als Forenbetreiber erlaube ich mir das Forum erstmals und vermutlich für das einzige Mal in seinem Bestehen für ein zutiefst privates Anliegen zu nutzen.
Gerade hier im Forum sind die Ansichten zu Haustieren im allgemeinen und zu Hunden im speziellen sehr fragmentiert.
Wir haben hier viele Benutzer welche Hunde als Haustieren im Familienverbund halten.
Und noch mehr Jäger welche gemeinsam mit Ihren Hunden in den heimischen Revieren Zeit verbringen.
Und wir haben - leider dem Zeitgeist entsprechend - auch Menschen die speziell Hunde als schmutzig und minderwertig betrachten.
Ich muss das jetzt nicht bewerten.
Wer öfter bei uns in Wien im Laden ist kennt aber unseren „Motschi“.
Ein - etwas zu gross geratener - „Kleiner Münsterländer“.
Er hat zwar eine solide jagdliche Ausbildung erhalten, aber durfte in seinem Leben nur sehr selten in die Jagd mithelfen.
Sein „Spaziergeh“-Revier sind hingegen - meist begleitet von seinem Fraudi oder mir - die Parks in Wien 18 und Wien 19 und die Wälder rund um unseren Wohnort in der Steiermark.
Ein Hundeleben dauert bei dieser Rasse und Grösse zwischen 12 und 15 Jahre.
Wenn die Hunde nicht jagdlich geführt werden tw auch länger.
Morgen wird Moris - hoffentlich - 14 Jahre alt.
In der Nacht von Freitag auf Samstag hat Moris eine Magendrehung erlitten. Ursache unbekannt.
Wir sind in der Nacht noch nach Wien gefahren wo wir eine Tierklinik kennen in der er schon mal war.
Am Weg ist es ihm dann so schlecht gegangen das wir unterwegs eine andere Klinik anfahren mussten.
Ursprünglich war uns telefonisch zugesichert worden dass ein Operateur zur Verfügung steht und sofort operiert werden kann.
Tatsache war sechs Stunden später ging es unserem Motsch noch schlechter wie vorher und kein Operateur verfügbar.
Was dort tatsächlich für ihn getan wurde ist nicht klar, wir haben ihn jedenfalls Nachmittags auf Revers von dort übernommen und in die - eh geplante - Klinik nach Wien gebracht.
Er ist dort gestern Samstag in der Früh operiert worden.
Wer weiss dass eine Magendrehung beim Hund in oft nur ein bis drei Stunden zum Tod führt, und dass Magendrehungen nach ca 10 Stunden kaum mehr überlebbar sind, der kann sich die Lage vorstellen.
Nach der OP ging es ihm noch relativ gut, aber heute hat sich sein Zustand verschlechtert.
Aber unser Moris ist ein Kämpfer.
Mit Stand vor der Magendrehung war seine Konstitution noch so aussergewöhnlich gut, dass durchaus noch ein oder zwei Jahr „drin“ gewesen wären.
Wir sind sehr aufmerksam was den Interessenskonflikt zwischen seinen Bedürfnissen und unseren Bedürfnissen betrifft und haben das auch mit der Klink besprochen.
Lage ist, dass er - wenn er es übersteht - für seine verbleibenden Lebensspanne 100% seiner Lebensqualität zurück erhält.
Daher machen wir „weiter“, vertrauen vorerst darauf das die Medikamente ihm die Schmerzen so erträglich wie möglich machen, und erlösen ihn nicht zu einem Zeitpunkt der evt. zu früh gewählt wurde.
Der „Bub“ ist bei uns Familienmitglied, er hat uns loyal und treu 14 Jahre lang rund um die Uhr begleitet. Er ist mit meinen Kindern gross geworden und hat sie unseren Haushalt verlassen sehen. Er hat seine Rolle in unserem „Rudel“ immer versucht so gut als möglich zu erfüllen und liebt uns bedingunglos. Und manchmal war er auch stur und bockig, so wie das halt ist bei einem Lebewesen. Er hat es aber verdient dass ich mich für ihn einsetzen.
Durch die heute plötzlich unerwartet und extrem schlechten Leberwerte benötigt unser Moris zeitnahe und dringend eine Bluttransfusion.
Aktuelle Lage ist dass seitens der Klink ein Spender gefunden wurde der gegen 14:30 da sein sollte.
Es ist aber nicht immer so, dass Spender verlässlich erscheinen, trotz Zusage.
Auch wenn das in einem beruflichen, tierwohlfremden Umfeld wie hier umprofessionell ist bin ich verzweifelt genug um auch hier zu fragen ob evt. ein Hundehalter mitliest der einen im Idealfall
- 4 bis 10 jährigen
- 25 oder mehr kg schweren
- gesunden
- geimpften
Hund hält und der evt bereit wäre noch heute in 1190 Wien sein Tier für die Transfusion bereit zu stellen.
Dauer ca 60 bis 90 Minuten, der Hund wird vorher durchgecheckt, es wird ein Blutbild gemacht usw.
Es ist aber halt eine professionelle Tierklinik, Pfotehalten geht leider nicht, der Halter wartet im Wartezimmer (oder geht auf einen Kaffee).
Alle Kosten werden übernommen. Die bei der Tierklinik tun so deppert herum weil man da irgendwie nicht dafür bezahlen darf oder so. Ethnische Grundsätze sind derzeit ehrlich gesagt meine letzte Sorge, ich glaube wir verstehen uns.
Wer glaubt mir helfen zu können:
Am besten Telefon 0676 5145029, Gerhard
Ich habe mich aus verschiednen Gründen entschlossen den Thread hier gleichzeitig mit der Erstellung zu sperren.


UPDATE, 25.5.26, 20:15
Danke an die ungenannt bleiben wollende 3-jährige Berner SennenhündIn inkl Halterin für Ihr Blutspende. Dank Ihr hat unser Motsch noch eine Chance. Wir wünschen uns sehr dass er sie nützen kann.
Danke für die mehr als 10 (!) Hundebesitzer die sich spontan bereit erklärt habennzu helfen!
Und ich ersuche schlussendlich um Verständnis bei allen denen die nichts für Tiere überhaben oder sich aus anderen Gründen durch mein Hilfeersuchen belästigt gefühlt haben.
Es wird nicht mehr vorkommen.
Gerhard

