe versucht das Herdenschutzhundewesen (die deutsche Sprache lässt solche Wortungetüme zu) von dem du schreibst, zu verstehen und vermute nun, dass es sowas in Ö kaum gibt. Also wenig Hunde, die wirklich gut mit Schafen können. Oder es braucht erfahrene Hundehalter, die Hunde mit Schafherden sozialisieren können. Einen großen, bissigen Hund anschaffen, dürfte zu wenig sein.
Und im Wesentlichen dürfte es in Kärnten eine recht liberale Wolfs-Verordnung und Bescheiderstellung geben, sodass Abschüsse präventiv möglich sein dürften. Es konnten scheinbar nicht mal alle Bescheide erfüllt werden.
Insgesamt ein komplexes Thema und für mich schwierig, dazu eine profunde Stellungnahme zu finden. Meine Meinung ist, dass die Erlegung von Wölfen zukünftig Bestandteil der Jagd sein wird, nachdem der Wolf wohl kaum mehr verschwinden wird. Es wäre wünschenswert, dabei ein Gleichgewicht zwischen Landwirtschaft und Naturschutz zu finden, nachdem Ausrotten nicht geht (3/4 der Bevölkerung begrüßt den Wolf) und die Bauern in unserer landwirtschaflich durchgehend genutzten Kulturlandschaft ein Anrecht auf ein ungestörtes Leben und Auskommen haben.


