Promo hat geschrieben: Di 26. Mai 2026, 09:58
Ich denke nicht, dass die Diskussion über diese Tat und ob es gerechtfertigt war, hier zweckmäßig ist. Um es auch nur ansatzweise zu beurteilen, hätte man zumindest im Gerichtssaal sitzen müssen, wo der Tathergang genau beschrieben und besprochen wird. Sich anhand kleiner medialer Verlautbarungen zu orientieren, und daraus abzuleiten, ob man etwas OK findet oder nicht, ist doch schon sehr weit hergeholt.
In diesem Zusammenhang verweise ich auch noch mal auf den 8:0 Freispruch durch die Geschworenen in diesem Punkt. Wenn 8 absolute Laien nach Schilderung der Ereignisse und sowohl der Sichtweise des Beschuldigten als auch der Staatsanwaltschaft absolut einstimmig der Meinung sind, dass er freizusprechen ist, dann wird es wohl eindeutiger gewesen sein, als wir hier im Forum glauben zu wissen.
In einem anderen Land, in dem es keine Geschworenengerichtsbarkeit gibt und Geschworene nicht unter Berücksichtigung der Umstände sogar entgegen den geltenden Gesetzen entscheiden können, sondern Urteile zwingend nach dem Wortlaut des Gesetzes – und im Idealfall auch nach dessen Sinn und Geist – gefällt werden müssen, wäre dieses Ergebnis keineswegs selbstverständlich gewesen. Nicht jede Strafe kann beliebig gemildert werden; in vielen Fällen gibt es eine gesetzlich vorgeschriebene Mindeststrafe.
Ein Fall aus Ungarn. Ein 16-jähriges Mädchen, das jahrelang von seinem Pflegevater sexuell ausgebeutet und vergewaltigt wurde, und seine Mutter schlug und folterte, den Vater erstach, und er starb. Trotz der Umstände wurde sie verurteilt, weil es im Wortlaut des Gesetzes so steht, auch wenn das Urteil öffentliche Empörung auslöste.